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Technik | Energie, 25.07.2019

Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft

Neues AEE-Hintergrundpapier zeigt breites Spektrum an Flexibilitätsoptionen

Im Strommarkt der Zukunft geben Wind und Sonne den Takt vor. Dies bedeutet, dass der Fokus auf die "Grundlast" der Vergangenheit angehört. "Grundlast war gestern. Unser Strommarkt braucht mehr Intelligenz und Flexibilität", sagt Dr. Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Das neue Hintergrundpapier stellt sowohl Herausforderungen als auch Lösungsansätze für mehr Flexibilität im Strommarkt vor. 
 
Flexibilität garantiert Netzstabilität. © Agentur für Erneuerbare Energien e.V.Der Anteil Erneuerbarer Energien am Strommarkt steigt stetig. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag er bei 44 Prozent. Schon in wenigen Jahren wird in deutschen Stromnetzen größtenteils Strom aus Erneuerbaren Energien fließen. Da Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Einklang stehen müssen, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten, wächst der Bedarf für Flexibilität sowohl bei Stromerzeugern als bei Stromverbrauchern.
 
Versorgungssicherheit durch Flexibilität
Wenn die Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie für die Deckung der Stromnachfrage nicht ausreicht, müssen heute und in Zukunft steuerbare Kraftwerke einspringen oder verschiebbare Lasten abgeschaltet werden. Umgekehrt gilt es, den Strom aus Wind und Sonne in Überschusssituationen möglichst sinnvoll zu nutzen. Das dynamische Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien, Verbraucher*innen, Speichern und Netzen, die sich gegenseitig ergänzen, sorgt für eine stabile und verlässliche Versorgung. Das gilt vor allem dann, wenn die Sonne nicht scheint und gleichzeitig der Wind nicht weht, wie das Hintergrundpapier erläutert.
 
Neues AEE-Hintergrundpapier "Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft"
Das neue AEE-Hintergrundpapier "Flexibilität für den Strommarkt der Zukunft" stellt ein breites Spektrum verschiedener Flexibilisierungsparameter vor. Eine Möglichkeit bietet der bedarfsorientierte Betrieb von Biomasse-Anlagen und der Neubau hochflexibler Anlagen. Energiespeicher aber auch erneuerbare Gase sowie der Einsatz flexibler Stromverbraucher wie etwa Wärmepumpen können ebenfalls für mehr Flexibilität sorgen.
 
Bioenergie als ein flexibler Dreh- und Angelpunkt im Energiesystem
Auf der Seite der Erneuerbaren Energien bietet besonders die Bioenergie Potenzial für die flexible und bedarfsorientierte Stromerzeugung. Wurden Bioenergie-Anlagen in den vergangenen Jahren überwiegend zur Stromerzeugung im Dauerbetrieb eingesetzt, schafft die 2012 eingeführte Flexibilitätsprämie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz einen Anreiz für die Flexibilisierung von Biogas- und Biomethananlagen. Bis November 2017 wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 2,8 Gigawatt für die Flexibilitätsprämie angemeldet. Die Prämie trägt dazu bei, dass Biogasanlagen vor allem dann einspringen, wenn Wetter und Verbrauchsschwankungen es erfordern.
 
Anreize für Flexibilität
Das neue Papier zeigt auch, dass viele Optionen momentan wegen Restriktionen noch nicht marktwirtschaftlich sind. Welche Vorschläge für eine Markteinführung von mehr Flexibilitätsoptionen diskutiert werden, umreißt das Papier ebenfalls.
 
Hier finden Sie das neue AEE-Hintergrundpapier online und können es als Print-Version in unserem Shop bestellen.
 
Energie-Update
Auf der AEE-Internetseite www.energie-update.de werden vier zentralen Themenbereiche für den Strommarkt der Zukunft vorgestellt: Flexibilität, Speicher, Netze und Märkte.
 
Die Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) leistet Überzeugungsarbeit für die Energiewende. Ihre Aufgabe ist es, über die Chancen und Vorteile einer Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien aufzuklären - vom Klimaschutz über eine sichere Energieversorgung bis hin zur regionalen Wertschöpfung. Die AEE wird getragen von Unternehmen und Verbänden der Erneuerbaren Energien. Sie arbeitet partei- und gesellschaftsübergreifend. Mehrere ihrer Kommunikationsprojekte werden von den Bundesministerien für Wirtschaft und für Landwirtschaft gefördert.
 
Kontakt: Ilka Müller, Agentur für Erneuerbare Energien e.V. | i.mueller@unendlich-viel-energie.de


     
        
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