Umwelt | Naturschutz, 30.08.2019
Amazonasbrände sind „schreckliche Plage“, sagen indigene Sprecher*innen
Ein Schrecken für das Volk
Indigene Sprecher*innen aus dem ganzen brasilianischen Amazonasgebiet haben die verheerenden Waldbrände als „Pest" und „Terror" angeprangert, die „unsere Kinder krank machen und die Tiere töten".
Antonio Enésio Tenharin vom Volk der Tenharim sagte am Wochenende: „Wir kümmern uns um dieses Land, um unser Territorium. Bis heute war das Feuer noch nicht ausgebrochen. Aber jetzt ist es plötzlich gekommen, an verschiedenen Orten. Es ist ein Schrecken für unser Volk, denn es macht unsere Kinder krank, tötet die Tiere, es bringt nur schlechte Dinge."Die renommierte indigene Sprecherin Sonia Guajajara sagte: „Wir setzen unseren Körper und unser Leben aufs Spiel, um zu versuchen, unsere Gebiete zu retten. … Wir warnen seit Jahrzehnten vor den Verletzungen, die wir in ganz Brasilien erlitten haben."
„Das räuberische Verhalten von Holzfällern, Bergleuten und Viehzüchtern, die eine mächtige Lobby im Kongress mit mehr als 200 Abgeordneten unter ihrem Einfluss haben … wird unter der anti-indigenen Regierung von Jair Bolsonaro immer schlimmer, der Gewalt gegen die Umwelt und gegen uns normalisiert, anstachelt und stärkt."
Eine Gruppe von Huni-Kuin-Anführer*innen sagte: „Die Natur weint und wir weinen. Wenn wir diese Zerstörung der Mutter Natur nicht stoppen, werden zukünftige Generationen in einer völlig anderen Welt leben als die, in der wir heute leben. Das ist der Schrei von Mutter Natur, die uns bittet, ihr zu helfen. Und wir arbeiten heute daran, dass die Menschheit eine Zukunft hat. Aber wenn wir diese Zerstörung nicht stoppen, werden wir diejenigen sein, die ausgelöscht und verbrannt werden und der Himmel wird über uns herabfallen, was bereits begonnen hat."
Der indigene Sprecher Raimundo Mura erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters letzte Woche: „Ich werde bis zu meinem letzten Blutstropfen Widerstand leisten … Es ist eine Plage. Du siehst die Leben (der Bäume), die dort verschwendet wurden. All diese Bäume waren einst lebendig, sie alle mussten leben, jeder einzelne an seinem Platz. Du kannst den Schaden sehen. Es ist das Ziel des weißen Mannes, diesen Wald zu zerstören."
Die Indigenen-Organisation COIAB hat ebenfalls eine Erklärung zu den Bränden veröffentlicht.
Von den Feuer ist wohl auch das indigene Gebiet Arariboia betroffen, wo eine Gruppe unkontaktierter Awá lebt. Die Aufnahmen eines unkonkatierten Awá-Mannes sorgten erst vor einigen Wochen für weltweite Schlagzeigen.
Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Diese schrecklichen Brände sind kein Zufall. Der Angriff auf Amazonien wird durch den Angriff Bolsonaros auf die indigene Bevölkerung und die Umwelt erleichtert, in einem Ausmaß, das wir seit 50 Jahren nicht mehr gesehen haben. So schnell wie seit Generationen nicht werden der Amazonasregenwald und seine indigenen Völker zerstört. Der beste Weg, die Klimakrise anzugehen, ist für die Landrechte indigener Völker zu kämpfen."
Kontakt: Linda Poppe, Survival International | presse@survivalinternational.de
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