Garten-PV - Der Mini-Solarpark fürs Eigenheim

Fünf Finanzinstitute legen gemeinsame Grundsätze für Management-Vergütung vor

Nachhaltiges Umdenken im Kreditwesen

Nachhaltig erfolgreiche Kreditinstitute sind eine wesentliche Säule für das wirtschaftliche und soziale Gefüge stabiler Gesellschaften. Sie erfüllen zentrale Dienstleistungsfunktionen für die Bürger, die Realwirtschaft und den Staat. Gleichzeitig tragen sie maßgeblich zum Systemvertrauen und damit zu Wachstum und Wohlstand bei. Deshalb kommt ihren Entscheidungsträgern eine hohe Verantwortung zu. Die ethische Fundierung von Managementvergütungen entwickelt sich dabei zu einem unverzichtbaren Faktor für eine nachhaltig erfolgreiche Kreditwirtschaft.

Auch im Kreditwesen setzt sich nachhaltiges Denken immer weiter durch.
Foto: © Tony Hegewald/ pixelio.de
Fünf führende Finanzinstitute verpflichten sich mit einem gemeinsamen Grundsatzpapier zur ethischen Fundierung von Management-Vergütungen. Im Kern geht es dabei darum, die Vergütungssysteme transparent zu gestalten und Fehlanreize auszuschließen. Unterzeichner sind Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, DZ BANK AG, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG und HypoVereinsbank. Moderiert wurde der Prozess vom Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik.

Mit dem Grundsatzpapier bekennen sich die Unterzeichner zu einer sowohl erfolgs- als auch werteorientierten Führung. Dies setzt voraus, dass neben betriebswirtschaftlichen Kennziffern auch die ethische Dimension des Handelns Eingang in die Führungskräftebewertung und -vergütung findet. Dies erfordert:
  • Jede Vergütung muss grundsätzlich nachvollziehbar einer entsprechenden Leistung gegenüber stehen.
  • Entscheidend für die Leistungsbeurteilung ist insbesondere auch das Handeln nach unternehmensspezifischen Werten, die nach innen und außen sichtbar werden müssen.
  • Dementsprechend sind Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit relevante Faktoren für die Bemessung variabler Einkommensteile.
  • Jedes Institut sollte für die Gesamtvergütungen seiner Führungskräfte geschäftsjahrbezogene Obergrenzen festlegen und begründen.
  • Bei ertragsorientierten variablen Zahlungen sind marktgetriebene Erträge, die nicht der spezifischen Managementleistung zuzuschreiben sind, angemessen zu berücksichtigen. Dies schließt eine ausschließliche Orientierung der variablen Vergütung an starren Kennziffersystemen aus.
  • Zwingen Krisen zu Einschnitten bei Vergütungen der Mitarbeiter, zu Kurzarbeit oder zu Personalabbau, soll dies, wie auch die Ausgestaltung der Maßnahmen, in der variablen Vergütung des Managements angemessen berücksichtigt werden.
  • Managementvergütungssysteme müssen Anreizen zum Eingehen unverhältnismäßiger Risiken entgegenwirken.
  • Führungskräfte, die Risiken eingehen und gegebenenfalls einen Vorteil daraus ziehen, müssen umgekehrt bei Eintritt des Risikos auch Nachteile erleiden und zum Tragen dieser Nachteile in der Lage sein.
  • Entscheider müssen sich mit den externen Erwartungen auseinandersetzen und in der Lage sein, glaubwürdig Stellung nehmen.
Die Vorstandsvorsitzenden der beteiligten Institute hierzu:
Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank AG:
"Wir wollen deutlich machen, dass Werteorientierung ein selbstverständlicher Teil unseres Leistungsverständnisses ist und unser Handeln prägt. Dies muss sich auch in den Anreizsystemen widerspiegeln".

Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank AG: "Notwendig ist eine konsistente Führungskultur, in der sich Unternehmenswerte, Geschäftsstrategie und formale Anreize wechselseitig stützen".

Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG:
"Die enge Verknüpfung unternehmerischen Handelns mit gesellschaftlicher Verantwortung ist Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft und zugleich integraler Bestandteil der genossenschaftlichen Idee. Auch in der Vergütung unserer Führungskräfte ist diese Maßgabe seit jeher reflektiert. Deshalb ist es für uns als Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken nur konsequent, dass wir uns öffentlich zur ethischen Fundierung der Vergütungspraxis bekennen".

Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstands der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG:
"Banken können ihre Existenz nur durch verantwortungsbewusstes Geschäft begründen. Zuallererst muss dies aus der Haltung der Banken und Mitarbeiter selbst kommen, also in der Unternehmenskultur verankert sein. Unsere Anreizsysteme sind dabei ein wichtiger Ansatzpunkt, um nachhaltiges Wirtschaften zu fördern."

Dr. Theodor Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank:
"Die jetzt erarbeiteten Grundsätze zeigen, dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen und dass die Finanzinstitute selbst dazu beitragen, Änderungen herbeizuführen".

Das Grundsatzpapier ist im Internet auf den Websites der teilnehmenden Institute sowie des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik (www.wzge.de) oder direkt hier zum abrufbar.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
JUL
2026
IX. World Organic Forum 2026
Frieden neu denken!
74592 Schloss Kirchberg/Jagst
15
JUL
2026
Dialogkiosk / Dolce Città im Ruffini Mercato
Partizipative Werk.Stadt am Rindermarkt
80331 München
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Hinaus in die Wildnis!
Christoph Quarchs Blick auf die junge Kulturgeschichte von Naturschutz und Naturtourismus
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

BNW zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Kaum Konsequenz trotz breiter Kritik

BEINAHE - Wenn Funktionieren zum Dauerzustand wird

Gefahr für europäische Schutzstandards

Sucht und Psyche sprechen dieselbe Sprache – nur die Systeme nicht

New Certificate Makes Fossil-Free Materials Competitive

Frieden neu denken!

KPX Chemical & Chinyang Polyurethane erschließen das Geschäftsfeld des Recyclings von Polyurethan-Weichschaum

500 Milliarden Euro und eine Hitzewelle später: Deutschland muss jetzt liefern

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • TÜV SÜD Akademie
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Global Nature Fund (GNF)
  • 66 seconds for the future
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • NOW Partners Foundation
  • ZamWirken e.V.
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • WWF Deutschland
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG