#VerantwortungJetzt! - Die Krise als Chance für den Wandel

Mobilität ohne eigenes Auto vor der Tür:

So gelingt die Verkehrswende

Welche Mobilitätsangebote am Wohnort vorhanden sind, entscheidet darüber, wie Menschen sich fortbewegen. VCD und GdW fordern mehr Zusammenarbeit für klimafreundliche Wohnquartiere. Die VCD-Publikation "Intelligent mobil im Wohnquartier" enthält elf Handlungsempfehlungen für Kommunen und Wohnungsunternehmen.
 
© pasja1000, pixabay.comMehr als 80 Prozent aller Wege in Deutschland starten und enden an der eigenen Haustür. Sind klimafreundliche Verkehrsmittel am Wohnort vorhanden, birgt dies ein großes CO2-Einsparpotential. Ist beispielsweise die ÖPNV-Haltestelle gut zu erreichen, nutzen Anwohnerinnen und Anwohner auch häufiger den Bus. Sind Fahrrad-Parkplätze vorhanden, wird eher auf das Rad gestiegen. Das eigene Auto als einzige Möglichkeit, um von A nach B zu kommen, ist in Zeiten der Klimakrise nicht mehr zukunftsfähig. In seiner Publikation „Intelligent mobil im Wohnquartier" zeigt der ökologische Verkehrsclub VCD, wie Kommunen und Wohnungsunternehmen konkret für klimafreundliche Mobilität im Wohnumfeld sorgen können. 
 
Kerstin Haarmann, VCD-Bundesvorsitzende: „Die Klimabelastungen aus dem Verkehr, Lärm, Staus und schlechte Luft zeigen: Wir brauchen die Verkehrswende und die Zeit drängt. Das Angebot im eigenen Wohnumfeld entscheidet, ob die Menschen weiterhin auf das eigene Auto angewiesen sind, oder ob sie auf den ÖPNV, das Fahrrad oder auf Carsharing-Angebote umsteigen. Nur wenn Wohnungsunternehmen und Kommunen gut zusammenarbeiten und beispielsweise Fahrrad-Abstellplätze statt Pkw-Parkplätze fördern und bauen, haben Menschen eine wirkliche Wahl, wie sie sich fortbewegen."
 
In Zukunft müssen sich Wohnungsunternehmen nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus ökologischen und sozialen Gründen noch intensiver mit innovativen Mobilitätskonzepten auseinandersetzen. Im Rahmen des Projektes „Wohnen leitet Mobilität" hat der VCD gemeinsam mit seinen Projektpartnern, dem Öko-Institut und dem Deutschen Mieterbund, bei insgesamt 25 Dialogforen deutschlandweit erstmals Vertreter der Wohnungswirtschaft mit Vertretern der kommunalen Verwaltungen an einen Tisch gebracht. Fazit der Zusammenarbeit: Der Schlüssel für klimafreundliche Mobilität liegt in einer guten Kooperation zwischen den Akteuren.
 
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin GdW: „Mobilität ist nicht nur eine Frage des Klimaschutzes sondern auch ganz konkret der Lebensqualität in den Quartieren und gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Die Wohnungswirtschaft arbeitet aus diesem Grunde intensiv an der Entwicklung und Etablierung alternativer Formen. Wir können die Voraussetzungen vor Ort schaffen und die Bewohner einbeziehen. Die Bereitstellung und der Betrieb dürfen aber nicht auf Kosten des bezahlbaren Wohnens gehen."
 
In seinem Leitfaden gibt der VCD elf Handlungsempfehlungen, um klimafreundliche Mobilität im Wohnquartier erfolgreich umzusetzen. So empfiehlt der VCD etwa, dass Wohnungsunternehmen für eine integrierte Stadt- und Verkehrsplanung mit kommunalen Akteuren und Mobilitätsdienstleistern zusammenarbeiten müssen; nur so entstehe die notwendige Fachkompetenz. Darüber hinaus hätten Kommunen oft einen viel größeren Handlungsspielraum als ihnen bewusst sei. Durch die Instrumente Bauleitplanung, Widmung und Stellplatzsatzung hätten kommunale Verwaltungen einige Möglichkeiten, Stadt und Verkehr umweltverträglicher umzugestalten. Wohnungsunternehmen legt der VCD unter anderem nahe, sich mit der alternativen Nutzung von Flächen abseits von Pkw-Abstellmöglichkeiten zu beschäftigen – gerade die junge Generation nutzt eher Sharing-Angebote als sich ein eigenes Auto anzuschaffen. So bleiben einige Flächen ungenutzt, obwohl die Unternehmen für Pkw-Stellplätze zunächst viel Geld bezahlen.
 
Für die Verkehrswende und die Einhaltung kommunaler Klimaschutzziele sind die Mobilitätsangebote im Wohnquartier ein Schlüsselfaktor. Deshalb fordert der VCD, Fuß- und Radwege im Wohnquartier deutlich auszubauen, die Zahl der Autos und deren Flächenverbrauch deutlich zu verringern und das Wissen über nachhaltige Wohnortmobilität zu verbreiten.
 
Entstanden ist der Handlungsleitfaden aus dem VCD-Projekt „Wohnen leitet Mobilität" mit Unterstützung seiner Projektpartner, dem Öko-Institut und dem Deutschen Mieterbund. Das Projekt wird seit Januar 2017 vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen über 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repräsentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften.
 
Kontakt
Anne Fröhlich, VCD | presse@vcd.org | www.vcd.org 
Katharina Burkardt, GdW | presse@gdw.de | www.gdw.de

Technik | Mobilität & Transport, 29.10.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
07
NOV
2020
Green World Tour Nachhaltigkeitsmesse Mannheim/Heidelberg
Die Vielfalt der Nachhaltigkeit auf einer Messe
69115 Heidelberg
03
DEZ
2020
13. Deutscher Nachhaltigkeitstag
Die Krise als Chance zum ökologischen und sozialen Umbau
40474 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...
Tierisch gut gedruckt! Wir drucken VEGAN. premium green by oeding-print.de

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Countdown für Planet B. Leila Dreggers Plädoyer für einen Aufbruch ins utopische Denken
5 - Systemwechsel in der Medizin
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Rückblick auf den CSR-Tag 2020: Wirtschaftskongress im Zeichen des Klimaschutzes

Celebrity Endorsement

Gold statt Weihnachtsfeier

Ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele 2025: Brambles stellt als Pionier erstmals Pläne für weltweit regenerative Lieferketten vor

Signifikant steigende Stromeffizienz

Inbetriebnahme Agri-Photovoltaikanlage Aasen mit Winfried Kretschmann

DHL Express ist einer der besten Arbeitgeber der Welt

Der smarte Wasserhahn-Tracker VLOW schont Umwelt und Geldbeutel

  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • PEFC Deutschland e. V.
  • TourCert gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)