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Auf der ITB entdeckt:

Die blaue Perle der Mongolei

Der Hovsgol Nationalpark liegt im Norden der Mongolei, an der Grenze zu Russland und umfasst eine Fläche von 1,2 Millionen Hektar. Der Hovsgol See, „Mutter See" selbst ist einer der ältesten und saubersten Seen der Welt. Nomadenstämme waren bereits vor 4.000 Jahren von der Schönheit der "Blauen Perle” angezogen und hinterließen eine Vielzahl von Relikten und Spuren, die in unzähligen Artefakten gefunden werden können, die noch heute über die Region verstreut sind. Der Hovsgol See ist über zwei Millionen Jahre alt und als einer der 17 ältesten Seen der Erde anerkannt. Er ist der einzige von ihnen, der komplett von Permafrostzonen umgeben ist. Das gesamte Einzugsgebiet ist umgeben von vielfältigen Landschaftsformen und Vegetationstypen, von der Tundra über alpine und boreale Wälder bis hin zur Steppe. Eine weitere Besonderheit des Sees sind die üppigen und alten Bestände sibirischer Lärchen, die typisch für den ursprünglichen Bewuchs der Taiga sind.
 
Bis vor kurzem war der Hovsgol Nationalpark für nationale und internationale Touristen eine wenig besuchte und schwer zugängliche Region. In den nächsten Jahren wird eine Vervielfachung der Besucherzahlen erwartet. Deshalb soll eine befestigte Straße den Hovsgol See mit der 100 km entfernten Provinzhauptstadt Murun verbinden. Ein Regionalflughafen soll nationalen und internationalen Touristen den Zugang erleichtern und ein neuer Grenzübergang nach Russland verspricht einen verstärkten Zustrom von Besuchern aus der Baikalsee-Region.
 
Projektziele
Die traditionellen Lebensweisen der ansässigen Nomadenstämme sind nicht nur durch die zu erwartenden Touristenströme sondern auch durch Umweltveränderungen bedroht. Klimawandel und Überweidung führen zu einer verstärkten Desertifikation der Landschaft, die für Jahrhunderte die Lebensgrundlage der Menschen war. Ein Anstieg der Bodenerosion sorgt außerdem für eine Verschlammung der Flüsse und letztlich auch des Hovsgol Sees.
 
Dieses Projekt verfolgt deshalb das Ziel, die Parkbehörden und die lokalen Gemeinden darin zu unterstützen, mit den steigenden Touristenzahlen und den Herausforderungen des Klimawandels fertig zu werden und gleichzeitig die Region nachhaltig zu entwickeln, sowie das natürliche und kulturelle Erbe der abgelegenen Region zu schützen. Denn durch den Wegfall traditioneller Lebensweisen sind viele Nomaden gezwungen, in die Städte zu migrieren, um dort Arbeit zu finden. Um diesem Trend entgegen zu wirken, sollen deshalb nachhaltige Tourismusangebote entwickelt und bestehende Angebote auf die heutigen Standards des Ökotourismus gebracht werden, die durch entsprechende Weiterbildungsangebote und Trainingskurse zum Parkmanagement komplementiert werden. Die Nationalparkbehörden werden mit dem notwendigen Equipment, wie GPS-Satellitengeräte, ausgestattet, um den Park besser überwachen und lokale Naturkennwerte optimal erfassen zu können. Mit dem Ziel, auch die lokale Bevölkerung in den Schutz des Sees einzubeziehen und aufzuklären, wird Umweltbildungsmaterial entwickelt und ein Programm zur Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet. Im Rahmen des Projekts sollen drei miteinander verbundene Maßnahmen durchgeführt werden:
 
Förderung des nachhaltigen Tourismus
Neben der Entwicklung von Weiterbildungsmaterial sollen Workshops für 30 ausgewählte Betreiber von sogenannten „Ger Camps" (traditionellen Nomaden Camps) durchgeführt werden, mit dem Ziel, die Standards der Camps zu erhöhen, so dass sie kommerzielle, nachhaltige Tourismusangebote liefern können. Weiterhin soll gemeinsam mit 20 bis 25 Anbietern das traditionelle System der Reitwege und Tauschstationen wieder eingeführt werden. Ein neues Wegesystem soll so erarbeitet werden und die einzelnen Stationen miteinander verbinden, um den abenteuerlustigeren Touristen das Hinterland zugänglich zu machen.
 
Stärkung des Managements des Hovsgol National Parks
Nach der Erarbeitung eines langfristigen Managementplans für die Region werden Trainingskurse für die Parkbehörden und Ranger durchgeführt. Sie werden weiterhin mit notwendigem Equipment zur Inventarisierung und Management der natürlichen Ressourcen ausgestattet.
 
Sensibilisierung der Bevölkerung
Gemeinsam mit den Parkbehörden soll Umweltbildungsmaterial zur Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung entwickelt werden, mit dem Maßnahmen zum Schutz der sozio-ökologischen Umwelt des Sees bekannt gemacht werden sollen. Projektpartner ist das Mongol Ecology Center (MEC) wurde 2009 gegründet. Ziel von MEC ist eine nachhaltige Entwicklung für die Mongolei und der Schutz und die Stärkung der Natur sowie die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes des Landes. Die Organisation hat in den vergangenen Jahren eine herausragende Expertise im Management des Nationalparks und dem nachhaltigen Tourismus entwickelt. Das Netzwerk von MEC verfügt über große interdisziplinäre Fachkenntnisse und ist auf die Übertragung internationaler Pilotprojekte und „Best Practice"-Beispiele auf Schutzgebiete in der Mongolei spezialisiert.

Weitere Informationen:  http://www.globalnature.org

Quelle: Global Nature Fund (GNF)

Lifestyle | Sport & Freizeit, Reisen, 11.03.2015
     
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