Umwelt | Klima, 14.03.2011
Projekt "KlimaAlltag" beginnt
Sozial gerechte Strategien für die Null-Emissions-Stadt
Im neuen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt "KlimaAlltag" werden klimafreundliche Lebensstile in unterschiedlichen sozialen Schichten untersucht. Im Mittelpunkt stehen ein Feldversuch in Nordrhein-Westfalen und Befragungen in Frankfurt am Main und München. Dabei geht es vor allem um die CO2-Treiber Mobilität, Ernährung sowie Wohnen und Energie im Haushalt. Das transdisziplinäre Projekt läuft bis Oktober 2013 und wird vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) geleitet.
Noch ist die Null-Emissions-Stadt eine Utopie und nur wenige leben einen CO2-armen Lebensstil. Das transdisziplinäre Forscherteam in KlimaAlltag untersucht, wie Alltagsroutinen in unterschiedlichen sozialen Schichten geändert und klimafreundliche Lebensweisen unterstützt werden können. "Denn ob Menschen sich für einen CO2-armen Lebensstil begeistern oder ihn ablehnen, hängt auch von ihrer sozialen und finanziellen Situation ab", sagt Projektleiter Dr. Immanuel Stieß vom ISOE. "Bislang sehen viele Menschen einfach nicht die Möglichkeit, klimafreundliche Lebensstile auch in ihrer Alltagsrealität umzusetzen", so Stieß. Kooperationspartner im Projekt sind neben dem ISOE die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Karl-Franzens-Universität Graz.
Feldversuch mit Klimahaushalten
Im Frühsommer 2011 startet der Feldversuch unter Leitung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Darin verpflichten sich "Klimahaushalte" aus unterschiedlichen Milieus und Schichten freiwillig, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie werden über einen Zeitraum von einem halben Jahr gezielt dazu beraten und bei der Umsetzung der Empfehlungen wissenschaftlich begleitet. Dabei geht es um die Bereiche Wohnen und Energienutzung im Haushalt, Ernährung und Mobilität. "Hier entsteht der größte Teil der direkten und indirekten Klimagasemissionen in privaten Haushalten", sagt Stieß, "und die wollen wir in allen Schichten langfristig reduzieren". Die Forscher des ISOE erstellen das Konzept für die versuchsbegleitenden empirischen Studien, führen sie durch und werten sie aus. Dafür befragen sie die Klimahaushalte während des Versuchs unter anderem nach ihren positiven Erfahrungen und Hemmnissen bei der Veränderung ihrer Alltagsroutinen.
Potenziale und soziale Wirkung klimapolitischer Instrumente
Am Beispiel der Städte Frankfurt am Main und München untersuchen die Wissenschaftler, mit welchen Programmen und Instrumenten die Kommunen klimaneutrale Lebensstile sozial gerecht unterstützen können. Dafür befragt im kommenden Jahr das ISOE die Einwohner repräsentativ. Die Befragungen drehen sich darum, wie hoch die Bereitschaft in der Bevölkerung ist, Alltagspraktiken zu verändern, und ob die kommunalen klimapolitischen Instrumente und Maßnahmen angenommen werden. Außerdem analysiert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die bestehenden klimapolitischen Instrumente. Dabei wird untersucht, wie effizient und effektiv diese Instrumente sind und welches Potenzial sie haben, um CO2-arme Lebensstile in unterschiedlichen sozialen Gruppen zu fördern. Ein Forscherteam der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Soziologie, ermittelt zudem die sozioökonomischen und sozialstrukturellen Verteilungseffekte der Instrumente. Das heißt, sie erforschen, wie sich Klimaschutzmaßnahmen auf Haushalte mit geringem Einkommen auswirken und was getan werden muss, damit sich die soziale Ungleichheit nicht verschärft. Das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main und das Planungsdezernat der Landeshauptstadt München sind Praxispartner im Projekt.
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Sparen beim Energiesparen: Die Entscheidung für oder gegen einen CO2-armen Lebensstil hängt auch von der sozialen und finanziellen Situation eines Haushalts ab. |
Feldversuch mit Klimahaushalten
Im Frühsommer 2011 startet der Feldversuch unter Leitung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Darin verpflichten sich "Klimahaushalte" aus unterschiedlichen Milieus und Schichten freiwillig, ihre CO2-Emissionen zu verringern. Sie werden über einen Zeitraum von einem halben Jahr gezielt dazu beraten und bei der Umsetzung der Empfehlungen wissenschaftlich begleitet. Dabei geht es um die Bereiche Wohnen und Energienutzung im Haushalt, Ernährung und Mobilität. "Hier entsteht der größte Teil der direkten und indirekten Klimagasemissionen in privaten Haushalten", sagt Stieß, "und die wollen wir in allen Schichten langfristig reduzieren". Die Forscher des ISOE erstellen das Konzept für die versuchsbegleitenden empirischen Studien, führen sie durch und werten sie aus. Dafür befragen sie die Klimahaushalte während des Versuchs unter anderem nach ihren positiven Erfahrungen und Hemmnissen bei der Veränderung ihrer Alltagsroutinen.
Potenziale und soziale Wirkung klimapolitischer Instrumente
Am Beispiel der Städte Frankfurt am Main und München untersuchen die Wissenschaftler, mit welchen Programmen und Instrumenten die Kommunen klimaneutrale Lebensstile sozial gerecht unterstützen können. Dafür befragt im kommenden Jahr das ISOE die Einwohner repräsentativ. Die Befragungen drehen sich darum, wie hoch die Bereitschaft in der Bevölkerung ist, Alltagspraktiken zu verändern, und ob die kommunalen klimapolitischen Instrumente und Maßnahmen angenommen werden. Außerdem analysiert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die bestehenden klimapolitischen Instrumente. Dabei wird untersucht, wie effizient und effektiv diese Instrumente sind und welches Potenzial sie haben, um CO2-arme Lebensstile in unterschiedlichen sozialen Gruppen zu fördern. Ein Forscherteam der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Soziologie, ermittelt zudem die sozioökonomischen und sozialstrukturellen Verteilungseffekte der Instrumente. Das heißt, sie erforschen, wie sich Klimaschutzmaßnahmen auf Haushalte mit geringem Einkommen auswirken und was getan werden muss, damit sich die soziale Ungleichheit nicht verschärft. Das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main und das Planungsdezernat der Landeshauptstadt München sind Praxispartner im Projekt.
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