66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Für eine gerechte Ressourcenpolitik

Ressourcen nachhaltig zu nutzen und global fair zu teilen, ist neben dem Klimawandel und der globalen Armut eine der größten Herausforderungen im 21. Jahrhundert.

Noch vor wenigen Jahren galt Ressourcenpolitik als Thema, das es nur gelegentlich - etwa während der deutschen G8 Präsidentschaft 2007 - auf die politische Agenda und in die Weltöffentlichkeit geschafft hat. Doch seit mindestens zwei Jahren ist hier eine deutliche Trendumkehr erkennbar.

In der Ressourcenpolitik sollte (Geschlechter-)Gerechtigkeit ebenso wie Nachhaltigkeit und Kohärenz im Vordergrund stehen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für menschliche Entwicklung, Demokratie und Frieden in der Welt.
Foto: © Carlo Schrodt, pixelio.de

Warum steht die Rohstoffpolitik nun auf der Top-Agenda?
Einer der wichtigen Gründe ist die gestiegene Nachfrage aus Schwellenländern, ohne dass die Nachfrage aus den Industrieländern jemals nachgelassen hätte. Darüber hinaus ist eine massive Zunahme der Nachfrage nach strategischen Mineralstoffen zu verzeichnen, da Bereiche wie Telekommunikation, Klimaschutz oder Militär aus Industrie- und Schwellenländern auf Zukunftstechnologien angewiesen sind. Das Wachstum der großen Schwellenländer - die über einen nicht unerheblichen Anteil an Rohstoffen verfügen - stellt die etablierte internationale Arbeitsteilung in Frage und bedroht die Vormachtstellung der alten Industriemächte. Gleichzeitig ist deutlicher denn je, dass die Zeit des billigen Erdöls vorbei ist. Ebenso wie die Nachfrage anderer fossiler und energetischer Rohstoffe, allen voran Kohle und Uran, bald nicht mehr bedient werden kann und die Investitionen immer risikoreichere, teurere und schädlichere Ausmaße annehmen.

Aggressive Rohstoffsicherung oder Investitionen in Ressourceneffizienz - das Senken des Ressourcenverbrauchs bis hin zum Verzicht - können als Alternativen genannt werden. Die rohstoffreichen Entwicklungsländer müssen sich der Frage stellen, ob sie ihren Rohstoffreichtum für die menschliche Entwicklung nutzen oder mit diesem Ausbeutung, Korruption, Staatszerfall, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verschärfen.
Nachhaltige, (geschlechter-)gerechte und kohärente Ressourcenpolitik ist eine wichtige Voraussetzung für die globale Transformation des gängigen Wirtschafts- und Konsummodells, für menschliche Entwicklung, für Demokratie und Frieden in der Welt.

Ganzheitliche Regulierungsansätze sind Mangelware
Eine solche Ressourcenpolitik zählt zu den Schwerpunkten der Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung. Politische, globale und nationale Regulierungs- und Steuerungsansätze sind Mangelware. Die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union haben ihre Rohstoffstrategien beschlossen oder zumindest in die Wege geleitet. Dabei steht die Sicherung von Rohstoffimporten, vor allem im nicht-energetischen Bereich, im Vordergrund. Die menschliche Entwicklung in den rohstoffreichen Ländern ist Nebenschauplatz, Lippenbekenntnis und allenfalls punktuell im Fokus.
Als Heinrich-Böll-Stiftung treten wir für eine verantwortungsvolle, ökologisch gerechte und demokratisch orientierte Ressourcenpolitik ein. Der Run auf die Rohstoffe sowie die wirtschaftspolitische und geostrategische Rolle des Bergbausektors hat uns und unsere Partner vor Ort längst erreicht. Vielfältige Initiativen und Projekte wurden angestoßen. Unseren sektor- und disziplinübergreifenden Ansatz verbinden wir dabei mit einem Blickwinkel, der die Ressourcenkrise in die Multiplen Krisen einordnet. Wir suchen nach nachhaltigen und gerechten ressourcenpolitischen Lösungen im Kontext von Klima-, Energie-, Handel-, Agrar-, Wirtschafts-, Demokratisierungs-, Entwicklungs- und Außenpolitik, um so die größtmögliche Kohärenz zu erreichen. Der Gipfel "Rio+20" bietet dafür für die nächsten zwei Jahre einen besonderen politischen Anlass.
 
Von Lili Fuhr, Heinrich-Böll-Stiftung

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Gute Politik bedient nicht Partikularinteressen
Christoph Quarchs Überlegungen zum Wahlsonntag
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Intelligenz und Resilienz statt Abhängigkeit

Die Chance der Krise

Sondervermögen: Das 11 Milliarden-Potenzial des Klima- und Transformationsfonds (KTF)

Klimaziele 2030 und 2040 werden deutlich verfehlt

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

Auftakt mit Strahlkraft - Let's talk about Cotton

3-phasiges Solar- und Speichersystem der nächsten Generation mit integrierter Ersatzstromfunktion

Einfach mal machen

  • ZamWirken e.V.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • WWF Deutschland