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Wir müssen ein Umdenken lernen. Nicht nur in der Wirtschaft.

Frank E. P. Dievernich, Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, im forum-Interview

Als Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences war es für den Betriebswirt und Soziologen Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich nach dem Antritt des Amtes ein zentrales Anliegen, die Hochschule mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in der (Stadt-)Gesellschaft sichtbar neu zu positionieren als Institution, die für gelebte Vielfalt und Diversität steht und sich gegen jede Form von Rassismus einsetzt. Ende 2019 im Amt bestätigt, führt er die Frankfurt UAS auf dem Weg als innovative Forschungs- und Entwicklungspartnerin weiter: Als erste Hochschule in Hessen hat die Frankfurt UAS im März 2021 eine Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Im forum-Interview erläutert Prof. Dievernich seine Beweggründe.
 
Sehr geehrter Herr Dievernich, Sie sind Präsident der Frankfurt UAS, die einen starken Kurs in Richtung Nachhaltigkeit eingeschlagen hat.  Wie kam es dazu?
Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich © Natalie FärberKlimaschutz und Regeneration der Umwelt sind DIE Herausforderungen der Gegenwart. Diesen stellte und stellt sich die Frankfurt UAS in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie die globale Klimakrise aus dem Bewusstsein zu verdrängen droht. Unsere Hochschule agiert schon seit Jahren als innovative Forschungs- und Entwicklungspartnerin: Wir sind besonders stark darin, im Dialog mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Institutionen gemeinsam zukunftsweisende Lösungen zu generieren. Mir ist es deshalb sehr wichtig, dass wir nicht nur reden, sondern letztendlich alle 17 Nachhaltigkeitsziele der UN an unserer Hochschule in die Tat umsetzen. Dies geschieht in Forschung, Weiterbildung, Lehre wie auch in der Verwaltung.

Sollten Schulen und Universitäten das Thema prinzipiell mehr in den Mittelpunkt stellen?
Definitiv. Wir müssen ein Umdenken lernen. Nicht nur in der Wirtschaft – das heißt, es wird in Zukunft nicht mehr alles nur auf Wachstum ausgerichtet sein –, es geht bis ins private Leben. Wir sind eine Transformationsgeneration, uns steht ein Strukturwandel bevor, in dem wir neue Lebensformen und Technologien entwickeln müssen. Gerade die ganz Jungen in der Gesellschaft haben dieses Denken bereits im Bewusstsein. Dies wollen wir auch in unserer Lehre verstärkt vermitteln. Viele unserer Professorinnen und Professoren kommen aus der Wirtschaft und geben ihre Expertise direkt in den Seminaren weiter. Hier können wir proaktiv ansetzen und Nachhaltigkeit in alle Bereiche des Lebens, ob in Architekturfragen, in Bedarfe der Pflege oder in logistische Überlegungen, einbeziehen. Nur so kann unsere Welt für künftige Generationen lebenswert gestaltet werden. 

Auf welche bisherigen Erfolge und Errungenschaften der Frankfurt UAS sind Sie besonders stolz?
Wir haben als erste Hochschule in Hessen im März 2021 eine Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Die Frankfurt UAS möchte damit Know-how entwickeln und Vorbild für andere Organisationen dieser Gesellschaft sein, sich für das Thema Nachhaltigkeit einzusetzen. In der Strategie sind Ziele und Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung definiert, die wir in den nächsten Jahren umsetzen werden. Für das Konzept und die daraus resultierende Gründung eines Nachhaltigkeitsbüros, die Einrichtung eines Nachhaltigkeits-Dashboards sowie die Initiierung eines Nachhaltigkeitspreises wurde uns als Anschubfinanzierung für den Zeitraum 2021-2025 eine Förderung von rund 1,7 Mio. Euro durch das Hessische Wissenschaftsministerium in Aussicht gestellt. Das ist ein großer Erfolg und bestärkt uns in unseren Zielen. Wunderbar finde ich auch, wie z.B. unsere Forschenden in der Architektur neue, leichte Materialien für die Fassaden von Gebäuden entwickeln. Dass wir eine der ersten Fahrradprofessuren in Deutschland besetzt haben, um neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen, macht mich sehr stolz. Schließlich sind wir auch die erste Fairtrade University Hessens.

