Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Agroforst als Schlüssel für Wasserhaushalt, Klimaanpassung und die Zukunft der Landwirtschaft

Zum Tag des Baumes veröffentlicht die AbL ein Positionspapier

Der Internationale Tag des Baumes am 25. April erinnert daran: Bäume sind eine zentrale Infrastruktur für funktionierende Wasser- und Stoffkreisläufe - und damit für die Zukunft der Landwirtschaft. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. veröffentlicht dazu ein Positionspapier zur Bedeutung von Agroforstsystemen für Klimaanpassung, Wasserhaushalt und landwirtschaftliche Resilienz.

Agroforst bedeutet, Bäume und Sträucher gezielt mit anderen landwirtschaftlichen Produktionszweigen zu kombinieren – auf Ackerflächen, Wiesen oder Weiden und in bestimmten Fällen auch in Wäldern. Die Gehölze können in Reihen, Streifen oder punktuell angelegt werden. © Brett Jordan, unsplash.com
Julie Mathes, Co-Sprecherin der AG Agroforst der AbL:
„Ohne Bäume in der Landschaft funktioniert der Wasserkreislauf nicht stabil. Agroforst ist keine Option, sondern Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unter den Bedingungen des Klimawandels."

Agroforstsysteme verbinden Gehölze mit landwirtschaftlicher Nutzung und übernehmen zentrale Funktionen: Sie fördern Biodiversität, schützen Böden vor Erosion, erhöhen die Wasserspeicherfähigkeit, reduzieren Hitzestress und kühlen die Landschaft durch Verdunstung. Gleichzeitig stärken sie wirtschaftlich Betriebe durch zusätzliche Einkommensquellen und eine breitere Produktionspalette. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind motiviert, Bäume und Sträucher in ihre Flächen zu integrieren. Rechtliche Unsicherheiten bremsen jedoch die Umsetzung.

Anne Rothkranz-Pott, Landwirtin mit 6-Hektar Agroforst:
„Wer heute in Agroforst investiert, braucht verlässliche Rahmenbedingungen über Jahrzehnte. Es kann nicht sein, dass Landwirte nicht sicher sein können, ob sie ihre Bäume später ernten und nutzen dürfen. Agroforst braucht klare gesetzliche Regeln, die es eindeutig als Teil der landwirtschaftlichen Nutzung anerkennen. "

Die AbL betont, dass landwirtschaftliche Praxis und Naturschutz kein Widerspruch sind, sondern in funktionierenden Systemen zusammenwirken – besonders angesichts zunehmender Wasserknappheit.

Andrea Vogel, Sprecherin der AG Agroforst der AbL:
„Wir stehen uneingeschränkt hinter den Zielen des Naturschutzes. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass die Wasserknappheit in Deutschland ein beängstigendes Ausmaß erreicht hat. Seit der Jahrtausendwende haben wir – belegt durch Satellitendaten der GRACE-Mission – Wassermengen in der Größenordnung des Bodensees verloren. Das ist kein abstrakter Wert, sondern ein unübersehbares Warnsignal. Ein entscheidender Hebel ist die breite Etablierung von Agroforstsystemen. Gehölzstrukturen halten Wasser in der Fläche, reduzieren Abfluss, fördern die Grundwasserneubildung und stabilisieren den kleinen Wasserkreislauf – sie sind zentrale Infrastruktur eines funktionierenden Wasserhaushalts. Nutzung und ökologische Funktion stehen dabei nicht im Widerspruch. Umso gravierender ist es, dass diese Lösungen politisch verschleppt werden oder aus Teilen des Naturschutzes blockiert werden. Wir wissen, wie groß der Wasserverlust ist – und blockieren trotzdem die wirksamsten Lösungen. Das ist nicht mehr vermittelbar."

Das Positionspapier bündelt die fachlichen, praktischen und politischen Anforderungen, um Agroforst systematisch in die Fläche zu bringen. Es fordert insbesondere:
  • Rechtliche Sicherung von Agroforstsystemen: Klarstellung des Landwirtschaftsprivilegs (§ 5 BNatSchG) und Rechtssicherheit bei der Eingriffsregelung (§ 14 BNatSchG)
  • Verlässliche Förderung von Erstanlage, Pflege, Beratung und Maschinen
  • Degressive Fördermodelle, die besonders kleine und mittlere Betriebe stärken
  • Stärkung von Beratung, Ausbildung und Forschung zu Agroforst
  • Förderung von Weidehaltung unter Gehölzen
  • Gemeinwohlorientierte Verpachtung öffentlicher Flächen mit Agroforst als Pluskriterium
Die AbL fordert klare politische Rahmenbedingungen, die Planungssicherheit schaffen, Genehmigungsprozesse vereinfachen und die Anlage von Agroforstsystemen aktiv unterstützen. Nur so kann der notwendige Umbau der Agrarlandschaft zu klimaresilienten und wasserhaltenden Systemen gelingen.

Links und Hintergrundinformationen:

Kontakt: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Andrea Vogel und Julie Mathes | agroforst@abl-ev.de | www.abl-ev.de/themen/agroforst-und-gehoelze



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
JUN
2026
Woche des Wasserstoffs 2026 (#WDW2026)
Wasserstoff verbindet
deutschlandweit
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Bildung

Keine Zeit für Kinder und Zukunft
Christoph Quarch analysiert die Vergleichsstudie der UNICEF zur Kinderarmut
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Garten-PV - Den besten Stromtarif gibt es im Garten.

Jetzt auf forum:

Stadtgrün gegen Hitze

Biodiversität beginnt vor der Haustür

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • TÜV SÜD Akademie
  • SUSTAYNR GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ZamWirken e.V.
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • 66 seconds for the future
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München