66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Smart Cities – Bürger sprechen mit

Ein Artikel von Markus Keller, Senior Vice President Smart City, Deutsche Telekom AG.

„Smart" wollen heutzutage fast alle sein – auch Städte. Immer mehr Stadtverwaltungen und Bürger beschäftigen sich mit der Idee der „Smart City". In der Vergangenheit habe ich oft erlebt, dass Technologieanbieter die Städte und Gemeinden zur digitalen Transformation angetrieben haben. Heute muss niemand die kommunalen Verwaltungen antreiben. Sie haben selbst erkannt, dass technische Innovationen eine wichtige Voraussetzung sind, um das Leben in einer Stadt modern, bürgernah und für Unternehmen attraktiv zu gestalten. 

Markus Keller, Senior Vice President Smart Cities der Deutschen Telekom © Deutsche TelekomDabei geht es auch nicht um die Einführung von Technik um ihrer selbst willen. Sondern um die Bürgerinnen und Bürger – sie stehen im Fokus. Deswegen ist Lebensqualität das zentrale Thema des Smart City-Ansatzes. Also Fragen wie „Wie erleichtere ich meinen Einwohnern den Alltag?". Und das innerhalb einer Bandbreite von der Anmeldung zum Kindergartenplatz, der Organisation der Müllabfuhr bis zur Bezahlung der Hundesteuer oder der Genehmigung eines Bauantrags.

Frühzeitige Bürgerbeteiligung
Nahezu alle öffentlichen Verwaltungen, mit denen ich zu tun habe, haben längst erkannt, dass Top-Down-Initiativen keine Erfolgsgarantie bieten. Um die Herausforderungen der zunehmenden Urbanisierung zu stemmen, muss die Stadtgesellschaft beteiligt werden. Die Bedürfnisse der Bürger müssen stärker in den Mittelpunkt rücken. Bei relevanten Entscheidungen sollten Wünsche der Bürger und lokalen Unternehmen einfließen. Dafür müssen sie in Prozesse eingebunden werden. Und zwar so früh wie möglich. Nur dann wird eine Stadt oder Kommune auch wirklich smarter.

Diese Herangehensweise zahlt sich aus: Smart Citys wie Kopenhagen oder Wien gehören zu den lebenswertesten Städten der Welt. In beiden Städten haben die Verantwortlichen nach Lösungen gesucht, die die Lebensqualität der Menschen verbessern: Kopenhagen hat dafür die Strategie „Let’s co-create Copenhagen” („Lasst uns Kopenhagen gemeinsam gestalten") ausgerufen. Die Stadt hat gemeinsam mit den Bürgern Smart City Ziele erarbeitet. Diese richten sich danach, wo die Einwohner den größten Nutzen für Kopenhagen sehen. Die Stadt ermuntert ihre Bürger beispielsweise sich grundsätzlich mehr an der frischen Luft aufzuhalten. Oder mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zu fahren. Die Ergebnisse schlagen sich in der Infrastruktur nieder. So gibt es zum Beispiel viele neue Brücken, die exklusiv für Fahrradfahrer und Fußgänger errichtet wurden. „Smart" zu sein, ist übrigens kein Privileg von Großstädten oder Metropolen. Auch kleinere Städte und Kommunen können „smart" werden.

Co-Creation: Das Geheimrezept für den Erfolg
Beim Co-Creation-Konzept steht der Mensch von Anfang an im Mittelpunkt eines jeden Smart City-Projekts. Es geht los mit einer Befragung der Bürger, Städtevertreter und der Unternehmen. Die Ergebnisse bilden das Fundament für eine erfolgreiche und nachhaltige Smart City-Strategie. Zwei Aspekte sind dabei wichtig: das möglichst genaue Verständnis der Bedürfnisse und die Integration der unterschiedlichen Sichtweisen gleich von Anfang an. Je mehr Akteure ihre Kreativität einbringen, desto besser lassen sich die wichtigsten Probleme herausstellen. Dieser Prozess stellt sicher, dass die Digitalisierung einen echten Mehrwert schafft.

Mit der Entwicklung unserer Co-Creation Toolbox haben wir den Fokus auf den Menschen beim Aufbau einer Smart City ganz nach oben auf unsere Tagesordnung gesetzt. Die Toolbox ist ein Smart City Leitfaden: eine innovative Sammlung von Methoden und Instrumenten für die Entwicklung intelligenter Bürgerdienste. Eine breite Beteiligung, die Übernahme von Verantwortung und Engagement minimiert Risiken in der Umsetzung von Projekten und verbessert so Ergebnisse. Kommunen können ihre Projekte für die Digitalisierung mit den entsprechenden Ideen und Anweisungen eigenständig angehen. Verwaltung und Bürger arbeiten eng zusammen für mehr Nachhaltigkeit in ihren Städten. Bei Bedarf kann die Telekom bei der Entwicklung und technischen Umsetzung unterstützen. 

Co-Creation ist der Weg in die Zukunft für unsere Smart Citys und Regionen. Er ermöglicht Inklusion, Fairness und Offenheit für alle. Durch dieses Konzept erhalten die Menschen ein definitives Mitspracherecht, wenn es um die Gestaltung ihrer Smart City geht. 
 

Quelle: Deutsche Telekom AG



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Das Recht des Stärkeren
Christoph Quarchs philosophische Analyse zum US-Angriff auf Venezuela
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

LEEF platziert Folgeanleihe und startet neue Wachstumsphase

Lunch & Learn: Warum gute Streitkultur Erfolg bingt

Zentek und Schlaadt beschließen weitreichende Zusammenarbeit für nachhaltige Verpackungen

Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?

No Healthy Soil, no Future

Freiheit des Saatguts ist Freiheit des Lebens

Sunvestment: Afrikas Aufbruch ins solare Zeitalter mitgestalten

  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TÜV SÜD Akademie
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SUSTAYNR GmbH
  • circulee GmbH
  • WWF Deutschland
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH