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Der Düngemittel-Schock zeigt: Es ist höchste Zeit für eine klimaresiliente und nachhaltige Landwirtschaft

Noch waren unsere Osterteller reichlich gefüllt!

Der März ist für die Landwirtschaft eine entscheidende Zeit. Winterweizen wartet auf die zweite Stickstoffdüngung, die Äcker werden für die Aussaat von Zuckerrüben, Raps, Mais sowie Sommergerste und -weizen vorbereitet. Doch ausgerechnet jetzt geraten die Düngemittelmärkte unter Druck. Der Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus treiben die Preise für fossile Energien in die Höhe. Die Abhängigkeit der industriellen Landwirtschaft von diesen Energieträgern wird dadurch besonders deutlich.
 
Durch den Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Horumus geraten die Düngemittelmärkte unter Druck. © Soo Ann Woon, unsplash.comBereits 2022 führten steigende Gaspreise zeitweise zur Stilllegung von Ammoniak- und Stickstoffdüngerproduktionen in Europa. Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutete das höhere Kosten und das Risiko von Lieferengpässen – eine ernsthafte Herausforderung für die globale Ernährungssicherheit. Ammoniak, der zentrale Rohstoff für mineralische Dünger, wird aus Stickstoff und Wasserstoff hergestellt. Letzterer stammt fast ausschließlich aus Erdgas. Die energieintensive Produktion macht die Branche extrem anfällig für geopolitische Krisen und Preisschocks. Die aktuelle Krise offenbart die Verletzlichkeit des globalen Ernährungssystems: Rund die Hälfte der weltweit produzierten Nahrungsmittel hängt direkt oder indirekt von synthetischem Stickstoffdünger ab.
 
Ökologische und regenerative Anbaumethoden zeigen, dass es auch anders geht. Fruchtfolgen, Leguminosen, Kompost und organische Düngung können Stickstoff nachhaltig in den Boden zurückführen, die Biodiversität fördern und die Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe erhöhen.
 
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer muss jetzt handeln. Angesichts der Engpässe bei Düngemitteln und steigender Preise muss die ökologische und regenerative Landwirtschaft aktiv gefördert werden, um unser Ernährungssystem krisenfest zu machen, für eine Landwirtschaft, die widerstandsfähig, nachhaltig und zukunftsfähig ist. Eine ökologische und regenerative Landwirtschaft ist weniger abhängig von externen Energie- und Chemieinputs und lokalen Düngerlieferungen, sie erhöht langfristig die Resilienz gegen Rohstoffschocks.

„Der Irankrieg sollte ein Weckruf sein", betont Agnes Streber, Vorständin des Instituts für Welternährung e.V. „Ein krisenfestes Ernährungssystem ist möglich – aber es erfordert jetzt politische Entschlossenheit, strukturelle Reformen und einen gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltiger Produktion und Ernährung."
 
Die Multikrisen machen deutlich, dass eine grundlegende Transformation der Landwirtschaft und des Ernährungssystems dringend notwendig ist, wenn wir in Zukunft noch was auf unseren Tellern haben wollen. „Doch das reicht nicht allein", so Agnes Streber. „Wir müssen unsere Lebensmittelabfälle reduzieren". In Deutschland werden nach wie vor jährlich rund 10 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel weggeworfen. Eine Halbierung dieser Abfälle würde einen erheblichen Teil der benötigten Produktionsmenge einsparen und den Bedarf an Energie und Düngemitteln senken. „Wir müssen uns stärker pflanzenbasiert ernähren". Weniger Fleischkonsum würde Flächen freisetzen, die heute für Tierfutter genutzt werden, und die Abhängigkeit von energie- und düngerintensiven Produktionsweisen verringern. Nur so wird ein Schuh draus.

Kontakt: World Food Institute - Institut für Welternährung e.V., Agnes Streber | agnes.streber@institut-fuer-welternaehrung.org | https;//www.institut-fuer-welternaehrung.org



     
        
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