Umwelt | Wasser & Boden, 17.01.2026
Bündnis fordert den Schutz von Wasser als Gemeingut
Zentrale Forderungen an die Agrarminister*innen auf der internationalen Agrarministerkonferenz
Anlässlich der Internationalen Agrarministerkonferenz (GFFA) haben Bäuer*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen eine Protestnote an die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Martina Engelhardt-Kopf übergeben. Das BMELH hat den Vorsitz der Konferenz mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Wasser. Ernten. Unsere Zukunft".
Das Bündnis stellt zentrale Forderungen an die Agrarminister*innen: So sollen sie bei der UN-Wasserkonferenz im Dezember für eine Demokratisierung der Internationalen Wasser Governance werben und sich in diesem Zusammenhang für einen Mechanismus einsetzen, der sich am Beispiel der Teilhabe von Zivilgesellschaft und Indigenen im UN-Ausschuss für Welternährung (CFS) orientiert. Die Organisationen kritisieren den Ausschluss internationaler bäuerlicher Akteure wie das globale Bündnis „La Via Campesina" vom Junglandwirteforum. Sie fordern die Umsetzung des Rechts auf angemessene Nahrung und Wasser. Diese sind zentrale Ziele internationaler und nationaler Agrar- und Ernährungspolitik und sollten im diesjährigen GFFA-Abschlusscommuniqué verankert und politisch entsprechend umgesetzt werden. Zudem fordern sie von den EU-Agrarminister*innen in der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine Bindung der EU-Agrargelder an soziale und ökologische Leistungen der Bäuerinnen und Bauern, wie etwa klima- und biodiversitätsfördernde Maßnahmen.Hintergrund der Aktion ist die weltweit wachsende Sorge um den Umgang mit der immer knapper werdenden Ressource Wasser. Klimakrise, industrielle Landwirtschaft und mangelnde Regulierung verschärfen Nutzungskonflikte – in Deutschland wie im Globalen Süden. Nach Angaben der Initiatoren verlieren bäuerliche Betriebe, Pastoralist*innen und Fischer*innen zunehmend den Zugang zu Wasser, während große Agrarunternehmen von intensiver Bewässerung und Privatisierung profitieren.
„Ob in Brandenburg, Bayern oder im Globalen Süden: Wenn Wasser zur Ware wird, verlieren wir unsere Lebensgrundlagen", warnt Lucia Birkmeir von der jungen Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (jAbL). „Ohne klare Regeln und gezielte Förderprogramme verlieren wir Böden, Höfe und am Ende unsere Ernährungssicherheit."
„Wasser ist eine knappe Ressource, und der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht. Wasser ist die Grundlage für Frieden", betont Malih Ole Kaunga von der Misereor-Partnerorganisation IMPACT Kenia. „Wenn wir es als Gemeingut schützen, schaffen wir Kooperation und Ernährungssicherheit."
Mit der Aktion will das Bündnis den Druck auf die Teilnehmenden der Konferenz erhöhen und die Debatte um Wasserpolitik aus den Konferenzsälen auf die Straße tragen.
Im Anschluss an die Kundgebung demonstrieren die beteiligten Verbände und die Bäuerinnen und Bauern mit ihren Treckern bei der „Wir haben es satt"-Demonstration in Berlin für eine zukunftsfähige Landwirtschaft weltweit.
Die Agrarministerkonferenz ist das zentrale politische Treffen im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Jedes Jahr kommen Agrarminister*innen aus mehr als 70 Ländern sowie Vertreter*innen internationaler Organisationen zusammen. Sie beraten über aktuelle Herausforderungen der globalen Landwirtschaft und Ernährungssicherung und verabschieden gemeinsame politische Leitlinien. Dabei geht es um Themen wie nachhaltige Produktion, Handelspolitik und den Schutz natürlicher Ressourcen.
Beteiligte Verbände:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Brot für die Welt, FIAN Deutschland, INKOTA, junge AbL, Misereor. Zu Gast: European Milk Board.
- Protestnote in deutscher Fassung: Haltung zeigen! Wasser ist keine Ware, sondern ein Menschenrecht!
- Protestnote in englischer Fassung: Take a stand! Water is a human right, not a commodity!
Kontakt: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL), Berit Thomsen | thomsen@abl-ev.de | www.abl-ev.de
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