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OCEAN2012-Verbände: Schluss mit Steuergeldern für Überfischung

EU-Rat der Fischereiminister tagt zu nachhaltigen Fanggrenzen und Fischereisubventionen

OCEAN2012-Bericht zeigt, wie Subventionen die Überfischung befeuern

Berlin - Im Vorfeld des EU-Rates der Fischereiminister am 14. Mai fordern die deutschen Mitglieder der Allianz OCEAN2012 Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) und ihren Staatssekretär Robert Kloos auf, nicht länger Steuergelder in Milliardenhöhe für die Subventionierung der Überfischung auszugeben. "Es steht in der Macht der Bundesregierung, dem Brüsseler Subventionswahnsinn ein Ende zu bereiten. Aigner und Kloos müssen sich dafür einsetzen, dass Fischereisubventionen nur an Mitgliedsstaaten vergeben werden, die ihre Fangkapazitäten auf ein nachhaltiges Niveau reduziert haben", sagt Nina Wolff, Meeresschutz-Expertin bei der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) und Koordinatorin von OCEAN2012 in Deutschland. Andernfalls werde die Rechnung für die Überfischung weiterhin dem Steuerzahler aufgetischt.

Bündnis OCEAN2012 fordert, dass die Bundesregierung Fischereisubventionen an überprüfbare Bedingungen knüpft
Foto: © Gabriele Planthaber/ pixelio.de
OCEAN2012 ist ein Zusammenschluss von über 160 Organisationen, die Überfischung und destruktive Fischfangmethoden beenden und eine angemessene und gerechte Nutzung gesunder Fischbestände durchsetzen wollen.

Anlässlich der Ratssitzung am kommenden Montag beraten die EU-Landwirtschafts- bzw. Fischereiminister im Zusammenhang mit der Gemeinsamen Fischereipolitik, wofür Fischereisubventionen in Zukunft verwendet werden sollen und wie beim Management der europäischen Fischbestände nachhaltige Fanggrenzen erreicht werden können. Ein heute von OCEAN2012 veröffentlichter Bericht klärt darüber auf, wie mit Steuergeldern unwirtschaftliche Teile des europäischen Fischereisektors am Leben erhalten werden. Die Folge sind Überkapazitäten bei den Fischereiflotten und Überfischung.

In EU-Gewässern sind 63 Prozent der Bestände im Atlantik und vier der sechs Bestände in der Ostsee, für die wissenschaftliche Daten vorliegen, eindeutig überfischt. Die Überfischung resultiert in erster Linie aus kurzsichtigen politischen Fehlentscheidungen über zu hoch angesetzte Fanggrenzen. Subventionen treiben die Überfischung zusätzlich voran, weil sie die Kosten für den Fischfang reduzieren und die Fangkapazitäten der Flotten erhöhen. Berechnungen der Weltbank zufolge gehen der Weltwirtschaft aufgrund der Überfischung jährlich 35 Milliarden Euro verloren.

"Die Subventionierung der Überfischung ist die Förderung eines ökologischen und wirtschaftlichen Versagens durch Steuergelder. Gesunde Bestände könnten zu mehr Fischerei und mehr Beschäftigung führen", erklärt OCEAN2012-Sprecher Markus Knigge. "Fischereisubventionen dürfen nicht länger Teil des Problems sein, sondern müssen endlich den Übergang zu einer verantwortlichen Fischerei in Europa fördern."

Den OCEAN2012-Bericht "Subventionierte Fischerei: Wie oft zahlen wir für unseren Fisch?" finden Sie im Internet unter http://www.duh.de/pressemitteilung.html?&tx_ttnews[tt_news]=2848

Über die Kampagne OCEAN2012
OCEAN2012 wurde von der Pew Environment Group gegründet und wird von ihr koordiniert. Die Pew Environment Group ist die Naturschutzabteilung des Pew Charitable Trusts, einer Nichtregierungsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Überfischung der Ozeane zu beenden. Zum Lenkungsausschuss von OCEAN2012 gehören: Coalition for Fair Fisheries Arrangements, Ecologistas en Acción, The Fisheries Secretariat, nef (new economics foundation), die Pew Environment Group und Seas At Risk.
In Deutschland sind folgende Organisationen Mitglied von OCEAN2012: DEEPWAVE e. V., Deutsche Umwelthilfe e. V., EuroNatur, Evangelischer Entwicklungsdienst e.V., Fair Oceans, Forum Ökologische und Soziale Marktwirtschaft e. V., Gesellschaft zur Rettung der Delphine e. V., Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e. V., M.E.E.R. e. V., NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.), Pro Wildlife e. V., Reef Check e. V. und Slowfood Deutschland e. V.

Mehr Informationen zur Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik finden Sie im Internet unter www.ocean2012.eu




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Quelle: OCEAN2012, Dr. Nina Wolff
Gesellschaft | Politik, 14.05.2012
     
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