Kommen wir zu den SDG – hat sich die Hochschule auf bestimmte Ziele besonders fixiert?
Natürlich ist für uns das SDG 4, „Hochwertige Bildung" anzubieten, ein priorisiertes Vorhaben. Es geht uns nicht darum, nur Fachwissen zu vermitteln, sondern in der Lehre das Thema Gesellschaftliche Verantwortung einfließen zu lassen. Vermehrt arbeiten wir mit den Studierenden in „Service Learning"-Projekten. Dabei werden Fragen aus z.B. gemeinnützigen Organisationen aufgenommen und durch die Studierenden gelöst. Dies werden wir weiter ausbauen. Schließlich glauben wir, dass der Persönlichkeitsentwicklung in der Lehre eine noch viel größere Rolle zugestanden werden muss. Und zu dieser Persönlichkeitsentwicklung gehört, sich aktiv mit Fragen der Nachhaltigkeit, der eigenen Lebensführung auseinanderzusetzen. Jede einzelne Handlung im Wirtschaftssystem, wie eine Kaufentscheidungen oder die Berufswahl, ist eine bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, für oder gegen die Umwelt. Dieses Bewusstsein versuchen wir anzustoßen.

Last but not Least kommen wir zu SDG17, unserem Favoriten: Welche Kooperationen halten Sie für besonders wichtig?
Es geht, so glaube ich, nicht darum, einzelne Kooperationen besonders hervorzuheben. Viel wichtiger ist es, ein Bild vor Augen zu haben, was Kriterien und Werte für die Anbahnung von Partnerschaften betrifft. So ist es für uns als Hochschule wichtig, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die in eine ähnliche Richtung gehen wollen: Unternehmen, die nachhaltig handeln oder dies anstreben, Politikerinnen und Politiker, die eine ökologische Wende hinbekommen wollen, die nicht nur reden, sondern handeln. Wir dürfen nicht vergessen: Wir haben nur diese eine Welt – und diese muss bewahrt und geschützt werden. Und dafür braucht es ein Netzwerk an Partnern, die das auch mit Leidenschaft erreichen wollen.  

Welche zukünftigen Kooperationspartner suchen Sie?
Grundsätzlich sind unsere Partner privatwirtschaftliche Unternehmen oder Institutionen der öffentlichen Hand, die vor einer ökonomischen, sozialen, technischen und vor allem auch ökologischen Herausforderung stehen. Wenn diese Organisationen dann praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Expertise benötigen, sind sie bei uns an der Frankfurt UAS genau richtig. Insbesondere beim diesjährigen 2. Frankfurter Zukunftskongress bieten wir über die Keynotes und diverse Denkräume mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft allen interessierten Organisationen, die sich den gesellschaftlichen Herausforderungen stellen, wichtige neue Impulse zum Handeln. Über das Handeln können wir es schaffen, den Klimawandel, die Digitalisierung und den Umgang mit neuen Arbeitsformen zu stemmen. Wir müssen mehr denn je –auch da können wir unsere Partner begleiten – eine Kultur dieses Wandels in den verschiedensten Organisationen implementieren.

Herr Prof. Dr.  Dievernich, gerne sind wir bei der Kontaktanbahnung behilflich und wünsche Ihnen und der Frankfurt UAS alle Gute.

Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich ist Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences, Vorsitzender der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Hessen und Professor für Organisationsberatung, Coaching und Changemanagement. Zudem ist er Vortragender und Publizist in unterschiedlichen Medien.

Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences

Gesellschaft | Bildung, 09.02.2022
     
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