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Gefährlich, schädlich, verantwortungslos: Die Folgen von illegaler Müllentsorgung im Wald

Die Waldschutzorganisation PEFC erklärt, welche schweren Folgen das illegale Abladen von Müll im Wald hat.

Bauschutt, Batterien, alte Möbel oder Plastikflaschen – es gibt kaum etwas, das nicht schon einmal im Wald entsorgt wurde. Dass solch ein rücksichtloses Verhalten nicht nur strafbar, sondern auch schädlich für Mensch und Umwelt ist, gehört eigentlich zum gesunden Menschenverstand. Und trotzdem passiert es immer wieder. Die Waldschutzorganisation PEFC erklärt, welche schweren Folgen das illegale Abladen von Müll im Wald hat.
 
Die PEFC-Infografik zeigt einige Gefahren, die von Müll im Wald ausgehen. Die vollständige Graphik sehen Sie, wenn Sie auf das Bild klicken. © PEFC Deutschland e.V.Es ist ein Anblick, der Waldfreunde, Waldbesitzer und Förster regelmäßig fassungslos werden lässt: Sperrmüll im Wald. Bauschutt, Batterien, Gartenabfälle, ausrangierte Möbel, Waschmaschinen – es gibt nichts, was nicht schon einmal am Rande von Waldparkplätzen oder Waldwegen illegal abgeladen wurde. Gerade jetzt während der Corona-Krise beobachten immer mehr Förster eine Zunahme der illegalen Müllentsorgung.
 
„Völlig verantwortungslos", sagt Maximilian Fottner, Waldexperte bei PEFC Deutschland und Eigentümer eines Waldes in der Nähe von Augsburg. „Gerade in Deutschland haben wir eine Vielzahl an Möglichkeiten, unsere Abfälle kostenlos oder kostengünstig auf Wertstoffhöfen oder Deponien zu entsorgen. Sollten diese wegen der Corona-Krise aktuell geschlossen sein, kann Grünschnitt über die Biotonne entsorgt und Sperrmüll im Keller zwischengelagert werden. Wer meint, seinen Müll stattdessen im Wald abladen zu müssen, riskiert nicht nur saftige Bußgelder, sondern gefährdet auch das Ökosystem Wald – den Wald, in dem wir joggen, der unseren Sauerstoff produziert und unser Trinkwasserspeicher ist."
 
Klare Worte findet auch der Gesetzgeber: Wer Abfälle vorsätzlich oder fahrlässig illegal entsorgt oder als Eigentümer ermittelt wird, begeht nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro belangt werden. Das gilt auch für die achtlos weggeworfene Plastiktüte oder Getränkedose.
 
Schädigung des Bodens und des Grundwassers
Die größte Gefahr geht von Bauschutt, Batterien, Elektrogeräten und lackiertem Altholz aus. Sie alle enthalten chemische Bestandteile oder Giftstoffe. Asbest, Blei, Öle oder Kühlmittel können mit der Hilfe des Regens in den Waldboden und anschließend bis in das Grundwasser eindringen. So bedrohen sie Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen.
 
Gleiches gilt für Zigarettenstummel, die trotz der strikten Rauchverbote in vielen Bundesländern auf den Waldboden geworfen werden. Sie können nicht nur Waldbrände auslösen, sondern enthalten auch das Nervengift Nikotin, welches durch Auswaschung in das Grundwasser und die Flüsse gelangt, wo es Wasserlebewesen schädigt oder sogar tötet. Die watteähnlichen Filter bestehen meist aus Kunststoff, der sich erst nach Jahrzehnten zersetzt und währenddessen von Tieren mit Nahrung verwechselt wird. Bis zu 450 Jahren dauert es, bis sich z.B. eine PET-Flasche im Wald vollständig abgebaut hat. Durch die Witterung löst sich Plastikmüll in immer kleinere Mikroplastikpartikeln auf, die den Boden und das Grundwasser verunreinigen.
 
Auch die Entsorgung privater Gartenabfälle ist schädlich und verboten. Sie schleppen die Samen gebietsfremder Pflanzenarten (sogenannte Neophyten) ein, die heimische Pflanzen verdrängen.
 
„Einige Personen scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, dass die Natur ein Kreislauf ist, dem auch wir Menschen angehören. Das heißt, dass Stoffe aus dem Müll, den wir in der Natur entsorgen, irgendwann wieder in unseren eigenen Mägen landen", so Fottner. Was für Plastik im Meer gilt, gelte auch für Fremdstoffe im Wald.
 
Die Waldschutzorganisation PEFC appelliert deshalb an alle Mitbürger, ihre Abfälle auf den dafür vorgesehen Mülldeponien und Wertstoffhöfen zu entsorgen. Sollten einige Sammelstellen aufgrund der aktuellen Corona-Krise gar nicht oder nur eingeschränkt geöffnet sein, so sollte der Sperrmüll erst einmal zu Hause gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden. Auch in diesem Punkt gilt es verantwortungsbewusst und geduldig zu sein.
 
PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft. PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,6 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Quelle: PEFC Deutschland e. V.



     
        
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