Nachhaltige Firmenevents planen
Warum eine regionale Komplettlocation Programm-Hopping schlägt
Wenn du einen Betriebsanlass planst, denkst du zuerst an Programm, Catering und Stimmung. Eine wesentliche ökologische Stellschraube liegt jedoch woanders. Sie liegt in der Mobilität der Teilnehmenden und in der Frage, wie viele Stationen ein Tag wirklich braucht. Wer diesen Hebel ernst nimmt, kann den Fußabdruck eines Events deutlich senken und gewinnt zusätzlich an Planbarkeit, Inklusion und Budgetkontrolle.

Was macht ein Firmenevent nachhaltig?
Ein Firmenevent ist dann nachhaltig, wenn es ökologische, soziale und organisatorische Belastungen aktiv reduziert, statt sie nur zu kompensieren. Konkret heißt das, dass die Anreisewege kurz sind, dass es kaum Ortswechsel gibt, dass regionale Anbieter zum Einsatz kommen, dass der Ablauf planbar bleibt und dass die Formate alle Teammitglieder einbeziehen. Symbolik wie wiederverwendbare Becher oder ein veganes Menü ist sinnvoll, ersetzt aber nicht die Auseinandersetzung mit einem der größten Posten in der Eventbilanz, der Mobilität.
Leitfäden öffentlicher Stellen und Branchenanalysen weisen darauf hin, dass An- und Abreise der Teilnehmenden in vielen Veranstaltungsformaten einen besonders großen Anteil an den Gesamtemissionen ausmachen. Das Umweltbundesamt nennt die Mobilität der Teilnehmenden als einen der zentralen Emissionsbereiche bei Veranstaltungen. Für Unternehmen, die ESG-Kennzahlen und Scope-3-Emissionen ernst nehmen, ist das eine zentrale Stellschraube.
Ebenso wichtig ist die soziale Dimension. Ein nachhaltiges Event schliesst niemanden aus. Es funktioniert für sportliche und weniger sportliche Teilnehmende, für ältere Kolleginnen und junge Auszubildende, für Eltern mit knapper Zeit und für Mitarbeitende mit Mobilitätseinschränkungen. Inklusive Formate verhindern, dass nachhaltige Events zur Insellösung für eine bestimmte Mitarbeitergruppe werden.
Warum ist die Anreise der größte Hebel?
Die Anreise ist bei den meisten Firmenevents der größte einzelne Emissionsfaktor. Sobald ein Team über mehrere Standorte verteilt ist oder ein Eventziel außerhalb der üblichen Pendlerzone liegt, summieren sich Pkw-Kilometer, Bahnstrecken oder gar Kurzstreckenflüge zu einem Posten, der jeden weiteren Optimierungsversuch im Catering oder bei der Dekoration überschattet.
Das Umweltbundesamt weist in seinen Leitfäden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen darauf hin, dass die Mobilität der Teilnehmenden regelmäßig einen erheblichen Teil der Veranstaltungsemissionen verursachen kann, abhängig von Distanz und Verkehrsmittel. Eine längere Pkw-Anreise kann pro Person und Tag mehrere Kilogramm CO2-Äquivalente verursachen, je nach Fahrzeug, Auslastung und Strecke.
Multipliziert mit den Teilnehmenden eines Betriebsanlasses ergibt das einen Posten, der auch durch ein konsequent regionales Catering schwer aufzuwiegen ist. Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ordnet den motorisierten Personenverkehr als einen der größten Treiber der Treibhausgasemissionen in der Schweiz ein, was sich direkt auf die Bilanz von Firmenevents auswirkt.

Lange Anreisen verursachen außerdem indirekte Kosten. Mitarbeitende reisen früher an, brauchen Übernachtungen und fallen am Folgetag länger aus. Eine regionale, gut erreichbare Komplettlocation erlaubt es dir, einen Betriebsanlass innerhalb eines regulären Arbeitstags durchzuführen, ohne dass Übernachtungen oder Fernreisen anfallen. Dieser Effekt schlägt sich sowohl in der CO2-Bilanz als auch in der Personalplanung nieder.
Wie reduziert eine Komplettlocation den Fußabdruck?
Eine Komplettlocation ist ein Standort, der mehrere Aktivitäten, Verpflegung und Aufenthaltsbereiche unter einem Dach oder auf einem zusammenhängenden Areal bündelt. Statt vormittags zur Kletterhalle, mittags ins Restaurant und nachmittags zum Outdoor-Park zu pendeln, findet der gesamte Tag an einem Ort statt. Dieser organisatorische Unterschied hat eine ökologische Wirkung, die in vielen Eventbilanzen unterschätzt wird. Gerade in Regionen wie der Ostschweiz oder am Bodensee findest du Standorte, die ein vielfältiges Programm an einem Ort ermöglichen, beispielsweise eine wetterunabhängige Eventlocation in der Ostschweiz, die mehrere Aktivitäten, Gastronomie und Aufenthaltsbereiche kombiniert.
Eine Anfahrt statt Programm-Hopping
Programm-Hopping, also der Wechsel zwischen mehreren Veranstaltungsorten innerhalb eines Tages, erhöht die internen Fahrten deutlich. Auch beim Einsatz eines Shuttles kommen Leerfahrten, längere Standzeiten und zusätzlicher Energieverbrauch hinzu. Eine Komplettlocation eliminiert diese Zwischenfahrten vollständig. Eine Anreise hin, eine Abreise zurück, dazwischen kein Transport. Das senkt nicht nur Emissionen, sondern auch Stress, Wartezeiten und das Risiko von Verzögerungen.
Auch die individuelle Anreise wird einfacher. Wenn ein Standort gut über öffentliche Verkehrsmittel erreichbar ist und gleichzeitig das gesamte Programm beherbergt, ist die Hürde für Bahnreisen oder Fahrgemeinschaften deutlich geringer. Niemand muss sich überlegen, wie er zwischen drei verschiedenen Stationen ohne eigenes Auto wechseln kann.
Planbarkeit und Auslastung
Eine regionale Komplettlocation senkt Fahrten und Organisationsaufwand zugleich. Das hat eine zweite, oft übersehene Nachhaltigkeitswirkung, nämlich eine bessere Auslastung. Ein Standort, der ein ganzes Team einen Tag lang beschäftigt, bündelt Energieverbrauch, Personal und Verpflegung effizient. Statt dass mehrere Anbieter parallel Strom, Heizung und Personal vorhalten, läuft die Infrastruktur an einem Ort konzentriert und im Idealfall mit höherer Auslastung als bei Einzelbuchungen.
Auch die Planung profitiert. Wer mit einem Ansprechpartner statt mit fünf koordiniert, reduziert Abstimmungsschleifen, E-Mail-Aufkommen und das Risiko, dass eine Station ausfällt. Das ist kein klassisches Nachhaltigkeitsargument, aber es senkt die „graue" Belastung jeder Eventplanung. Arbeitszeit, Fehlerquoten und kurzfristige Ersatzfahrten fallen geringer aus.
Worauf solltest du bei der Auswahl regionaler Anbieter achten?
Regionalität ist kein Selbstzweck. Ein Anbieter aus deiner Region ist erst dann nachhaltig, wenn er auch ökologisch und sozial verantwortlich arbeitet. Vor der Buchung lohnt sich deshalb ein nüchterner Blick auf einige Kriterien, die über Imagebroschüren hinausgehen.
- Erreichbarkeit mit öffentlichem Verkehr. Ist der Standort vom nächstgelegenen Bahnhof in kurzer Zeit zu erreichen? Gibt es Shuttle-Optionen oder eine gute Anbindung für Fahrgemeinschaften?
- Energie und Gebäude. Bezieht der Anbieter Strom aus erneuerbaren Quellen? Wie wird geheizt und gekühlt? Gibt es eine eigene Photovoltaikanlage oder Wärmerückgewinnung?
- Verpflegung. Stammen Lebensmittel überwiegend aus regionaler und saisonaler Produktion? Gibt es vegetarische und vegane Optionen ohne Aufpreis?
- Abfallkonzept. Wird Mehrweg statt Einweg eingesetzt? Wie wird Lebensmittelverschwendung vermieden?
- Soziale Standards. Welche Arbeitsbedingungen herrschen beim Personal? Werden lokale Ausbildungsbetriebe und Zulieferer eingebunden?
- Inklusion und Barrierefreiheit. Ist der Standort für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich? Gibt es Programmbausteine für unterschiedliche körperliche Voraussetzungen?
