"Das Konjunkturpaket lastet auf den Schultern der jungen Generation!"

Ein Statement zum Konjunkturpaket der Bundesregierung von Franziska Heinisch (20), Sprecherin der Generationen Stiftung

"Das von der Bundesregierung gestern beschlossene Konjunkturpaket ist - abgesehen von seinem finanziellen Umfang - alles andere als der von Olaf Scholz verkündete ,Wumms'. Vielmehr erinnert es mich an ein Verteilen von Bonbons. Die Vielzahl der Maßnahmen sind kurzfristig gedacht und wenig zielgerichtet. Aus meiner Sicht fehlen systematische Lösungen, die nachhaltige strukturelle Veränderungen bewirken. 
 
Generationen - Rettungsschirm Aktion der Generationen Stiftung vor dem Kanzlerinnenamt in Berlin. © Gregor FischerGegen einen einmaligen Kinderbonus ist beispielsweise nichts einzuwenden, doch ist es letztlich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Weder erhalten Familien ernsthafte Perspektiven für die Corona-Krise noch zahlen die Maßnahmen in der notwendigen Konsequenz auf die Absicherung von Arbeitenden oder den Klimaschutz ein. Die beschlossenen Maßnahmen haben vor allem ein Ziel: Die wirtschaftliche Nachfrage soll angekurbelt werden. Das sorgt dafür, dass mit dem Paket vor allem Symptome bekämpft werden. Lösungen für tiefgreifende Probleme bleiben weiterhin aus - sei es die Klimakrise, eine nicht zukunftsfähige Wirtschaftsweise oder soziale Unsicherheit.
 
Zwar hat sich die Bundesregierung zum Glück gegen eine Abwrackprämie entschieden, doch konkrete Maßnahmen für das Klima fehlen. Das beschlossene Konjunkturpaket soll möglichst schnell das alte wirtschaftliche ,Normal' herstellen, aber das kommt einem Ausverkauf der Zukunft meiner Generation gleich.
 
Die entstehenden Schulden für die über 300 milliardenschweren Rettungspakete lasten vor allem auf den Schultern der heutigen Jugend. Wenn wir über Jahrzehnte für die beschlossenen Maßnahmen zahlen, dann müssen sie auch unsere Zukunft absichern. Konkret heißt das: Die Klimaziele müssen umgesetzt werden und alle Wirtschaftshilfen brauchen konsequente soziale und ökologische Rahmenbedingungen.
 
Wir von der Generationen Stiftung fordern von der Bundesregierung deswegen einen Generationen-Rettungsschirm - für die Menschen und für die Zukunft. Dafür werden wir in den nächsten Monaten weiter Druck machen."
 
Über Franziska Heinisch
Franziska Heinisch ist 20 Jahre alt und Sprecherin der Generationen Stiftung. Die Mitautorin des Spiegel-Bestsellers "Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen" kämpft aktuell mit der Generationen Stiftung und ihrem Jugendrat für einen "Generationen-Rettungsschirm". Ihre Forderungen an die Bundesregierung vertritt und diskutiert sie engagiert auf kleinen oder großen Bühnen, in Talkshows oder im Feuilleton, in den sozialen Medien oder im persönlichen Gespräch, mit Entscheidungsträger*innen und Menschen aller Generationen.
 
Als Sprecherin der Generationen Stiftung ist Franziska Heinisch überzeugt: Veränderung ist nur möglich, wenn sich die Generationen verbünden und eine starke Allianz der Zukunft bilden. Mit der Kampagne "Generationen-Rettungsschirm" fordert sie gemeinsam mit der Stiftung und dem Jugendrat die Kopplung von Wirtschaftshilfen an strenge soziale und ökologische Bedingungen, ein Umsetzen der Klimaziele, ein Ende des Leids an den europäischen Grenzen und ein Stopp der fortschreitenden sozialen Spaltung.
 
Kontakt:

Gesellschaft | Politik, 05.06.2020

     
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