Technik | Energie, 22.05.2022

Energiewende durch Krieg

Der aktuelle Kommentar von Hannes Offenbacher

Es ist bitter, dass es ausgerechnet einen russischen Angriffskrieg auf europäischem Boden braucht, damit sich der Westen nachdrücklicher mit der Energiewende beschäftigt.
 
Jetzt ist es der Krieg, der uns zu den erneuerbaren Energien zwingt. © Coernl, pixabay.comDass eine gewünschte Unabhängigkeit von (russischem) Gas und Öl die Rückkehr von Kohle- und Atomenergie befeuert, ist eine Gefahr, aber unwahrscheinlich. Emotionslos betrachtet werden bereits mittelfristig die am schnellsten skalierbaren, effizientesten und sichersten Technologien gewinnen – und das wird in einer hochsensiblen Empörungsgesellschaft eben nicht der Bau von Atomkraftwerken sein.
 
Der Trend ist unumkehrbar, so stammten 2021 erstmals 10 Prozent der globalen Energieproduktion von Sonne und Wind – insgesamt sogar 38 Prozent aus sauberen Energieträgern, wie eine aktuelle Studie von Ember zeigt, welche den Energiemix von 50 Staaten analysierte.
 
Die Herausforderungen bleiben dennoch groß, wie auch das Ergebnis der Leadership-Studie von Russell Reynolds zeigt. In Deutschland verstehen demnach nur 15 Prozent der Führungskräfte Nachhaltigkeit als Motor für Innovation und neue Wertschöpfung. Pensionsreife 46 Prozent geben an, ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen aus Marketinggründen getroffen zu haben.
 
Dass eher der wachsende Druck aus dem Marketing zu ökologischen und sozialen Verbesserungen führt und nicht die Einsicht, dass es nur logisch ist, an der zukunftsfähigen Transformation der Wirtschaft mitzuwirken, mag moralisch enttäuschend sein, hat aber dennoch seine Lenkungswirkung.
 
Hannes Offenbacher.© privatDass Greenwashing in diesem Kontext rasant zunimmt, ist dabei ärgerlich aber erwartbar, wie auch die entlarvenden Recherchen des Flip Magazins zeigen. Das Team hat aktuell das Trinksystem-Startup "Air Up" aus Deutschland zerlegt, die besonders intensiv ihre nachhaltige Wirkung betonten – ohne Substanz wie sich schnell herausstellte.
 
Bleiben wir megakritisch und ultraoptimistisch zugleich.
 
Dann geht was.
 
Hannes Offenbacher ist Gründer und Präsident von wemorrow – einem der stärksten Netzwerke Europas für die aufstrebende Good Impact Economy. Gegründet im Jahr 2007 verbindet es mehr als 6.000 Unternehmer, Denker und Kreative für Innovation und Kooperationen.

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