B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen
Halfar. Starke Taschen | Nachhaltigkeit im Fokus | Recycling-Materialien

Bibliothek mit Grips

Bundesweit erste "Smart Library" soll bis zu 35 Prozent Energie einsparen

Pilotprojekt an Universität Hildesheim gestartet: Wie von Geisterhand - Künftig wird das komplette Energiemanagement - von Beleuchtung, über Klimatisierung bis zu den Heizungen - der Universitätsbibliothek der Universität Hildesheim "intelligent" gesteuert. Ziel ist es, den Energieverbrauch technisch um bis zu 35 bis 45 Prozent zu senken. Damit kann die Universitätsbibliothek Hildesheim zu einem Modell für weitere öffentliche Gebäude werden, wie Energie in Altbauten eingespart werden kann.

Die Universitätsbibliothek Hildesheim könnte zu einem Modell für weitere öffentliche Gebäude werden.
Foto: © Stiftung Universität Hildesheim
Kern des Systems sind "Smart-Home-Technologien", die in einem Netzwerk die Gebäudetechnik effizient zusammenführen und steuern. Das intelligente Netzwerk ist in hohem Maße entwicklungsfähig.

Das zweigeschossige, alleinstehende Bibliotheksgebäude wurde in mehrere "Energie-Bereiche" unterteilt: Sensoren erfassen zum Beispiel den Lichteinfall im Raum und regeln bereichsspezifisch die Beleuchtung in den öffentlichen Arbeitsbereichen. Die Außenjalousien reagieren segmentbezogen auf Licht und Wärme. Alte Thermostate der Heizkörper wurden durch neue Regler ersetzt, die über Funksensoren gesteuert werden. Bei Sommerhitze werden die Räume nachts "durchgespült" (Luftwechsel). Über Funktechnologie sind alle Sensoren und Aktoren vernetzt und werden über eine Software intelligent gesteuert. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 70.000 Euro.

"Die Energiewende in Deutschland wird nur gelingen, wenn zwei Wege gleichzeitig mit Erfolg beschritten werden: neue, regenerative Energien und effiziente Energienutzung. Das Projekt 'Smart Library' ist ein innovativer Beitrag zur effizienten Energienutzung", unterstreicht Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich. Im Rahmen der Eröffnung am heutigen Mittwoch wurden die technischen Neuerungen erstmals vollständig in Betrieb genommen.

Die "Smart Library" der Universität Hildesheim ist ein bundesweit einmaliges Lehr- und Forschungsprojekt. "Am Anfang stand die Frage, wie wir die Kosten und den Energieverbrauch in einem öffentlichen Gebäude, das täglich von 7:00 bis 21:00 Uhr genutzt wird, senken können", berichtet Dr. Ewald Brahms, Direktor der Universitätsbibliothek Hildesheim.
Die Universität rechnet mit hohen Energieeinsparungen und einer Kostensenkung von bis zu 35 Prozent (Einsparung von Strom: bis zu 45 Prozent, Senkung der Heizungskosten: bis zu 30 Prozent). "Wir messen in den nächsten Monaten die Energieverbrauchsdaten und analysieren sie", erklären Prof. Dr. Helmut Lessing vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und Student Andre Vespermann. "Wenn die Erwartungen erfüllt werden, könnte unsere Universitätsbibliothek zu einem Modell für weitere öffentliche Gebäude werden."

Die Universitätsbibliothek Hildesheim ist Lern- und Arbeitsort für 6.000 Studierende und rund 400 Lehrende. 1990 wurde das freistehende, zweigeschossige Gebäude in Betrieb genommen. Vor der Modernisierung zur "Smart Library" war die Gebäudetechnik veraltet; nur eine großräumige manuelle Beleuchtung, Beheizung und Belüftung möglich.
Studierende der Bachelor- und Master-Studiengänge "Umweltsicherung" und "Umweltwissenschaft und Naturschutz", Wissenschaftler und Mitarbeiter aus dem Baudezernat der Universität haben seit Anfang 2011 gemeinsam mit den Firmen Ben Said Elektrotechnik und INGA Ingenieurgesellschaft für Gebäudeautomation die technologische Umrüstung entwickelt und im laufenden Betrieb implementiert.

"Von der technischen Umrüstung zur Smart Library habe ich gar nichts mitbekommen, das lief leise ab und die Bib musste nicht geschlossen werden", berichtet Lehramtsstudentin Lisa Weinhöfer, die sich regelmäßig in der Bibliothek auf Prüfungen vorbereitet. "Ich finde es wichtig, dass man nicht nur zu Hause ans Energiesparen denkt, wenn man selbst auch die Kosten bezahlen muss. In öffentlichen Gebäuden gibt es viel Energiesparpotenzial."

Die manuelle Nachsteuerung der Geräte ist auch künftig möglich. Die Universität Hildesheim appelliert weiter zu energiesparendem Nutzerverhalten - gerade in öffentlichen Gebäuden.

Quelle: Dr. Ewald Brahms
Technik | Energie, 27.06.2012
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
OKT
2020
CSR-Tag 2020
Grünes Licht für die Wirtschaft – Zukunftsfähig mit Klimaschutz
online
03
DEZ
2020
13. Deutscher Nachhaltigkeitstag
Die Krise als Chance zum ökologischen und sozialen Umbau
40474 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

30 Jahre Harry Potter
Christoph Quarch erklärt, was es über unsere Gesellschaft aussagt, dass eine Phantasiegeschichte von Magie und Freundschaft so erfolgreich ist.

Jetzt auf forum:

Trendstudie Neo-Ökologie

Andreas Braun: Nachhaltig investieren – simplified

Peter Carstens: Das Klimaparadox

Dana Thomas: Unfair Fashion

In den Kommunen entscheidet sich die Zukunft…

Mülheim soll „Cradle to Cradle“-Zukunftsstadt werden

Höchste Qualität gehört zum PRIMAVERA Markenkern: Förderprojekt für beste Rohstoffe

Ab 2021 klimaneutral: 1. FC Köln erhält als erster Proficlub das Zertifikat „Nachhaltiger Wirtschaften“

  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TourCert gGmbH