Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt!

Kakao-Barometer 2020

Nur struktureller Wandel in der globalen Kakaolieferkette kann Armut beseitigen

Mit dem Beitrag Schokolade - Immer eine Sünde wert? prüft das Nachhaltigkeitsmagazin, ob man die süße Versuchung noch mit gutem Gewissen genießen darf. Mehr dazu lesen Sie in forum Nachhaltig Wirtschaften 3/2019
Mit der Veröffentlichung des Kakao-Barometers 2020 schlagen die Herausgeber Alarm: Nach zwei Jahrzehnten fehlgeschlagener Bemühungen gehören Armut und Kinderarbeit noch immer zum Alltag von Kakaobauernfamilien. Die entwicklungspolitischen Organisationen INKOTA-netzwerk, SÜDWIND-Institut und Solidaridad fordern als Mit-Herausgeber des Kakao-Barometers Unternehmen und Regierungen dazu auf, ihre Versprechen zur Beendigung der Entwaldung, von Armut und Menschenrechtsverletzungen im Kakaosektor einzuhalten. Dafür sind die Beteiligung von Bauern und Bäuerinnen sowie Arbeiter*innen an Entscheidungsprozessen und die Zahlung existenzsichernder Preise im Kakaosektor nötig. 
 
Nach zwei Jahrzehnten fehlgeschlagener Bemühungen gehören Armut und Kinderarbeit noch immer zum Alltag von Kakaobauernfamilien. © INKOTA-netzwerk e.V.Das Kakao-Barometer wird von einem internationalen Konsortium zivilgesellschaftlicher Organisationen herausgegeben und gibt alle zwei Jahre einen Überblick über die Nachhaltigkeitsbemühungen im Kakaosektor. Die diesjährige Publikation belegt, dass die weit verbreitete Armut von Kakaobauern und -bäuerinnen fortbesteht, ausbeuterische Kinderarbeit zugenommen hat und die Entwaldung fortschreitet. Deshalb unterstreichen die Herausgeber, dass ohne gesetzliche Regulierungen zur Einhaltung von menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten die massiven Herausforderungen im Kakaosektor nicht gelöst werden können.
 
Ko-Autor Friedel Hütz-Adams vom SÜDWIND-Institut betont: "Bisherige Regulierungsbemühungen sind nur freiwillig, nicht verpflichtend. Innerhalb der Vielzahl von staatlichen Vereinbarungen, nationalen Multi-Stakeholder-Plattformen und sektorweiten Kooperationen gibt es weder Sanktionen für die Nichteinhaltung noch Durchsetzungsmaßnahmen, um die Ziele zu erreichen. Doch ohne Rechenschaftspflicht, Transparenz und Durchsetzung von Verbesserungen ist ihre Wirkung begrenzt, das haben die letzten 20 Jahre gezeigt."
 
Evelyn Bahn vom INKOTA-netzwerk betont, dass die strukturellen Probleme im Kakaosektor noch immer nicht angegangen werden: "Solange die Schokoladenindustrie nicht bereit ist, höhere Kakaopreise zu bezahlen, lassen sich Armut und Menschenrechtsverletzungen in der Kakaolieferkette nicht beenden. Fairen Kakao wird es nicht zum Nulltarif geben. Es ist an der Zeit, dass die Akteure im Kakaosektor anerkennen, dass Projekte zur Steigerung von Ernteerträgen und Diversifizierung nicht ausreichen."
 
"Wir stehen am Scheideweg", unterstreicht auch Isaac Gyamfi, Geschäftsführer von Solidaridad in Westafrika. "Umgehen wir weiterhin das Wohl der Bauern und Bäuerinnen, oder gestalten wir gemeinsam die Verteilung der Einnahmen und die Entscheidungsfindung im Kakaosektor radikal um? Bauern und Bäuerinnen brauchen ein existenzsicherndes Einkommen und einen Platz am Verhandlungstisch."
 
Sandra Sarkwah von der zivilgesellschaftlichen Organisation SEND-Ghana koordiniert die Ghana Civil-Society Cocoa Platform (GCCP). Das Bündnis aus NGOs und Bauernorganisationen im zweitgrößten Kakaoanbauland der Welt unterstützt die Veröffentlichung des Kakao-Barometers 2020. Sarkwah betont: "Die geringen Einkommen der Kakaobauern- und bäuerinnen stellen eine immense Bedrohung für einen nachhaltigen Kakaoanbau dar. Der Großteil der Wertschöpfung bleibt bei Kakaoverarbeitern, Schokoladenherstellern und Einzelhändlern hängen. Sie sind mitverantwortlich, den Kakaosektor so zu gestalten, dass Kakaobauern und -bäuerinnen über ein existenzsicherndes Ein-kommen verfügen und bessere Ab-Hof-Preise erhalten."
 

Das Kakao-Barometer:
Das Kakao-Barometer wird alle zwei Jahre von einem globalen Konsortium zivilgesellschaftlicher Akteure veröffentlicht. Es gilt als eine der wichtigsten Veröffentlichungen über die Situation im Kakaosektor. Die Herausgeber sind: ABVV/Horval, Be Slavery Free, European Federation of Food, Agriculture and Tourism Trade Unions (EFFAT), Fair World Project, Fern, Green America, Hivos, INKOTA-netzwerk, International Labor Rights Forum, Mighty Earth, Oxfam America, Oxfam-Wereldwinkels, Rikolto, Soli-daridad, Südwind Institut, Tropenbos International.
 
Das INKOTA-netzwerk ist eine entwicklungspolitische Organisation, die mit politischen Kampagnen und in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im globalen Süden Hunger und Armut bekämpft und für eine gerechte Globalisierung eintritt. INKOTA stärkt Menschen im globalen Süden, damit sie sich selbstbestimmt von Hunger und Armut befreien können.
 
Kontakt: INKOTA-netzwerk e.V. | presse@inkota.de | www.inkota.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
30
JUN
2026
Circular Tech Hub
Europe’s Largest Tech, Startup & Digital Investment Event
14055 Berlin
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Politik

Gute Politik bedient nicht Partikularinteressen
Christoph Quarchs Überlegungen zum Wahlsonntag
B.A.U.M. Insights
Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Jetzt auf forum:

Stadtgrün gegen Hitze

Biodiversität beginnt vor der Haustür

Erfolgreicher Moor-Mitmachtag mit 100 Freiwilligen

Klimaneutrale Speicherstadt drei Mal erfolgreich bei DGNB Sustainability Challenge

Die Sommer-INNATEX wartet auf mit bekannten Namen und essenziellen Themen

Recht haben reicht nicht

Neue Wege gehen: Die nächste Generation steht bereit

Der Einkauf als Hebel

  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • 66 seconds for the future
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Engagement Global gGmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • NOW Partners Foundation
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ZamWirken e.V.
  • WWF Deutschland
  • TÜV SÜD Akademie
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig