82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Oase statt Leerstand

Wie Jugendliche ihre Stadt erobern und mitgestalten

Junge Menschen nutzen und gestalten tagtäglich intensiv die Stadt und den öffentlichen Raum. Städte und Kommunen tun sich jedoch in der Regel schwer, ihre Nutzungs- und Raumansprüche zu berücksichtigen.

Eroberung der Brache: Wir gestalten Leipzigs Leerstand.
Foto: © Sven Riemer
Um herauszufinden, wie Jugendliche aktiv an Prozessen der Stadtentwicklung mitwirken können, entwickelte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung das Forschungsfeld "Jugendliche im Stadtquartier". Im Vordergrund steht die Suche nach innovativen Lösungen und Ansätzen, wie Jugendliche Kompetenzen bilden und aktiv an der Gestaltung ihres Stadtteils mitwirken können.

Vor allem Nischen und Resträume, wie Brachflächen und Leerstände bieten Potenziale, um von Jugendlichen temporär umgestaltet zu werden. Beim Modellvorhaben "Eichbaum Countdown" in Mülheim a.d.Ruhr verwandelte sich ein Bahnsteig vorübergehend in eine temporäre Bühne für Tanzaufführungen, Rapbattles und Boxmeisterschaften. Im Projekt "Stadtoasen" des Quartiersmanagements Altstadt-Ost in Rosenheim dagegen wurden öffentliche Plätze zu einer Strandbar, Clublounges und zu einem Freilichtkino. Jugendliche entwickelten Restflächen unter Straßenbrücken mithilfe von selbstentworfenem Mobiliar zu neuen Treffpunkten. "Jugend baut Zukunft" hieß ein Projekt, das die Dessauer Innenstadt für zwei Wochen in ein Experimentierfeld verwandelte. An verschiedenen Orten entstanden Installationen und Bauten, die die Potenziale der Stadt zeigten und in den Masterplan "Innenstadt" einfließen sollen. Jugendliche verwandelten Gehwege in Tischtennisplätze, öffentliche Treppenabgänge in Theaterräume und erbauten sich am Muldeufer eine Beachbar mit Swimmingpool.

Unter dem Motto "Jugend belebt Leerstand" wird seit Juli 2011 in neuen Modellvorhaben untersucht, wie Jugendliche in Eigenregie leerstehende Gebäude umnutzen können. Es zeigt sich dabei, dass der Erfolg der Projekte von der Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen (als Entwickler und zukünftige Nutzer), den Immobilieneigentümern (als Bereitsteller von Gebäuden) und der Stadtverwaltung (als Verantwortliche für die Quartiersentwicklung und für Genehmigungen) abhängt. Damit dies erfolgreich gelingen kann, entwickeln die Forscher innovative Strategien.

Über aktuelle Ergebnisse wird auf www.jugendliche.stadtquartiere.de berichtet.
 
 
 
Von Stephanie Haury
Im Profil
Stephanie Haury
ist Stadtplanerin und seit 2009 als Projektleiterin der Forschungsfelder "Jugendliche im Stadtquartier" und "Jugend belebt Leerstand" im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn tätig.


Lesetipps:
"Jugend macht Stadt", Sonderpublikation des BMVBS
Kostenloser Bezug: stadtquartiere@bbr.bund.de, Stichwort "Jugend macht Stadt"
und "Freiräume für Kinder und Jugendliche", Werkstatt Praxis Heft 70

Beide zum Download unter: www.bbsr.bund.de

Quelle:

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2011 - Stadt der Zukunft erschienen.



     
        
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