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Die Zeichen stehen auf "grün"

Zukunftsvision für einen nachhaltigen Verkehr in Deutschland

Die Städte sind grün, lebenswert, fußgänger- und radfahrerfreundlich, Car-Sharing-Parkplätze und Radstationen gibt es an allen größeren Haltepunkten. Insgesamt hat ein Trend zu einem urbaneren Lebensstil in gut an den öffentlichen Verkehr angebundenen Stadträumen stattgefunden und die alltäglichen Bedürfnisse können mit weniger Verkehrsleistung realisiert werden. 2050 könnte so ein nachhaltiges Verkehrssystem aussehen.

Freie Fahrt für "grünen" Verkehr: "Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland"
Foto: © knipseline / Pixelio.de
Das ist das Ergebnis des Szenarioprozesses des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI für eine "Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland" (VIVER).

Während das heutige Verkehrssystem durch Lärm, Klimagase, Luftverschmutzung, Unfälle und die Zerschneidung der Städte geprägt ist, entwickelt das Fraunhofer ISI eine Vision für ein nachhaltiges Verkehrssystem. Dafür sind zum einen technologischer Wandel, aber auch veränderte Werte wie eine hohe Bedeutung von Klimaschutz und Lebensqualität zusammen mit ressourcenschonenden Lebensstilen notwendig. Demnach würden in einem nachhaltigen Verkehrssystem der Personen- und Güterverkehr bis 2050 nicht weiter wachsen. Vielmehr würde sich das Güterverkehrsaufkommen in den kommenden Dekaden stabilisieren, während der Personenverkehr sogar deutlich zurückgeht. Dieser Trendbruch von stetig wachsender Verkehrsnachfrage hin zu Stagnation und Rückgang lässt sich neben dem demographischen Wandel vor allem auf Verhaltens- und strukturelle Veränderungen im Produktions- und Globalisierungsprozess zurückführen. Der heute ansatzweise sichtbare Wertewandel vom Statussymbol Pkw hin zu einer flexibleren und rationalen Mobilität, die Bedeutung des Klimaschutzes, aber auch die aufkommende Knappheit an fossilen Energieträgern sind wichtige Faktoren für ein fortschreitendes Umdenken in der Zukunft.

Unterstützt wird ein solcher Trendbruch zudem von einem technologischen Wandel, welcher sich in der Entwicklung neuer, effizienter Antriebstechnologien und im Leichtbau ausdrückt. Dies ermöglicht neue Fahrzeugkonzepte - sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Zum anderen spielt die intelligente Gestaltung multimodaler und vernetzter Mobilitätskonzepte eine wichtige Rolle für die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems. "Wir haben eine Vision entwickelt, die aus unserer Sicht ein realisierbares, umfassendes, anschauliches und positives Bild der notwendigen und möglichen Veränderungen unserer Verkehrssysteme hin zur vielfach geforderten Nachhaltigkeit im Verkehr beschreibt", fasst Dr. Wolfgang Schade, Projektleiter am Fraunhofer ISI die Ergebnisse zusammen.

In dem Bild, das das Fraunhofer ISI für ein nachhaltiges Verkehrssystem im Jahr 2050 zeichnet, ist in urbanen Regionen eine multimodale Mobilität, also eine flexible Kombination und Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel, Standard. Eine wachsende Zahl von Autofahrern würde das Auto pragmatisch und rationell nutzen. Als Alternative zum privaten Pkw könnten umfangreiche Mobilitätspakete überall verbreitet sein und die ansonsten gestiegenen Mobilitätskosten erheblich senken. Rückgrat der vernetzten Mobilität wäre der barrierefreie Zugang zu allen Verkehrsmitteln im Personenverkehr durch einfache und standardisierte Informations- und Buchungssysteme. Bausteine der neuen Multi-Modalität wären moderner öffentlicher Verkehr, Car-Sharing, Mietwagen, Bike-Sharing, Mitfahrdienste inklusive Mobilitätsgarantien, Lieferdienste und Taxi. Die Abrechnung würde im Pre-paid-Verfahren oder per monatlicher Rechnung über alle verwendeten Verkehrsdienstleistungen erfolgen. Sharing-Pkw und -räder, die überall in den Städten geparkt wären, würden spontan ohne Vorbuchung und ohne feste Rückgabezeit genutzt und an Parkplätzen überall in den Städten wieder abgestellt. Erschwingliche Elektro-Räder steigern die Popularität des Fahrradfahrens auch in bergigen Regionen. Ebenso werden Kurzstrecken wieder öfter zu Fuß zurückgelegt, da attraktive Fußwege und vielfach grüne, verkehrsberuhigte Flächen zum Ausruhen und Verweilen geschaffen worden sind.

Intelligente, intermodale Routenplaner in den Smartphones der neuesten Generation würden sekundenschnell die schnellsten, kostengünstigsten und umweltschonendsten Alternativen ermitteln und den Bürger zu den verschiedenen Verkehrsmitteln lotsen. Der nächste Car-Sharing-Pkw, das nächste Leih-Fahrrad sowie die Anschlussverbindung mit Tram, Metro oder S-Bahn würden angezeigt und könnten einfach gebucht, genutzt und bezahlt werden.

Die Vision zeigt, dass ein nachhaltiges Verkehrssystem nur durch gleichzeitige und konsistente Veränderungen in vielen Bereichen, die miteinander in Wechselwirkung stehen, erreicht werden kann. "Insbesondere in urbanen Räumen sind große Veränderungen der Mobilität wichtig und möglich, die bei geschickter Steuerung zu deutlich spürbaren Verbesserungen der Lebensqualität führen werden", so Dr. Wolfgang Schade. Mit Hilfe des VIVER-Szenarios werden Einflussfaktoren und mögliche Veränderungsprozesse aufgezeigt.

Quelle: Dr. Kathrin Schwabe
Technik | Mobilität & Transport, 28.03.2011
     
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