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ZSW

Brennstoffzellen in der Pole-Position für lange Strecken

Mit welcher klimafreundlichen Antriebstechnik Autos in den nächsten Jahrzehnten fahren werden, daran tüfteln derzeit weltweit Autokonzerne wie Zulieferindustrie. "Entscheidend für eine erfolgreiche Marktdurchdringung ist die richtige Technologie für das jeweilige Einsatzprofil", sagt Professor Werner Tillmetz vom Forschungsinstitut Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).
Batterieelektrische Antriebe seien für Stadtfahrzeuge prädestiniert. Vor allem auf langen Strecken und für große Fahrzeuge fahre dagegen die Brennstoffzellentechnik ihre Vorteile aus, sagte der Experte aus Ulm im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA.

Seit 5 Jahren sind Brennstoffzellen-Busse und -limousinen erfolgreich im Alltag unterwegs. Derzeit kommen zahlreiche Hersteller mit der zweiten Generation Brennstoffzellen in Kleinserien auf die Straße. Damit Deutschland im weltweiten Wettbewerb um die Mobilitätstechnologien mithalten könne, müssten die Forschungsaktivitäten auf eine breite und langfristig ausgerichtete Basis gestellt werden, erklärt Werner Tillmetz. Ein wichtiger Baustein sei der Ausbau des Batterie- und Brennstoffzellen-Testzentrums des ZSW in Ulm.

"Das Fahrzeug der Zukunft wird verstärkt auf effiziente und leise elektrische Antriebe setzen. Dabei kommt der Strom aus Hochleistungsbatterien oder Brennstoffzellen", so Tillmetz. "Gute Chancen am Markt haben Stadtfahrzeuge, die nur mit einer Batterie ausgestattet sind, sowie Hybridautos, die im Strombetrieb Pendlerdistanzen bewältigen und auf weiteren Strecken den Verbrennungsmotor nutzen." Effizienter als herkömmliche Verbrennungsmotoren und dazu völlig emissionsfrei sind aber Brennstoffzellenantriebe. Autos mit Brennstoffzellen werden in der Regel auch mit einer Hochleistungsbatterie gekoppelt (hybridisiert) und nutzen Wasserstoff als Energieträger.
"Der Schlüssel zu einer umweltverträglichen und bedarfsgerechten Automobilität ist ein Antriebsmix aus Verbrennungsmotoren, Hybriden sowie Batterie- und Brennstoffzellenantrieben," sagte Daimler-Vorstand Dr. Thomas Weber während des diesjährigen Brennstoffzellen-Fachforums "f-cell" in Stuttgart und bekräftigt damit sein Bekenntnis zu Brennstoffzellen-Fahrzeugen.

Bis zur breiten Markteinführung muss die deutsche Industrie jedoch noch große Anstrengungen bei den Schlüsseltechnologien unternehmen. Wie bei Lithium-Hochleistungsbatterien muss für Brennstoffzellen noch eine schlagkräftige Zulieferindustrie aufgebaut werden. Auch ein Netz von Wasserstofftankstellen ist nötig, genauso wie Stromtankstellen für Elektroautos."Hierzu zählen nicht nur Forschung, sondern insbesondere auch Produktionstechnologien, Qualifikationsprozesse und eine Lieferantenstruktur, die die komplette Wertschöpfungskette zuverlässig abdecken", beschreibt Tillmetz die Herausforderungen. Dies könne nur über eine enge Koordination aller Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Politik in der erforderlichen Kürze der Zeit realisiert werden.

"Für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wurde mit den Nationalen Innovationsprogramm (NIP) die Basis dafür bereits geschaffen. Für Batterien und Stromtankstellen sind wir mit dem Konjunkturpaket "Elektromobilität" der Bundesregierung auch hier auf einem guten Weg. Jetzt geht es um die konkrete Umsetzung des Nationalen Entwicklungsplanes Elektromobilität der Bundesregierung - wie es derzeit auch in Ländern wie China, Japan oder den USA konsequent praktiziert wird", so Tillmetz. Mit dem neuen Testzentrum für Brennstoffzellen und Hochleistungsbatterien stellt sich das Forschungsinstitut ZSW für die Umsetzung des Entwicklungsplans schlagkräftig auf.



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