66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Tag des Zweinutzungshuhns am 22. Januar

Die Bio-Branche zeigt Haltung – für Biodiversität, genetische Ressourcen und unabhängige ökologische Züchtung

Zum Tag des Zweinutzungshuhns (22.01.2026) setzen die Ökologische Tierzucht gGmbH (ÖTZ) und der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) ein gemeinsames Zeichen für die Förderung der Biodiversität und der genetischen Ressourcen in der Tierzucht. Mit ihrem Engagement stehen sie für eine ökologische Tierzucht, die Vielfalt erhält, Tierwohl in den Fokus stellt und der Gesellschaft alternative Perspektiven auf die Tierhaltung eröffnet.

© Ökologische Tierzucht gGmbH
„Ökologische Züchtung heißt für uns, Verantwortung für genetische Vielfalt in Zukunft zu übernehmen und gleichzeitig praxistaugliche Lösungen für die Landwirtschaft von heute zu bieten", erklärt Inga Günther-Bender von der Ökologischen Tierzucht gGmbH (ÖTZ). „Der Erhalt und die züchterische Weiterentwicklung regionaler Rassen wie etwa des Lachshuhns sind keine nostalgischen Projekte, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit und Flexibilität unserer Ernährungssysteme."

Ökologische Züchtung bedeutet Vielfalt im Stall und auf dem Teller und die unternehmerische Freiheit, selbst zu entscheiden, mit welcher genetischen Grundlage Betriebe wirtschaften und welche Vermarktungskonzepte erfolgreich sind. Gerade im Kontext des Klimawandels ist genetische Vielfalt eine entscheidende Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme.

Im Mittelpunkt des Zuchtprogramms der von Demeter und Bioland gegründeten ÖTZ steht daher neben dem Fokus auf Zweinutzung – bei der die Leistungen von Hahn (Fleisch) und Henne (Eier und Fleisch) gleichwertig in die züchterische Beurteilung einfließen – auch die Verpaarung regionaler Rassen mit leistungsstarken Tieren.

„Ökologisch gezüchtete Zweinutzung ist kein fauler Kompromiss, sondern eine Zuchtstrategie, bei der das Tier im Mittelpunkt steht. Wir sind stolz darauf, uns mit diesem Ansatz in den vergangenen zehn Jahren eine stabile Marktnische aufgebaut zu haben, der zuvor nur wenig Potenzial zugetraut wurde", betont Maria Hermann, verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei der ÖTZ.

Eine Schlüsselrolle beim Aufbau dieser Strukturen kommt seit Jahren dem Bio-Fachhandel zu. Mit der Kampagne „1 Cent für die Zucht" wurden trotz schwieriger Zeiten auf dem Eiermarkt bis Anfang 2026 schon deutlich über zwei Millionen Euro für die ökologische Tierzucht mobilisiert. 
Unter dem Motto „Mehr als nur ein Zeichen setzen – Haltung zeigen!” macht der Fachhandel auf Rollups und Social Media mit Nachdruck deutlich, dass Biodiversität und ökologische Züchtung nur dann eine Zukunft haben, wenn alle Teile der Wertschöpfungskette Verantwortung übernehmen.

Gleichzeitig richtet sich ein klarer Appell an die Politik. Um die genetische Vielfalt bei Nutztierrassen langfristig zu sichern, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine gezielte Förderung regionaler und ökologischer Wertschöpfungsketten – insbesondere handwerklich arbeitender Fleischereibetriebe.

„Was in der Zucht mühsam aufgebaut und in der Vermarktung langfristig vor allem privatwirtschaftlich gefördert wurde, darf am Ende nicht an den politischen Rahmenbedingungen scheitern. Es braucht langfristige Unterstützung für diesen strukturell noch kleinen Bereich, sowohl in der Forschung als auch beim Ausbau der dafür notwendigen Strukturen", so Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin des Bio-Fachhandelsverbandes BNN e.V.

Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen auch wissenschaftliche Ergebnisse: Zweinutzungshühner überzeugen nicht nur durch ihre genetische Vielfalt, sondern auch durch ihren herausragenden Geschmack von Ei und Fleisch, wie eine Studie der Universität Hohenheim ("Zweinutzungshuhn – wie schmeckt das?” Arbeitsbericht Nr. 36, Institut für Agrarpolitik und Landwirtschaftliche Marktlehre (420), Universität Hohenheim, Oktober 2023) eindrücklich belegt.

Fazit: Ökologische Tierzucht ist eine bewusste Entscheidung für Vielfalt, Tierwohl, Genuss und eine zukunftsfähige Landwirtschaft. „Wir haben diesen Weg gewählt – und wir werden ihn weitergehen", so Inga Günther-Bender. „Für mehr Biodiversität im Stall, für den Erhalt genetischer Ressourcen und für die Wahlfreiheit aller Bäuer*innen und Konsument*innen von morgen."

Kontakt: Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V., Stefanie Urbach | presse@n-bnn.de | www.n-bnn.de



     
        
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