Umwelt | Biodiversität, 15.10.2012
Der Ast auf dem man sitzt...
Biodiversität ist die Grundlage unternehmerischer Existenz
Jedes Unternehmen ist mehr oder weniger auf Biodiversität und Ökosystemleistungen angewiesen, um dauerhaft zu überleben und zu wachsen. Leider sind die gegenwärtigen Geschäftspraktiken eine der Hauptursachen für den gravierenden Verlust an biologischer Vielfalt. Das muss sich ändern!
1992 fiel beim ersten Erdgipfel in Rio der Startschuss für die ersten drei globalen Umweltübereinkommen. Dieses Jahr hatten wir die Gelegenheit, den 20. Jahrestag dieser "Rio-Konventionen" zu feiern und Bilanz zu ziehen: Wo stehen wir heute und was bleibt noch zu tun? Und obwohl wir einige Fortschritte im Bereich des Umweltschutzes verzeichnen konnten, liegt noch eine Menge Arbeit vor uns.
Verbraucher werden in Zukunft immer bewusster entscheiden, sich immer öfter Fragen zur Biodiversität und ihrer Erhaltung stellen und zunehmend auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zurückgreifen. Für die Unternehmen wird es somit immer wichtiger, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Biodiversität zu bemessen und zu bewerten. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Politik, strengere Vorschriften einzuführen. Das Ergebnis ist ein Markt, der immer weniger Fehltritte verzeiht. Die Unternehmen werden in zunehmendem Maße auch für ihre Lieferketten verantwortlich gemacht. Das umfasst auch die Handlungsfelder der Landwirte, Fischer und vieler anderer Produzenten, die ihrerseits direkten Einfluss auf die Biodiversität haben. Dabei ist es entscheidend zu verstehen, dass dies nicht eine Wahl zwischen Ökologie und Ökonomie bedeutet. Die Studie "Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität" (TEEB) zeigt, dass ökologisch nachhaltiges Wirtschaften keine ökonomischen Nachteile bringt. Im Gegenteil: Viele Beispiele von Firmen beweisen, dass sie ihre Geschäftsergebnisse sogar verbessern konnten. Der Schutz der Biodiversität kann für Unternehmen auch Teil des Risikomanagements sein. Denn ein Verlust an biologischer Vielfalt kann die Handlungsweisen eines Unternehmens einschränken, zu niedrigeren Gewinnspannen und schrumpfenden Marktanteilen führen, ja sogar zur Existenzbedrohung werden.
Die Unternehmen werden eine zentrale Rolle dabei spielen, ob die Länder ihre Ziele bis 2020 erreichen können. Wenn sie sich jedoch dem Wandel widersetzen und weiterhin ihren zerstörerischen Praktiken nachgehen, werden sie zu einem ernsten Hindernis für die Politik, die sich diesen Zielen verpflichtet hat. Springen die Unternehmen aber umgekehrt auf den Zug auf, wirken sie als positive Kraft für die Erhaltung der Biodiversität und helfen, die politische Agenda weiter nach vorne zu treiben.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Bleibt zu hoffen, dass wir es schaffen, gemeinsam etwas zu bewegen, bevor weitere 20 Jahre verstrichen sein werden.
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Verbraucher werden in Zukunft immer bewusster entscheiden, sich immer öfter Fragen zur Biodiversität und ihrer Erhaltung stellen und zunehmend auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zurückgreifen. Für die Unternehmen wird es somit immer wichtiger, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Biodiversität zu bemessen und zu bewerten. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Politik, strengere Vorschriften einzuführen. Das Ergebnis ist ein Markt, der immer weniger Fehltritte verzeiht. Die Unternehmen werden in zunehmendem Maße auch für ihre Lieferketten verantwortlich gemacht. Das umfasst auch die Handlungsfelder der Landwirte, Fischer und vieler anderer Produzenten, die ihrerseits direkten Einfluss auf die Biodiversität haben. Dabei ist es entscheidend zu verstehen, dass dies nicht eine Wahl zwischen Ökologie und Ökonomie bedeutet. Die Studie "Die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität" (TEEB) zeigt, dass ökologisch nachhaltiges Wirtschaften keine ökonomischen Nachteile bringt. Im Gegenteil: Viele Beispiele von Firmen beweisen, dass sie ihre Geschäftsergebnisse sogar verbessern konnten. Der Schutz der Biodiversität kann für Unternehmen auch Teil des Risikomanagements sein. Denn ein Verlust an biologischer Vielfalt kann die Handlungsweisen eines Unternehmens einschränken, zu niedrigeren Gewinnspannen und schrumpfenden Marktanteilen führen, ja sogar zur Existenzbedrohung werden.
Die Unternehmen werden eine zentrale Rolle dabei spielen, ob die Länder ihre Ziele bis 2020 erreichen können. Wenn sie sich jedoch dem Wandel widersetzen und weiterhin ihren zerstörerischen Praktiken nachgehen, werden sie zu einem ernsten Hindernis für die Politik, die sich diesen Zielen verpflichtet hat. Springen die Unternehmen aber umgekehrt auf den Zug auf, wirken sie als positive Kraft für die Erhaltung der Biodiversität und helfen, die politische Agenda weiter nach vorne zu treiben.
Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Bleibt zu hoffen, dass wir es schaffen, gemeinsam etwas zu bewegen, bevor weitere 20 Jahre verstrichen sein werden.
Im Profil
David Steuermann ist Programmkoordinator bei der Convention on Biological Diversity (CDB) und hat Biologie und Politikwissenschaften studiert. Er vermittelt den Unternehmen, dass der Schutz der Biodiversität maßgeblichen Einfluss auf ihre Zukunftsfähigkeit hat.
Frau Reiche – es reicht!
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