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Terra – Gesichter unserer Erde

Eine Verneigung vor dem Wunder des Lebens

4,5 Milliarden Jahre nach seiner Entstehung steht unser Planet in der Blüte seiner Entwicklung: Außergewöhnliche Bedingungen waren die Ursache für eine Vielfalt wunderbarer Landschaften und einen unvergleichlichen Artenreichtum – beides jedoch wird vom Menschen seit seinem Auftauchen zunehmend bedroht. Mit seinem Gesamtkunstwerk TERRA appelliert der Geologe Michael Martin, die Einzigartigkeit unseres Planeten zu erhalten. forum fragte nach den Hintergründen.

Der Fotograf Michael Martin bereiste die ganze Erde. Mit seinen Diavorträgen und Bildbänden verzaubert er die Menschen. Sein jüngstes Werk: Terra - Gesichter unserer Erde. © Michael Martin
Michael, seit über vierzig Jahren bereisen Sie die Welt und berichten darüber in Vorträgen, Büchern und Fernsehfilmen. Was war der Auslöser für diese Reisen?
Es war eine Mofa-Reise nach Marokko im Alter von 17 Jahren. Ich wollte dort den Südsternhimmel kennen lernen. Von da an war ich fasziniert von anderen Ländern und Kulturen. Mit Vorträgen fand ich dann schnell eine Möglichkeit, meine Reisen zu finanzieren.

Sie waren allein in allen Wüsten der Erde unterwegs. Warum diese Vorliebe für unwirtliche Landschaften?
Wüsten stellen mit ihrer Einsamkeit und Klarheit das perfekte Gegenkonzept zu unseren hektischen und verbauten Großstädten dar.
 
"Es ist überall dort schön, wo der Mensch nicht allzu sehr eingegriffen hat."

Felsen im Wadi Rum, Jordanien © Michael MartinWelche Länder und Regionen haben Sie besonders beeindruckt?
Es waren 30 Jahre die Wüsten, dann zehn Jahre die Polargebiete, aber für das neue Projekt TERRA war ich auch in Hochgebirgen, Steppen und Regenwäldern unterwegs. Es ist überall dort schön, wo der Mensch nicht allzu sehr eingegriffen hat.

Was hat Sie im Laufe dieser 40 Jahre besonders schockiert?
Wie schnell die indigenen Kulturen verschwunden sind. Der Kulturwandel ist weltweit mit den Händen zu greifen. Damit ging ein Verlust an Identität und Selbstbewusstsein vieler Völker einher.

Im Jahr 2017 begannen Sie mit den weltweiten Reisen für Ihr bislang größtes Projekt, TERRA. Was steckt hinter dieser Idee?
Ich wollte ein geografisches und fotografisches Portrait unserer Erde schaffen und habe dafür zehn exemplarische Naturlandschaften ausgewählt und fotografiert. Außerdem saß ich zwei Jahre am Schreibtisch und habe einen umfangreichen Sachtext geschrieben.
 
"Ich halte die 17 SDG für gut formuliert und wichtig.
Ziel #1, die Bekämpfung der Armut, ist in meinen Augen das Wichtigste,
denn die Armut ist die Mutter vieler Probleme."

Was sind die großen Herausforderungen unserer Zeit?
Bewahrung des Weltfriedens, Lösung des Nord-Süd-Gefälles, Gleichberechtigung der Frau, Menschenrechte, Stopp des Artensterbens, Kampf dem Klimawandel.

Michael Martin in Oman © Michael MartinWas tun Sie persönlich, um diesen Herausforderungen zu begegnen?
Ich berichte darüber in meinen Texten und Bildern, persönlich lebe ich bescheiden.

Was ist Ihr größter Wunsch und Vorschlag an unsere Leser?
Dass die Menschen verstehen, wie einzigartig die Erde ist, und dass wir sie bewahren müssen.

Michael Martin bereiste alle Kontinente dieses Planeten und veröffentlichte dreißig Bildbände und Bücher, die in zehn Sprachen übersetzt wurden. Er hielt über 2.000 Vorträge und produzierte viele TV-Dokumentationen. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit einer Ehrenmedaille der Royal Geographic Society. Zuletzt erhielt er den Gregor International Calendar Award und den ITB Book Award für sein Lebenswerk. Das Magazin GEO hat Michael Martin ein eigenes GEO Extra gewidmet.

Terra
Das Gesamtprojekt TERRA umfasst den Bildband, eine Multivisionsshow mit 500 Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum und eine mehrteilige Sendereihe bei Servus TV und ARD Alpha. Ein Kinofilm zum Projekt ist in Vorbereitung. Informationen und Termine unter www.michael-martin.de

Umwelt | Naturschutz, 01.03.2023
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2023 mit dem Schwerpunkt: Zukunft gestalten - Krieg & Klimakatastrophe erschienen.
     
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