- Transparenz. Stellt der Anbieter belastbare Informationen zur Verfügung, etwa eine grobe Emissionsschätzung pro Teilnehmenden oder Angaben zu Energieversorgung und Lieferketten?
Wer diese Kriterien ernsthaft prüft, vermeidet Greenwashing. Ein Anbieter, der bei konkreten Fragen ausweicht, ist selten nachhaltiger als einer, der offen über Schwachstellen spricht. Sinnvoll ist es, vor der Buchung mehrere konkrete Nachweise einzufordern, statt sich auf allgemeine Nachhaltigkeitsversprechen zu verlassen. Orientierung bieten dabei auch Standards wie die ISO 20121 für nachhaltiges Eventmanagement.
Checkliste für ein klimafreundliches Teamevent
Die folgende Checkliste fasst wichtige Entscheidungen in der Eventplanung zusammen. Sie ersetzt keine individuelle Emissionsbilanz, hilft dir aber, die größten Hebel früh zu adressieren.
- Anreise zuerst denken. Wähle den Standort so, dass die Mehrheit deines Teams innerhalb von rund 60 Minuten anreist, idealerweise mit Bahn, Bus oder Fahrgemeinschaften.
- Eine Location statt mehrerer Stationen. Bündle das Programm an einem Ort und vermeide Zwischenfahrten.
- ÖV-Anbindung kommunizieren. Liefere Verbindungen, Fahrpläne und Treffpunkte aktiv mit, statt nur den Standort zu nennen.
- Fahrgemeinschaften organisieren. Stelle interne Tools oder ein einfaches Anmeldeformular für Mitfahrgelegenheiten bereit.
- Regionales Catering. Plane saisonale, überwiegend pflanzliche Speisen ein. Reduziere Fleisch und Fisch, ohne sie zu verbieten.
- Mehrweg vor Einweg. Buche Geschirr, Becher und Verpackungen konsequent in Mehrweg-Varianten.
- Inklusive Programmgestaltung. Wähle Aktivitäten so, dass alle Teammitglieder mitmachen können, unabhängig von Alter, Fitness oder Mobilität.
- Energie und Material reduzieren. Verzichte auf aufwändige Deko, Werbegeschenke und Druckerzeugnisse oder wähle digitale Alternativen.
- Restmengen sinnvoll verwerten. Kläre mit dem Caterer vorab, wie übrig gebliebene Speisen weitergegeben oder gespendet werden.
- Emissionen abschätzen und dokumentieren. Eine grobe Berechnung von An- und Abreise, Verpflegung und Energie bringt Lerneffekte für dein nächstes Event.
- Restemissionen kompensieren, nicht beschönigen. Setze Kompensation als letzten Schritt ein, nicht als Ersatz für Vermeidung.
Vergleich: Eventkonzepte nach Nachhaltigkeit
Die folgende Tabelle stellt drei
typische Eventkonzepte gegenüber. Ziel ist nicht, Outdoor- oder
Multi-Stop-Formate grundsätzlich abzulehnen, sondern transparent zu machen, wo
die ökologischen und organisatorischen Schwachpunkte liegen.
|
Konzept |
Anreise/Fahrten |
Ortswechsel |
Planbarkeit |
Soziale Wirkung |
|
Regionale Komplettlocation |
Eine Anreise, kurze Distanzen, gute ÖV-Anbindung möglich |
Keine internen Transfers |
Hoch, ein Ansprechpartner und klarer Ablauf |
Inklusiv, wenn Programm vielfältig gestaltet ist |
|
Mehrere Stationen an einem Tag |
Anreise plus mehrere Transfers, oft mit Bus oder Pkw |
Zwei bis vier Wechsel pro Tag |
Mittel, viele Anbieter und höhere Fehlerquote |
Abhängig von Mobilität der Teilnehmenden |
|
Weite Anreise zu Eventziel |
Lange Anreise, oft Übernachtung, teils Flug |
Reduziert, aber hoher Mobilitätsaufwand vorab |
Mittel bis niedrig, zusätzliche Reisetage |
Schließt Mitarbeitende mit knapper Zeit aus |
|
Reines Outdoor-Programm |
Stark abhängig vom Standort, oft Pkw nötig |
Häufig mehrere Außenstationen |
Niedrig, wetterabhängig und mit Ausfallrisiko |
Bevorzugt sportlich aktive Teilnehmende |
In der Praxis schneidet die regionale Komplettlocation bei den Faktoren Anreise, Ortswechsel und Planbarkeit am besten ab. Outdoor-Programme bleiben attraktiv, wenn sie an einem gut erreichbaren Standort stattfinden. Die Schwächen liegen weniger im Format als in der Standortwahl und der Wetterabhängigkeit.
