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Bildungsinitiative: Mit hybriden Erlebnissen für MINT-Berufe begeistern

Simone Schiebold, geschäftsführende Gesellschafterin von FLAD & FLAD, zur optimalen MINT-Berufsorientierung für junge Menschen

Wie Stiftungen, Bildungsträger und Unternehmen wirkungsvoll junge Menschen überzeugen können, sich für MINT-Ausbildungsberufe oder -Studiengänge zu entscheiden, erklärt Simone Schiebold, geschäftsführende Gesellschafterin von FLAD & FLAD, in ihrem Gastbeitrag.  

Schülerin programmiert einen echten Industrie-Roboter. © Baden-Württemberg StiftungDie Generationen Z und Alpha – also ab 1997 Geborene – stehen vor großen Herausforderungen für ihre Zukunft, wie zum Beispiel Klimawandel, Wasserknappheit, multiple Krisen, bröckelnder sozialer Zusammenhalt und sinkender Wohlstand. Vor diesem Hintergrund werden für sie Sinnhaftigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten – im Leben, aber auch im Beruf – immer wichtiger. Diese intrinsische Motivation ist ein guter Anknüpfungspunkt, um junge Menschen für MINT-Ausbildungsberufe oder -Studiengänge zu begeistern. Denn der Weg, die Welt zu verändern, neue Modelle für Wirtschaft und Gesellschaft oder technische Innovationen zu entwickeln, führt oft über MINT, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Für Initiativen zur Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung im MINT-Bereich gilt es demnach, die Vielfalt und Gestaltungsmacht der MINT-Disziplinen und -Berufe zum Thema zu machen. 

Berufsorientierung muss spannend inszeniert sein 
Schülerinnen testen einen 3D-Scanner. © Baden-Württemberg StiftungAm besten eignet sich dazu die Live Experience, also Interaktionen mit physischem Kontakt wie Veranstaltungen, Ausstellungen oder Workshops. Denn Menschen sind soziale Wesen. Sie wollen sich austauschen und gemeinsam etwas erleben. Zudem verankern sich reale Erfahrungen tiefer in unserem Gehirn als theoretische oder rein digitale. Zur MINT-Berufsorientierung könnte man zum Beispiel folgende Aktionen anbieten: Schüler:innen digitalisieren Objekte mit einem 3D-Scanner, testen Bauteile und Werkstoffe mit einem Digitalmikroskop, programmieren einen echten Industrieroboter, erleben einen Logistikprozess in Virtual Reality oder trainieren mithilfe von Machine Learning die KI eines Raumschiffes. Das macht nicht nur Spaß und beeindruckt, sondern erlaubt auch einen hautnahen Einblick in die lebendige MINT-Arbeitswelt. Gleichzeitig entdecken junge Menschen so ihre Interessen, Fähigkeiten und Selbstwirksamkeit.

Live Experience heißt nicht, dass dabei keine digitalen Elemente vorkommen dürfen. Sie werden jedoch mit der Möglichkeit zum echten Anfassen kombiniert. In dieser Kombination entfalten sie ihre maximale Wirkung. Dann laden Augmented-Reality-Anwendungen, Animationen, 3D-Ansichten, Videos oder Podcasts Inhalte emotional auf, machen komplexe Themen verständlich oder vermitteln Wissen spielerisch. Moderne Tools wie Smartphones, Tablets oder Augmented-Reality-Brillen knüpfen an die Mediennutzungsgewohnheiten der Jugendlichen an. 

Alltagsbezug und Role Models erhöhen die Relevanz
Ein weiteres Mittel, um junge Menschen zu gewinnen, ist eine realitätsnahe, spannende Inszenierung. Sie knüpft an Vertrautem und an Alltagssituationen an, macht neugierig und schafft Aha-Erlebnisse. In unserer überalternden Gesellschaft zum Beispiel ist das Thema Altenpflege allgegenwärtig. Wenn Schüler:innen nun die Möglichkeit erhalten, einen Roboter zu programmieren, der Altenpfleger:innen bei ihrer Arbeit zur Seite steht, damit diese mehr Zeit für den persönlichen Austausch mit den Patient:innen haben, machen sie eine motivierende und sinnstiftende Erfahrung.

Auch sollten Young Professionals mit MINT-Studium bzw. -Ausbildung Workshops in Schulen oder in Unternehmen leiten. Denn sie kommunizieren nicht nur auf Augenhöhe mit den Jugendlichen und nutzen deren Sprache. Als authentische Role Models können sie auch glaubwürdig über ihre Berufswahl, ihr Studium bzw. ihre Ausbildung und darüber, wie die Praxis wirklich aussieht, berichten. 

Digitale Lernplattformen als ergänzendes Programm 
Simone Schiebold, Geschäftsführende Gesellschafterin der Agentur FLAD & FLAD © FLAD & FLADMit digitalen Lerneinheiten, die nahtlos an die Live-Erlebnisse anknüpfen und inhaltlich mit diesen verzahnt sind, lässt sich die Wirksamkeit der Maßnahmen noch verlängern und steigern. Interaktive Elemente können dabei vor und nach dem Live-Erlebnis Wissen vertiefen und zusätzliche Informationen vermitteln, zum Beispiel zu Schlüsseltechnologien und MINT-Berufen. Auch digitale Karriereberater sind sinnvoll. In einem Selbsttest navigieren sie junge Menschen durch ihre Interessen und Fähigkeiten und schlagen ihnen daraufhin geeignete MINT-Ausbildungsberufe und 
-Studienfächer vor. 

Fazit: Bildungsinitiativen, die Inhalte spannend und sinnstiftend vermitteln, haben eine große Chance, junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern. Sie sind dann erfolgreich, wenn sie am persönlichen Alltag der Jugendlichen anknüpfen und diese so zur Partizipation motivieren. Komplexe und abstrakte Berufsbilder werden am besten durch eine Mischung aus Live-Erlebnis und digitalen Angeboten anschaulich gemacht. Insgesamt eignet sich diese Kombination hervorragend zur Fachkräftegewinnung von Stiftungen, Bildungsträgern und Unternehmen. 

Simone Schiebold ist geschäftsführende Gesellschafterin von FLAD & FLAD, der Kommunikationsagentur für Zukunftsthemen. Dabei geht es um gesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel oder die Digitalisierung. In diesem Rahmen setzt FLAD & FLAD auch Bildungsinitiativen wie Coaching4Future um. Dieses gemeinsame Programm der Baden-Württemberg Stiftung, des Arbeitgeberverbandes SÜDWESTMETALL und der Bundesagentur für Arbeit hat zum Ziel, dem MINT-Fachkräftemangel entgegenzuwirken.


     
        
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