Wirtschaft | Gründung & Finanzierung, 01.04.2014
Ideen zum Anfassen
Freiräume schaffen, Interdisziplinarität ermöglichen und Verschulung vermeiden. Die Gründerwerkstatt neudeli lässt Raum für Querdenker und Tüftler - ein interessantes Umfeld für innovative, nachhaltige Gründungsideen.
Seit 2001 begleitet die Bauhaus-Universität Weimar Erfolgsgeschichten in der Gründerwerkstatt. Entstanden als freies Kunstprojekt in den Räumen des ehemaligen Delikatladens "neue Delikatessen", ist das neudeli heute eine Werkstatt zur Vorbereitung und Förderung von freien Berufen und Unternehmensgründungen.
Ganz der Tradition des Bauhauses entsprechend ist die Gründerwerkstatt neudeli zentraler Versuchsplatz und Ort des "Ausprobierens und Experimentierens". So arbeiten Studierende und Absolventen des Fachbereichs Architektur und Produkt-Design gemeinsam mit Medienmanagern oder Bauingenieuren an ihrer Zukunftsvision. Mit dieser Offenheit gelangte die Bauhaus-Universität Weimar unter die Top 25 Prozent der kleinen Hochschulen Deutschlands im Bereich der Gründungsförderung (Gründungsradar 2013). Das Geheimrezept
neudeli verbindet Beratung, Forschung und Lehre. Veranstaltungen zu Innovationsmanagement und Business Modelling sensibilisieren für unternehmerisches Denken und Handeln. Das Prototypenseminar lehrt neue Ansätze, Ideen zu entwickeln und diese umzusetzen. Den Schwerpunkt der Beratung bildet das kritische Überprüfen und Hinterfragen der Geschäftsidee zukünftiger Start-ups. Langfristiges Ziel ist es, eine Kultur zu verankern, die das Gründungsgeschehen an der Hochschule stärkt und nachhaltige Produktideen wie PURAPUR oder plants & machines fördert.
Beispiel 1: PURAPUR - Die umweltfreundliche und schicke Hybridwindel
Jedes Jahr verursachen Windeln allein in Deutschland 500 Millionen Kilogramm Abfall - fünf Prozent des gesamten Hausmülls! Angela Clinkscales, Marta Depta, Susanna Viehmann und Marcus Anton entwickeln daher ein neues Windelsystem. Die PURAPUR Hybridwindel besteht aus einer waschbaren Überhose im schicken Design und einer bioabbaubaren Wegwerfeinlage. Im Sommer 2014 geht die Windel in die Serienproduktion. www.purapur.de Beispiel 2: plants & machines - robotic ecosystems
Für oft vernachlässigte Zier- und Nutzpflanzen gibt es bald ein voll automatisiertes Gewächshaus, das - gesteuert durch künstliche Intelligenz - den Anbau von Nahrungsmitteln unabhängig von Standortfaktoren und saisonalen klimatischen Bedingungen ermöglicht. Dieses Ziel setzten sich Martin Breuer, Bastian Bügler und Nicolas Herrmann und forschen seitdem an computergesteuerten, aquaponischen1 Ökosystemen. www.plantsandmachines.de
1 Aquaponik: Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. (Wikipedia)
Charlene Harrack
ist Gründerberaterin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin und begleitet innovative Konzepte und Business-Ideen aus dem Umfeld der Bauhaus-Universität Weimar. www.uni-weimar.de/neudeli
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2014 - Voll transparent, voll engagiert erschienen.
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