FAQ
Was macht ein Firmenevent nachhaltig?
Ein Firmenevent ist nachhaltig, wenn es ökologische und soziale Belastungen aktiv reduziert. Die wichtigsten Faktoren sind eine kurze Anreise, wenige Ortswechsel, regionale Anbieter, ein klar planbarer Ablauf und Formate, die alle Mitarbeitenden einbeziehen. Symbolische Maßnahmen wie Mehrwegbecher sind sinnvoll, ersetzen aber nicht die Auseinandersetzung mit Mobilität und Programmstruktur.
Wie groß ist der Anteil der Anreise an den Eventemissionen?
In vielen Veranstaltungsformaten ist die An- und Abreise der größte Emissionsposten. Leitfäden des Umweltbundesamtes und Analysen aus der Eventbranche weisen darauf hin, dass die Mobilität abhängig von Distanz und Verkehrsmittel einen erheblichen Teil der Gesamtemissionen ausmachen kann. Bei Veranstaltungen mit Übernachtungen oder Flügen fällt der Anteil entsprechend höher aus.
Wie reduzierst du Fahrten bei einem Teamevent?
Der wirksamste Hebel ist die Wahl einer zentralen, regionalen Location, die das gesamte Programm an einem Ort bündelt. Dadurch entfallen interne Transfers zwischen mehreren Stationen. Zusätzlich helfen eine gute ÖV-Anbindung, organisierte Fahrgemeinschaften und die aktive Kommunikation von Bahnverbindungen statt nur der Adresse.
Was bedeutet soziale Nachhaltigkeit bei Events?
Soziale Nachhaltigkeit heißt, dass ein Event niemanden ausschließt. Das Programm sollte für unterschiedliche Altersgruppen, Fitnessniveaus und Mobilitätsvoraussetzungen funktionieren. Auch Mitarbeitende mit Betreuungspflichten oder eingeschränkter Mobilität müssen teilnehmen können. Inklusive Formate stärken das Teamgefühl mehr als sportlich anspruchsvolle Programme, die nur einen Teil deines Teams erreichen.
Wie planst du Auslastung nachhaltig?
Eine Buchung, ein klarer Ablauf und ein Standort, der für die geplante Gruppengröße passt, das sind die Grundlagen. Wer mehrere Anbieter parallel bucht, riskiert Doppelwege, ungenutzte Kapazitäten und höheren Energieverbrauch. Eine Komplettlocation, die ein Team einen Tag lang beschäftigt, nutzt Infrastruktur, Personal und Verpflegung effizienter als drei separat gebuchte Stationen.
Fazit
Nachhaltige Firmenevents entstehen nicht durch einzelne grüne Symbolik, sondern durch die konsequente Auseinandersetzung mit den größten Hebeln. Einer der wichtigsten davon ist die Mobilität. Wer Anreisewege kurz hält, Ortswechsel vermeidet und auf regionale Anbieter setzt, reduziert den CO2-Fußabdruck eines Betriebsanlasses spürbar und gewinnt gleichzeitig an Planbarkeit, Inklusion und Budgetkontrolle.
Eine regionale Komplettlocation bringt diese Vorteile in der Praxis zusammen. Sie ersetzt nicht jedes Eventkonzept, eignet sich aber besonders dann, wenn ein Team gemeinsam einen Tag verbringen soll, ohne dass die ökologische und organisatorische Last des Programms den Sinn der Veranstaltung überlagert. Wer einmal mit dieser Logik geplant hat, merkt schnell, dass weniger Bewegung zwischen Orten mehr Bewegung innerhalb des Teams schafft.
Deine nächste Eventplanung lohnt deshalb einen frühen, ehrlichen Blick auf die Logistik, noch bevor das Programm steht. Aus der Antwort auf die Frage „Wie kommen alle gut hin und wieder zurück?" ergibt sich oft schon die halbe Standortwahl. Und damit ein großer Teil dessen, was ein Firmenevent am Ende nachhaltig macht.
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