Umwelt | Klima, 20.05.2019
1.000 Unternehmen unterzeichnen Klima-Forderungskatalog
Klimapolitische Planungssicherheit sowie wirksame und ansteigende CO2-Bepreisung werden gefordert
Im Vorfeld des globalen Klimastreiks der Fridays For Future-Bewegung am 24. Mai fordern mehr als 1.000 Unternehmen der innovativen Wirtschaft von der Politik eine ambitioniertere Klimapolitik. Die sich in Anlehnung an die Jugendproteste „Entrepreneurs For Future" genannte Initiative fordert unter anderem klimapolitische Planungssicherheit sowie eine wirksame und ansteigende CO2-Bepreisung.
Die #EntrepreneursForFuture stehen für über 100.000 Arbeitsplätze und mehr als 20 Mrd. EUR Jahresumsatz. Die Vielfalt der unterzeichnenden Unternehmen zeigt, wie breit heute Klimaschutz in der Wirtschaft verankert ist. Neben klassischen Großunternehmen wie Remondis oder Veolia gehören auch namhafte Mittelständler wie Werner & Mertz, HiPP, badenova AG oder wpd AG zu den Unterzeichnern. Aber auch zahlreiche „hidden champions" aus Branchen wie Maschinenbau (elobau GmbH) oder IT-Infrastruktur (Paessler AG) sind dabei, ebenso wie die stark vertretene Startup-Szene.Die innovative Wirtschaft setzt auf CO2-Bepreisung. Dazu erklärt Thomas Jorberg, Vorstandssprecher GLS Gemeinschaftsbank eG: „Eine CO2-Abgabe beginnend mit 40 Euro/t. ist die notwendige Leitplanke auf dem Weg in die CO2-Neutralität. Sie wird in Europa jährlich über 180 Mrd. Euro an Investitionen in neue Technologien freisetzen, Millionen von Arbeitsplätzen schaffen und die globale Wettbewerbsfähigkeit unter den Rahmenbedingungen des Pariser Klimaabkommens sichern."
„Klimaschutz ist weniger eine Belastung für die deutsche Wirtschaft als eine Chance für unsere globale Wettbewerbsfähigkeit" ist auch Martina Rauch, Geschäftsführerin Unternehmenskommunikation Veolia Deutschland GmbH, überzeugt. Die Stellungnahme der Entrepreneurs For Future fordert die Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch Fest- und Durchsetzung von Rücknahme-, Recycling-, Wiederverwertungsquoten. Rauch weiter: „Kreislaufwirtschaft ist ein Schlüssel für den Schutz von Ressourcen und Klima. Um die Ressourcenwende zu beschleunigen, braucht es mehr politische Anreize z.B. für den Einsatz von Rezyklaten."
Dr. Tim Meyer, Vorstand NATURSTROM AG, erläutert die Forderungen zur Beschleunigung der Energiewende: „Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Deutschland unterstützen die Fridays For Future und deren Forderung nach einem schnellen Kohleausstieg. Denn die gegenwärtige Lethargie in der Energiepolitik hilft weder dem Klima noch der Wirtschaft. Dabei bietet die Energiewende beides: enorme Chancen für den Klimaschutz und unseren Wirtschaftsstandort. Im Gegensatz zur Bundesregierung haben das weite Teile der Wirtschaft längst begriffen."
Start-ups denken heute Klimaschutz heute von Anfang an mit. Einer von ihnen ist Alex Melzer, Gründer/ CEO ZOLAR GmbH: „Technisch ist eine Energiewende zu 100 Prozent Erneuerbare Energien längst kein Problem mehr. Wirtschaftlich und schnell kann sie nur erfolgen, wenn es faire Rahmenbedingungen gibt, die externe Kosten wie CO2 Verschmutzung konsequent in den Endverbraucherpreis einpreisen." Und Christian Kroll, Gründer/ CEO Ecosia GmbH ergänzt: „Eine CO2-Bepreisung schadet nicht der Wirtschaft, sondern sorgt einfach dafür, dass alle für ihre Ressourcennutzung bezahlen. Tausende Entrepreneurs For Future nutzen von Anfang an 100 Prozent Erneuerbare für den Betrieb von Servern oder Maschinen. Wir zahlen damit mehr für Energie, um die Umwelt zu schonen. Eine Bepreisung sorgt also für Kostenwahrheit."
Die Unternehmensinitiative fordert auch eine Mobilitätswende mit Fokus auf effizienter Ausnutzung der Verkehrsmittel, öffentlichem Verkehr, geteilten Verkehrsmitteln, Kerosinsteuer sowie CO2-freie Antriebssysteme. Dazu Bruno Ginnuth, Gründer/ CEO CleverShuttle, GHT Mobility GmbH: „Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei. Wollen wir mit der Forderung einer lebenswerten, gesünderen und schöneren Stadt wirklich ernst machen, bedarf es einer gemeinsamen Initiative. Die Unterstützung von Entrepreneurs For Future ist für CleverShuttle keine Wahl, sondern Pflicht."
Die unterzeichnenden Unternehmen wenden sich nicht nur mit ihren Forderungen an die Bundesregierung (siehe Stellungnahme), sondern setzen bis 2025 auch ambitionierte Klimaschutzversprechen in ihren jeweiligen Betrieben um (siehe Klimaschutzversprechen).
Kontakt: Dr. Katharina Reuter, Entrepreneurs for Future | presse©entrepreneursforfuture.de
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