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Risikoradar

Konfliktpotenzial von Rohstoffen berücksichtigen

Hightech-Produkte bestimmen vielfach unser Leben. Die hierfür notwendigen Rohstoffe sind jedoch nicht selbstverständlich und zu den gewünschten Bedingungen verfügbar. Vielmehr ist die Versorgung mit einer Reihe von Risiken verbunden, die nicht zuletzt auch die Erreichung ambitionierter Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele beeinflussen können.

Ein Radar der anderen Art: Um das Konfliktpotenzial von Rohstoffen zu berücksichtigen, sollte ein "Risikoradar" für bestimmte Industriesektoren und/oder spezifische Technologien eingerichtet werden.
Foto: © aboutpixel.de / Starenkasten oder Überwachungskamera © Rainer Sturm
adelphi und das Wuppertal Institut haben nun Risiken und Konfliktpotenziale im Zusammenhang mit wichtigen Rohstoffen umfassend aufgearbeitet. Angesichts hochgradig vernetzter Ressourcenströme sowie sich verändernder politischer, wirtschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen in Produzenten-, Transit- und Verbraucherländern reicht es nicht aus, wenn die Politik bei der Gewährleistung der Versorgungssicherheit lediglich einen nationalen Fokus einnimmt. Politische Stabilität in den Produktionsländern sind hierfür ebenso bedeutend wie die Berücksichtigung von Sozial- und Umweltstandards beim Abbau von Rohstoffen.

Fehlende übergreifende Ansätze

Bestehende nationale und internationale Ansätze der Risikominderung sind bislang nur bedingt geeignet, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Defizite bestehen vor allem mit Blick auf kohärente Maßnahmen, die Krisenprävention und Rohstoffversorgung miteinander verbinden. "Die existierenden Instrumente zielen hauptsächlich darauf ab, die Versorgungs- und Konfliktlagen für Verbraucher zu verbessern. Sie blenden dabei aber aus, dass Unsicherheiten und Krisen in Produzenten- und Transportländern ebenfalls negative Auswirkungen für die eigene Versorgungslage haben können", konstatiert Dr. Moira Feil, Senior Projektmanagerin bei adelphi.

Wie die Untersuchungen zeigen, müssen Entscheidungsträger auch unbeabsichtigte Folgen ihres Handelns mit einkalkulieren. So sollten bei der Umsetzung des Energiekonzeptes und der Umstellung auf erneuerbare Energien auch damit verbundene Folgen für den Rohstoffbedarf und potenzielle Konfliktlagen berücksichtigt werden. Dies zeigt nicht zuletzt die Debatte um Seltene Erden, die nicht nur in vielen Hightech-Produkten des täglichen Lebens stecken, sondern auch wichtige Bestandteile von Umwelttechnologien wie Katalysatoren, Windkraftwerken, Energiesparlampen und Elektromotoren sind. Mögliche Rohstoffengpässe beim Ausbau innovativer grüner Technologien werden in der öffentlichen Debatte bislang kaum thematisiert - obwohl eine unzureichende Planungssicherheit zu erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden führen kann.

Folgenabschätzung verbessern

Um solchen Entwicklungen entgegenzusteuern, könnte ein "Risikoradar" für bestimmte Industriesektoren und/oder spezifische Technologien eingerichtet werden. Daten zur Rohstoffverfügbarkeit sollten hierfür mit Angaben zum soziopolitischen Umfeld und potenziellen Konfliktherden ergänzt werden, die im Rahmen der Förderung und des Handels von Rohstoffen auftreten können. Instrumente zur integrierten Risikoerkennung sind weiter zu fördern und das Spektrum der Rohstoffaußenpolitik insgesamt um risikominimierende Maßnahmen für Produzenten- und Transitländer zu erweitern.

Hintergrund

Die Berichte sind das Ergebnis des zweijährigen Forschungsprojekts "Rohstoffkonflikte nachhaltig vermeiden: Identifizierung und Verminderung von internationalen Konflikt-Risiken bei Zugang und Nutzung von Rohstoffen" (ROHKON), das adelphi und das Wuppertal Institut gemeinsam im Auftrag des Umweltbundesamtes bearbeitet haben.

Aufgeteilt in insgesamt acht Forschungsberichte wurden verschiedene Fallstudien und Szenarien bis zum Jahr 2030 entwickelt. Konkret geht es dabei um Lithium in Bolivien, Seltene Erden in China, Kupfer und Kobalt in der Demokratischen Republik Kongo sowie das Nabucco-Gaspipeline-Projekt.

Die Studien können hier kostenfrei heruntergeladen werden.





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Quelle:
Umwelt | Klima, 28.04.2011
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2011 - Ressourcen erschienen.
     
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