Technik | Cleantech, 09.06.2020
Solarstrom aus dem Boden
Junge Ingenieure entwickeln Next-Generation Photovoltaik-Anlagen
Alles begann mit einer einfachen, aber innovativen Idee: Warum nicht begehbare Wege aus recyceltem Kunststoff statt Beton herstellen? Und was wäre, wenn diese auch Sonnenenergie erzeugen könnten? Nach vielen Jahren Forschung haben drei junge und ehrgeizige Ingenieure diesen Traum wahr gemacht und gewinnen nun Energie aus Solarzellen, die in den Boden eingelassen sind. Platio-Solarzellen – alle in der EU entwickelt und hergestellt – bestehen zu 90 % aus recyceltem Kunststoff. Sichere Niederspannung und gehärtete Glasfliesen mit Anti-Rutsch-Beschichtung sorgen für maximale Sicherheit.
Im Jahr 2015 haben sich drei junge Fachleute - ein Designer und Landschaftsarchitekt, ein Chemiker und Elektroingenieur, sowie ein Maschinenbauingenieur – entschlossen, leistungsstarke Solarzellen zu entwickeln, die in den Boden eingelassen werden können und aus recycelten Materialien bestehen. Binnen zwei Jahren ist so ein Produkt entstanden, das nun serienreif ist: das Platio Solar Pavement.
Die Erfindung besteht aus recyceltem Kunststoff, schlagfestem Glas, Hochleistungs-Solarzellen und modularer Verdrahtung. Die nachhaltige und unabhängige Energiequelle versorgt verschiedene Geräte - von Handy-Ladegeräten über E-Fahrräder bis hin zu E-Autos - mit Strom. Auch öffentliche Infrastruktur, wie zum Beispiel Bürogebäuden und Einkaufszentren können dank einer gebrauchsfertigen Lösung, dem Platio Green Building System (GBS) mit Strom versorgt werden.
Das Budapester Unternehmen macht sich nun auf den Weg zu internationalem Ruf. 2017 wurde Platio in das Agile-Accelerator-Programm von E.On aufgenommen, und begann anschließend mit dem Verkauf seiner Module in ganz Europa. Platio-Fliesen wurden in Garagenzufahrten und Gärten installiert, um E-Autos aufzuladen, einen Pool zu beheizen, oder die Gartenbeleuchtung mit Strom zu versorgen. Darüber hinaus gibt es auch Anwendungen im Bereich der Schifffahrt, wenn zum Beispiel Platio-Fliesen in Pontons Strom für Schiffe und Hafenanlagen erzeugen.
"Wir haben ein Maß an Flexibilität von Photovoltaik-Anlagen erreicht, dass früher undenkbar war. Auch wenn das Dach eines Gebäudes nicht dafür geeignet ist, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, lassen sich unsere modularen Solarzellen auf Ersatzflächen, wie z.B. auf Garagen-Zufahrten installieren, oder sogar in eine smarte, sogenannte i-Bank einbauen” – sagt Miklós Ilyés, Mitbegründer und Landschaftsarchitekt. Flexibilität ist ein wichtiger Mehrwert der Solardesign-Innovation, da Alternativen für Dach-PV-Anlagen sehr bald stärker nachgefragt werden. Mit der Weiterentwicklung des Klimaschutzgesetzes schlagen mehrere Landesregierungen eine verpflichtende Installation von Photovoltaik-Anlagen vor. Hamburg ist Vorreiter bei der Photovoltaik-Pflicht in Deutschland – sie gilt ab 2023 für alle Neubauten in der Stadt. Auch Baden-Württemberg plant verbindliche Photovoltaik-Pflicht für Neubauten ab 2022, und mit der Reform der Bauordnung will Wien die Photovoltaik-Pflicht ebenso ausweiten.
Das stark wachsende Interesse aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden und sogar den USA zeigt, dass Platio-Fliesen eine ideale Lösung für Kunden sind, die Wert auf eine ästhetische, sichere, nachhaltige und effiziente Energieversorgung legen. Die jungen Ingenieure von Platio sind mehr als glücklich, dieser Nachfrage Rechnung zu tragen.
Über Platio:
Platio ist ein Budapester Technologieunternehmen, das nachhaltige Gebäudelösungen aus recyceltem Material entwickelt. Platio ist der Entwickler und Hersteller von Platio Solar Pavement, einer Solardesign-Innovation, die eine neue saubere Energiequelle für Städte, Unternehmen und Haushalte bietet, und überall installiert werden kann, wo herkömmliche Solartechnologien nicht eingesetzt werden können. Platio wurde 2015 gegründet, heute ist das Unternehmen in 16 Ländern mit 12 Wiederverkäufern präsent, mit Schlüsselmärkten in Deutschland, Spanien, Italien und den USA.
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