Eco2

Ökologische Industrie- und Gewerbearchitektur, die sich rechnet

"Günstig" und "schnell" - dies sind für viele Bauherren im Industrie- und Gewerbebau die wichtigsten Prämissen bei einer Investition. Die Begriffe "umweltfreundlich" und "architektonisch herausragend" werden von den Investoren oft nicht angesprochen, denn "das kann sich doch keiner leisten". Oder vielleicht doch? forum war für Sie in dieser Frage unterwegs und ist auf ein spannendes und innovatives Bausystem für Gewerbebauten gestoßen.

Das Logistikzentrum der Eine Welt Handel AG in Niklasdorf/Steiermark ist das erste Gebäude von eco2building. Durch dieses neuartige Konzept ist es möglich, ökologische und ökonomische Ziele zu verwirklichen.
Foto: © Walter Ebenhofer
Über genau diesen vermeintlichen Gegensatz - Wirtschaftlichkeit versus individuelle und nachhaltig orientierte Architektur - hat sich das Architekturbüro Poppe*Prehal aus Steyr/Oberösterreich Gedanken gemacht und auf Grundlage seiner bisherigen Erfahrungen ein neues Gewerbebau-System entwickelt. Das Modularkonzept eco2building wurde zusammen mit einem internationalen Projektteam im Rahmen eines EU-geförderten Projektes initiiert und entwickelt. Die fünf Projektpartner aus den Bereichen Architektur, Energieeffizienz, Haustechnik und Holzbau kreierten während ihres fünfjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojektes das erste modulare Holzbausystem in Passivhaus-Qualität für Industrie- und Gewerbebauten. "Mit dem eco2building System können Unternehmen kostensicher, rasch, mit technisch ausgezeichneter Qualität und hohem architektonischen Anspruch bauen. Ein maßgeschneidertes Energie- und Haustechnikkonzept sorgt für optimale Arbeitsplatzbedingungen und hohe Energieeffizienz", erklärt Architekt Dr. Helmut Poppe.

Nicht nur energetisch, sondern auch optisch überragend: Der Verkaufsraum im neuen Logistikzentrum der Eine Welt AG.
Foto: © Lukas Schaller
Individuell und schnell
Das eco2building benötigt nur zehn Prozent der Heiz- und Kühlenergie eines vergleichbaren Gebäudes und bietet höheren Komfort. Sowohl die Planungszeit, als auch die Realisierungsphase gegenüber der konventionellen Bauzeit sollen durch eine eigens entwickelte Planungssoftware und den hohen Vorfertigungsgrad deutlich reduziert werden. Die Prämissen der "Schnelligkeit" und "Wirtschaftlichkeit" werden somit umfassend erfüllt. Um die individuellen Bedürfnisse des Bauherrn - z. B. hinsichtlich Nutzung und Corporate Architecture - optimal in das Gesamtkonzept zu integrieren, bieten die Projektpartner einen Beratungsworkshop für Interessenten. In diesem wird ein umfassendes Raum-, Energieeffizienz- und Haustechnikkonzept für das neue Industrie- und Gewerbegebäude erstellt. Bereits sechs Wochen danach erhält der Interessent sein Fixpreisangebot. Anschließend folgt die Umsetzung, die durch die zertifizierten und vorgefertigten eco2building-Systembauteile besonders schnell vor sich geht.


Folgende Unternehmen sind als Projektpartner an eco2building beteiligt:
  • Architekturbüro Poppe*Prehal: Generalplanung

  • ebök Institut für angewandte Effizienzforschung :Energieeffizienzkonzept

  • STIWA Group - AMS Engineering GmbH: Haustechnik

  • WIEHAG GmbH: Holzbau

  • HABAU GmbH: Projektleitung

Für weitere Informationen wenden Sie sich an Fr. Doris Knoedl:
doris.knoedl@eco2building.com
Nummer Eins
Das erste Referenzprojekt, das Verwaltungs- und Logistikgebäude der Eine Welt Handel AG in Niklasdorf/Steiermark, wurde 2009 fertig gestellt und hat sich seitdem sichtlich bewährt. Nach zwei Kühl- und Heizperioden hat sich gezeigt, dass sämtliche vorab kalkulierten Energieeffizienzkennwerte eingehalten wurden. "Heiztechnisch ist das Konzept voll aufgegangen. Durch eco2building konnten wir unsere Firmenphilosophie auch in unserem Logistikzentrum umsetzen. Dieses System steht für einen Bewusstseinswandel der Gesellschaft und der Unternehmen. Wir sind auf dem richtigen Weg und dieser Weg sollte auch in Zukunft beschritten werden", so Uwe Raith von der Eine Welt Handel AG. Mehrfache Auszeichnungen beweisen, dass dieses Konzept aufgeht. Es wurde zum einen für den Österreichischen Staatspreis für Architektur und Nachhaltigkeit 2010 nominiert und erhielt zum anderen vor kurzem die "klima:aktiv"-Plakette. Als erstes Gebäude überhaupt erreichte es im "klima:aktiv"-Zertifizierungsprozess 1.000 von 1.000 möglichen Punkten.
 
 
Von Kirstin Abitz

Quelle:



     
        
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