Geplanter Verschleiß

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihr Handy nach so kurzer Zeit das Zeitliche segnet?

Ob die geliebte Sportjacke, das iPhone4 oder die Waschmaschine. Von vielen Dingen müssen wir uns eher trennen, als uns lieb ist. Die Hersteller selbst sorgen dafür: durch geplante Obsoleszenz. Hersteller bauen in ihre Produkte Schwachstellen oder für den Verschleiß anfällige Teile ein. Sie sollen nicht zu lange halten, damit wir bald wieder Neues kaufen und so die Umsätze der Produzenten ankurbeln.

Minderwertig: In vielen Jacken findet man Spiral-Reißverschlüsse, deren Zähne als Längsspirale statt einzeln aufgeführt sind. Das macht sie anfälliger. Austauschen lohnt sich in den seltensten
Fällen - so landet das ganze Kleidungsstück im Müll.
Foto: © MURKS? NEIN DANKE!
Laut einer Studie vom Frühjahr 2013 beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden durch geplante Obsoleszenz auf mehr als 100 Milliarden Euro jährlich. Mit seinen über 13.000 Facebook-Fans setzt Stefan Schridde sich inzwischen zur Wehr. Er steht hinter der Website www.murks-nein-danke.de, auf der Opfer geplanter Obsoleszenz den "Murks" melden können: Der Stabmixer, der kurz nach Ablauf der Garantie kaputt geht. Der Drucker, der durch einen eingebauten Zähler nach 3.000 Seiten einen "irreparablen" Fehler meldet. Das iPhone4, das sich wegen seiner "Spezial"-Schrauben nur mit Spezialwerkzeug von Partnerwerkstätten reparieren lässt.

Haben auch Sie Erfahrungen mit geplanter Obsoleszenz gemacht? Welche Reaktionen haben Sie auf Beschwerden an den Hersteller erhalten? Oder arbeiten Sie in einem Unternehmen, das sich bewusst für langlebige Produkte mit entsprechenden Garantien einsetzt?

Diskutieren Sie mit uns auf www.facebook.com/forumNachhaltigWirtschaften oder schreiben sie uns einen Leserbrief an redaktion@forum-csr.net. Einen Ausschnitt der Diskussion veröffentlichen wir in den kommenden Ausgaben des Magazins (Kürzungen vorbehalten).




Das ist Ihre Meinung zu Produktkennzeichnungen

Ernährungsampeln auf Chipstüten, Raucherbeine auf Zigarettenschachteln und Gentech-Zeichen auf Fertiggerichten: In der vergangenen Ausgabe wollten wir wissen, was Sie von Produktverpackungen erwarten.

Sie haben uns geantwortet - per Mail, Facebook, Xing und Post. Eine Lesermeinung möchten wir Ihnen hier vorstellen:

Aufklärung ist nicht die Aufgabe von Unternehmen

"Ich bin der Überzeugung, dass Unternehmen nur bis zu einer bestimmten Grenze Verantwortung übernehmen können, da sie sonst einem Zielkonflikt ausgesetzt sind. Die Brauereigruppe InBev wird für werdende Mütter und Autofahrer gerne 'Verantwortung' übernehmen, indem sie Warnhinweise auf den Bierbüchsen abdruckt, jedoch kann von Unternehmen nicht erwartet werden, ihre Zielgruppe vor einer Suchtgefahr zu warnen.

Vielmehr sollten Schulen, Institutionen sowie private Initiativen über Lebensmittellügen, richtiges Essverhalten, Gesundheitsfragen, Nachhaltigkeit und Gefahren aufklären. Dieser Part kann und sollte nicht von den Unternehmen im Rahmen von CSR verlangt werden."

Johann Peters, CSO bei SeriousBox Deutschland AG, via Xing

Quelle:
Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 14.10.2013
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2013 - Hallo Klimawandel erschienen.
     
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