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Bruch mit dem Vorsorgeprinzip

Leserbrief zu „5G entzweit die Gemüter“

Diskutieren Sie mit - weitere Fakten und Einschätzungen zu 5G finden Sie in forum Nachhaltig Wirtschaften 2/2019 und online auf unserer Themenseite: 5G - ein kontroverses Thema - Pro und Contra zum neuen Funknetz.
Der Einfluss der Mobilfunkstrahlung wird schon immer kontrovers diskutiert - daher haben auch wir zur Diskussion aufgerufen. Der Wissenschaftliche Beirat Funk (WBF) in Österreich verneint eine Gesundheitsgefährdung durch Mobilfunkstrahlen – insbesondere auch durch das neue 5G Funknetz. forum-Leser Andre Wermter kritisiert die Darstellung des Beirats und sieht in der Einführung von 5G einen Bruch mit dem in der EU-Verfassung verankerten Vorsorgeprinzip.  

Sehr geehrte Redaktion,

In dem Artikel „5G entzweit die Gemüter" bezieht ein Ministerium Stellung und informiert mit Halbwahrheiten und blendet unbequeme neue Erkenntnisse aus:
  1. Die Wechselwirkungen von nichtionisierender Strahlung auf organisches Gewebe beschränken sich nicht nur auf thermische Effekte wie behauptet. Vorstellbar ist, dass elektromagnetische Schwingungen - erzeugt durch Mobilfunk-Sendemasten oder Satelliten - durch ungewollte Resonanzen Veränderungen, ggf. Schaden, an Organismen bewirken.

  2. Viele technische Aspekte des Mobilfunks der 5. Generation mögen vergleichbar sein mit denen von bisher arbeitenden Mobilfunknetzen, wie in dem Artikel beschwichtigend betont wurde. Allerdings scheinen entscheidende technische Vorgänge doch qualitativ anders werden zu sollen! (Phasengesteuerte Gruppenantennen,…). Diese Unterschiede zu verschweigen, finde ich grob fahrlässig, wenn nicht sogar vorsätzlich gefährdend.

  3. Die Einstufung von Mobilfunk als „möglicherweise krebserregend" zu vergleichen mit dem Verzehr von bedenklichen Nahrungsmitteln wie Wurst, Gebratenem und rotem Fleisch finde ich absolut unseriös. Der Strahlung von Mobilfunk der 5. Generation sollen alle Menschen, Tiere und Pflanzen rund um die Uhr und an jedem Ort der Erde ausgesetzt sein! Niemand würde die Möglichkeit haben sich dagegen zu entscheiden!
    Und das grenzt an den Tatbestand der Nötigung.

  4. Immissionen und Grenzwerte: Hier wurden in dem Artikel Aussagen getroffen, die mir auf 5G bezogen keine Information bieten. Und der Leser wird in einem Gefühl von Sicherheit gewiegt mit Angaben, die mir in diesem Kontext absolut nicht haltbar erscheinen. Hier fühle ich mich bewusst getäuscht.
Im Gegenteil: Die effektive Strahlungsleistung einer 5G- Basisstation könnte zehn- bis hundertmal stärker sein als die zulässigen Werte aktueller Basisstationen. 
  • In einem veröffentlichten Appell für einen Ausbaustopp der 5G-Technik warnten mehr als 400 Mediziner und Naturwissenschaftler: mit „der Implementierung von 5G drohen ernste, irreversible Konsequenzen für den Menschen" (… und Tieren und Pflanzen, AW).
  • Die Besorgnis über den bevorstehenden Start der 5G-Funktelekommunikations- technologie hat Tausende (26.000!) von Wissenschaftlern und verwandten Fachleuten zu einem Massenantrag dagegen aus Sicherheitsgründen veranlasst.
Die derzeitige kraftvolle Durchsetzung von „5G" durch Wirtschaft und Politik trotz vieler begründeter Bedenken, bricht mit dem in der EU-Verfassung verankerten Vorsorgeprinzip („Die Umweltpolitik der Union beruht auf den Grundsätzen der Vorsorge und Vorbeugung", heißt es im Artikel 191 des geltenden EU-Vertrags).
  • Eine unabhängige Neubewertung der Risiken von 5G nach strikter Anwendung des Vorsorgeprinzips ist dringend erforderlich. Bis zu einer Unbedenklichkeitserklärung müssten alle Projekte zur 5G-Entwicklung eingefroren werden.
  • Die Zusammensetzung von wissenschaftlichen Berater-Gremien für politische Entscheidungsträger muss unabhängig sein von wirtschaftlichen und politischen Einflüssen! Das kann ich derzeit nicht erkennen. Es sollten in den Gremien auch prominente 5G-Kritiker und Vertreter der Alternativ-Medizin eine Stimme haben.
Ich würde mich freuen wenn in Wirtschaft und Politik das Handeln vermehrt auf das Wohl des Menschen und der Umwelt ausgerichtet werden, und sie in diesem Journal auch andere Artikel veröffentlichen, um eine ausgewogenere Information zu diesem Thema zu ermöglichen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Andre Wermter
 
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