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Klimaschutz beginnt auf dem Teller

Die Menschheit hat einen Mordshunger auf Fleisch

Weltweit werden bereits 70% der Ackerfläche für Tierfutter beansprucht. Also nicht das bisschen Biogas ist die Ursache für den Welthunger wie oft in Umweltkreisen behauptet wird, sondern unser viel zu hoher Fleischkonsum. Und dieser wird bis 2050 nochmal um 57% wachsen - auf 470 Millionen Tonnen pro Jahr.

Unser großer Appetit auf Fleisch hat schwerwiegende Folgen, unter anderem werden dadurch das Klima, das Grundwasser und die Umwelt belastet.
Foto by pixabay.com
In Deutschland werden pro Jahr 3,2 Millionen Rinder, 58 Millionen Schweine, 627 Millionen Hühner, 25 Millionen Enten und 37 Millionen Puten geschlachtet. Milliarden Fische und andere Tiere kommen dazu. Der jetzt veröffentlichte "Fleischatlas 2014" zeigt außerdem, dass der Fleischkonsum in Industrieländern wie Deutschland oder den USA zwar leicht sinkt, aber in Schwellenländern wie Indien und China stark steigt.

In Deutschland sank der Fleischkonsum 2012 um zwei Kilogramm pro Kopf gegenüber dem Vorjahr. Es gibt hierzulande nach wie vor einen leichten Trend zum Vegetarismus. Den Tieren und der Umwelt nützt dieser Trend jedoch wenig, denn aus Deutschland wird immer mehr Fleisch exportiert. In Deutschland isst ein Mensch im Schnitt jedes Jahr 60 Kilogramm Fleisch.

Fleischproduktion belastet das Klima, das Grundwasser und die Umwelt. Nach dem "Fleischatlas" essen Männer doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Das ist auch um das Doppelte mehr als ihnen gesundheitlich gut tut, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Aber auch Frauen liegen demnach an der oberen Grenze.

Der hohe Fleischkonsum in Deutschland und die noch höhere Fleischproduktion setzen eine industrielle Massenproduktion in Riesenställen mit tierquälerischen Haltungsbedingungen voraus sowie den massenhaften, gesundheitsschädlichen Einsatz von Antibiotika.

Zudem zeigte der Skandal von Pferdfleisch in der Lasagne, dass die Herkunft tierischer Lebensmittel immer zweifelhafter und kaum noch nachvollziehbar ist. Wer sich über den Umweg von Tieren ernährt, verbraucht etwa siebenmal mehr Bodenfläche als wenn er oder sie vegetarisch essen würde. Klimaschutz beginnt also auf dem Teller.

Neben der Energie- und Verkehrswende ist die die Agrarwende weltweit die wichtigste der in unserer Zeit anstehenden Reformen. Auch für die neue große Koalition in Berlin. In Deutschland wird nur auf knapp sechs Prozent der Ackerfläche ökologisch gewirtschaftet.

Tiere essen?

Fragte der Bestsellerautor Safran Foer. Soll man das? Darf man das? Wichtige Zukunftsfragen für unsere Gesundheit und die Umwelt. Die größten Fleischesser sind in dieser Reihenfolge: Die Luxemburger, die US-Amerikaner, die Australier. Was also tun? Gar kein Fleisch mehr essen? Einige wollen und werden das machen. Es wäre schon ein Fortschritt, wenn viele weniger Fleisch essen würden und das bewusster tun.

Quelle: Dr. Franz Alt
Lifestyle | Essen & Trinken, 13.01.2014
     
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