66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Die Autoindustrie und der Klimawandel

Ein Standpunkt

Zwischen der deutschen Autoindustrie und der EU-Kommission hat sich politischer Zündstoff angesammelt. Die Autoindustrie hat ihr Versprechen, die CO2-Belastung bei Neuwagen bis zum Jahre 2008 im Schnitt auf weniger als 140 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenen Kilometer zu beschränken, zurückgenommen. Nun steht eine gesetzliche Regelung durch die EU bevor, in der für Neuwagen bis 2012 ein Grenzwert für den CO2-Ausstoß auf 120 Gramm im Gespräch ist.

Die deutschen Autobauer sowie die Politik laufen Sturm gegen die Pläne der EU. Dabei sind die negativen Klimaauswirkungen des Verkehrs unbestritten und gerade der Bundesregierung stünde es im Zuge der EU-Ratspräsidentschaft, in der Bundeskanzlerin Merkel den Klimawandel als eines der wichtigsten Themen behandelt wissen möchte, gut zu Gesicht, auf diesem Gebiet positive Ergebnisse vorzuweisen.

Betrachtet man die Entwicklung der Auto-Modellpalette in den letzten Jahren, ist klar, dass das CO2-Ziel der EU-Kommission zumindest für die deutschen Autobauer illusorisch ist. Und kaum ein deutscher Mainstream-Politiker, der schließlich wiedergewählt werden will, wird es wagen, sich diesem wichtigen Industriezweig entgegenzustellen. Denn nicht nur Arbeitsplätze erscheinen gefährdet, sondern die Auto-Lobby hat auch schnell BILD und ADAC in Stellung gebracht und erreicht damit eine kritische Masse, gegen die keine Politik gemacht werden kann.

Nicht die Autoindustrie, sondern der Kunde ist gefordert
Die Umweltverbände klagen die Autobauer an und fordern klimaschonende Modelle ein. Aber sind die Autobauer überhaupt die richtigen Adressaten dieser Kritik? Ich meine nein. Man kann es der Industrie kaum vorwerfen, dass sie Produkte erzeugt und auf den Markt bringt, die ihr mit Begeisterung aus den Händen gerissen werden. Die glänzenden Zahlen von Porsche, aber auch die guten Verkäufe von BMW und Mercedes im spritfressenden Luxussegment zeigen, was der Verbraucher will. Prestige, Komfort, PS und Größe - der Benzinverbrauch spielt für die KäuferInnen offenbar keine Rolle.

Es gibt nur eine vernünftige Möglichkeit, den Benzinwahn zu stoppen und der tut weh im Portemonnaie: Die Erhöhung des Benzinpreises. Mit der Abschaffung der unübersichtlichen KFZ-Steuer und die Umlegung auf den Benzinpreis hat die Regierung eine ideale Einstiegsmöglichkeit, den Benzinpreis zu erhöhen. Und dann heißt es: Wer viel fährt, zahlt viel, wer sparsame Modelle fährt, zahlt weniger. Erst der Griff ins Portemonnaie der Autofahrer wird dazu führen, dass sparsame Modelle nachgefragt werden und erst dann wird die Industrie diese Modelle auch zur Verfügung stellen. Es ist zu hoffen, dass die Bundesregierung die Kraft finden wird, diesen Weg einzuschlagen.

Mathias Prange


Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI), 20.-21.03.2026
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

LOHAS & Ethischer Konsum

"All You Need is Love"
Christoph Quarch verteidigt den Valentinstag als Schutzzeit für die romantische Liebe
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

"Die trockene Wahrheit"

forum future economy Sonderausgabe Circular Economy

Intelligenz und Resilienz statt Abhängigkeit

Die Chance der Krise

Sondervermögen: Das 11 Milliarden-Potenzial des Klima- und Transformationsfonds (KTF)

Klimaziele 2030 und 2040 werden deutlich verfehlt

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

Auftakt mit Strahlkraft - Let's talk about Cotton

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Engagement Global gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • WWF Deutschland
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG