evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.

Zirkulär bauen: Zweites Leben für altes Baumaterial

Neuer Standard für kreislauffähige Bauprodukte veröffentlicht

Welche Bauteile lassen sich vor der Abrissbirne retten? DIN hat einen Standard veröffentlicht, der hilft, Bauprodukte zu identifizieren, die sich ideal für eine erneute Verwendung eignen. So können Materialien in den Kreislauf zurückgeführt und wertvolle Ressourcen gespart werden.

© Bru-nO, pixabay.comRecycling geht nicht nur im Kleinen – auch große Gebäudeteile können erfolgreich wiederverwendet werden. Die neue DIN SPEC 91484 bietet eine einheitliche Methode, um das volle Potenzial von Bauprodukten für hochwertige Anschlussnutzungen zu erfassen. Das innovative Verfahren zeichnet sich durch seine einfache Zugänglichkeit für alle Beteiligten aus, ist universell und unkompliziert anwendbar und kann somit den direkten Weg auf die Baustelle finden und dort nahtlos integriert werden.

Baubranche: Großes Potenzial für Kreislaufwirtschaft
Bau- und Abbruchabfälle machten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 mehr als 55 Prozent des bundesweiten Abfall-Aufkommens aus. Das Umweltbundesamt schätzt das gesamte verbaute Material im deutschen Gebäudebestand auf 15 Milliarden Tonnen. Diese Zahlen machen deutlich: In der Baubranche kann Kreislaufwirtschaft viel dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und CO2-Emissionen zu senken. Die DIN SPEC 91484 wurde entwickelt, um diese Lücke zu schließen und einheitliche und standardisierte Prozesse in der Branche zu etablieren. Dominik Campanella, Initiator der DIN SPEC und Co-Geschäftsführer des Start-ups Concular, erklärt: „Mit dem im Standard beschriebenen Verfahren wird der Gebäudebestand systematisch erfasst und dokumentiert. Das gibt nicht nur der Wirtschaft einen klaren Handlungsrahmen, sondern ermutigt auch die Gesetzgeber, künftige Rück- und Umbauarbeiten an dieses Dokument zu knüpfen." Das Unternehmen setzt sich für kreislaufgerechte Immobilien ein.

Statt Mülldeponie: In zwei Stufen zur Anschlussnutzung
Die DIN SPEC 91484 dient als Leitfaden für die Erstellung sogenannter Pre-Demolition-Audits. Das Verfahren gliedert sich in zwei Stufen: eine Vor- und eine Detailprüfung.
Das Dokument definiert, welche Informationen über die Bauprodukte erfasst werden müssen, um ihr individuelles Potenzial für die Anschlussnutzung zu prüfen und zu bewerten: zum Beispiel Daten zum Standort des Bauwerks, zum Baujahr, zur Gebäudeklasse und Nutzungsart. Anhand dieser Basisinformationen können erste Entscheidungen getroffen werden, ob sich Bauprodukte für eine Wiederverwendung eignen oder nicht. Danach folgt die Detailprüfung, für die Fachgutachten erstellt werden. Außerdem legt das Dokument fest, welche Akteur*innen dieses Verfahren durchführen. Dazu gehören Architekt*innen, Statiker*innen, Schadstoffgutachter*innen, Abbruchunternehmer*innen, Bauprüfämter, der Denkmalschutz und andere.

Trend zum zirkulären Bauen
Eine Entwicklung des Bauwesens hin zum kreislaufgerechten Bauen ist in Deutschland und Europa bereits deutlich erkennbar und gewinnt immer mehr an Bedeutung. Sowohl die Bundesregierung und die Kommunen als auch die EU sprechen sich dafür aus. Gesetze und Quoten für den Einsatz von wiedergewonnenen Bauprodukten gibt es bereits – doch sie sind nur der Anfang. Die DIN SPEC 91484 liefert einen wichtigen Baustein für ein systematisches Vorgehen.

An der DIN SPEC 91484 mitgewirkt haben: Concular, Abbruchverband Nord e. V., Arcadis Germany, ATP Sustain, BTU Cottbus, Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Circular Structural Design, Contura Ingenieure, CYRKL Zdrojová platforma, s.r.o., Deutscher Abbruchverband e. V., Ed. Züblin AG, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg, Senatskanzlei Hamburg, Franßen & Nusser Rechtsanwälte PartGmbB, Goldbeck, Greyfield Development, Hagedorn Service, Hochschule München, InteriorPark, Johann Bunte Bauunternehmung, Kadawittfeldarchitektur, List Eco GmbH & Co. KG, Otto Wulff Bauunternehmung, TU Hamburg, Umtec Partnerschaft mbB, Universität Kassel, Universität Siegen.

Der Standard steht beim Beuth Verlag unter www.beuth.de zum kostenlosen Download bereit.

Kontakt: DIN e. V., Julian Pinnig | Julian.Pinnig@din.de | www.din.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2026
Corso Leopold
Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung
80804 München, Leopoldstraße
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Pioniere & Visionen

By the dawn's early light
Christoph Quarchs Überlegungen zum 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika
Munich Climate Week 2026
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

B.A.U.M. Insights
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • Zendure DE GmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SUSTAYNR GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • 66 seconds for the future
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • ZamWirken e.V.
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG