B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!
Halfar. Starke Taschen | Nachhaltigkeit im Fokus | Recycling-Materialien

Obstkulturen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen

Gartenbesitzer können helfen

Insekten leisten einen wichtigen Beitrag im deutschen Obstanbau. Denn ohne Bienen gibt es weder Äpfel noch Kirschen. Für die Bestäubung der zahlreichen Blüten arbeiten Obstanbauer gerne mit Imkern zusammen, bringen gezielt Hummelvölker in ihre Obstflächen und fördern Mauerbienen mit Nistplätzen und Insektenhotels. Wer also Obst aus deutschem Anbau kauft, tut indirekt auch etwas für den Insektenschutz.

Honigproduktion ist zweitrangig
Durch den Anbau verschiedener Obstarten – wie zum Beispiel Kirschen – fördern die deutschen Obstanbauer Bienen und andere wichtige Insekten. Wer leckeres Obst aus regionalem Anbau genießt, trägt daher indirekt zum Schutz der heimischen Insektenwelt bei. (Bildnachweis: GMH)Würde es keine Insekten mehr für die Bestäubung geben, müssten Obstanbauer tatsächlich mit einem Pinsel in die Bäume steigen und Pollen von einer Blüte zur anderen tragen. Denn die Pollen vieler Obstsorten sind zu schwer für eine Verbreitung durch den Wind. Zum Glück gibt es jedoch genügend Honig- und Wildbienen, die diese Aufgabe übernehmen. Die Arbeit der nützlichen Tiere wird von den Obstanbauern hoch geschätzt, sagt Dr. Jürgen Lorenz, Bestäubungsexperte im Kompetenzzentrum Gartenbau in Rheinbach. Vier Völker der Honigbienen (wissenschaftlicher Name: Apis mellifera) sollten es pro Hektar Obstanlage sein. Bei einem Betrieb mit 20 Hektar Obstfläche werden also auf einem Schlag 80 Bienenstöcke benötigt. Auch wenn es rund 900.000 Bienenvölker in Deutschland gibt, können doch nur etwa vier Prozent der Imker eine so große Zahl bieten. Erwerbsmäßige Anbauer fragen die Bestäubungsleistung deshalb oft bei speziell ausgebildeten Imkern nach. Bei ihnen steht nicht die Honigproduktion an erster Stelle, sondern die Verbreitung der Pollen.
 
Mauerbienen lassen sich anlocken
Bei Äpfeln müssen für einen guten Ertrag etwa sieben Prozent der Blüten bestäubt werden, bei Kirschen sind es 40 bis 60 Prozent. Neben den Honigbienen setzen Obstanbauer auch auf andere Insekten. Gehörnte und Rote Mauerbienen (Osmia cornuta und Osmia bicornis) sind willkommene Gäste. „Sie lassen sich leicht durch Nisthilfen anlocken”, sagt Lorenz. Die Kombination aus üppiger Obstblüte, die genau in die etwa zwei Monate dauernde Flugzeit der Wildbienen fällt, und geeigneter Niströhren für die nächste Generation sorgt für eine Ansiedlung. Diese Bienen produzieren keinen Honig, sondern sammeln gezielt Pollen, auf dem sie ihre Eier ablegen. Davon ernähren sich die Larven und schlüpfen pünktlich zur Obstblüte im nächsten Jahr.
 
Hummeln wildern aus
Während Mauerbienen alleine leben, bilden Hummeln (Bombus) Völker. Die großen Insekten sind ebenfalls gern gesehene Gäste in den Obstanlagen, da sie auch bei kühlen Temperaturen und sogar Nieselregen fliegen, berichtet der Bestäubungsexperte aus Rheinbach. Während Honigbienen mindestens 12 Grad und Sonne bevorzugen, reichen Hummeln bereits sechs Grad aus, damit sie ihre Arbeit aufnehmen. Inzwischen wird es nicht mehr nur dem Zufall überlassen, ob sie sich ansiedeln: Immer mehr Obstanbauer kaufen zur Blüte Hummel-Völker für die Bestäubung. Ein gezüchtetes Volk verfügt bereits im Frühjahr über bis zu 300 Arbeiterinnen. Bei wilden Hummeln arbeitet zur Obstblüte hingegen die Königin noch alleine. Im Herbst sterben wilde und gezüchtete Hummel-Völker gleichermaßen, nur die neu gezogenen Königinnen gehen in den Winterschlaf. Diese versuchen im zeitigen Frühjahr einen neuen Staat zu gründen. Und so tragen Obstanbauer mit ihrer Arbeit auch zur Insektenvielfalt auf ihren Flächen bei.

Gartenbesitzer können helfen
Wildbienen finden in unserer Kulturlandschaft immer weniger Nahrung. Während die Zahl der von Menschen gepflegten Honigbienen-Völker nach Angaben des Deutschen Imkerbundes seit etwa zehn Jahren wieder steigt, verschlechtern sich die Überlebenschancen für ihre wilden Verwandten. „Es fehlen beispielsweise Kleegraswiesen und Luzerne, die früher als Futter für die Nutztiere angebaut wurden”, sagt Obstbestäubungsexperte Dr. Jürgen Lorenz. Unsere Hauptkulturen Getreide, Mais und Zuckerrüben haben keine Blüten für Insekten. Lediglich Rapsfelder und Obstkulturen bieten große Flächen mit reichlich Nektar und Pollen. Doch auch außerhalb dieser Blütezeiten benötigen Bienen Futter, um über die Saison zu kommen. Hier können Gartenbesitzer durch die Anpflanzung von Stauden und anderen Bienennährpflanzen einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz leisten. „Schotterwüsten und steril gepflegte Rasenflächen sind dagegen kontraproduktiv,” erklärt der Experte.
 
Weitere aktuelle Informationen und viele wertvolle Tipps zu deutschem Obst finden Sie auf Facebook unter: www.facebook.com/ObstausDeutschland und auf Twitter unter: https://twitter.com/ObstausD
 
Kontakt: Das Grüne Medienhaus, Abteilung der Förderungsgesellschaft Gartenbau mbH
presse@gruenes-medienhaus.de | www.gruenes-medienhaus.de

Umwelt | Naturschutz, 23.04.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
25
SEP
2020
Globaler Klimastreik
Wir streiken zur Energiewende und Klimagerechtigkeit!
deutschlandweit
15
OKT
2020
Expertenforum Nachhaltigkeit
Antriebstechnologien der Zukunft – wo steuern wir hin?
89073 Ulm und online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Sport & Freizeit, Reisen

Fußball als Kitt der Gesellschaft ist viel systemrelevanter, als Beamten und Behörden glauben.
Christoph Quarch fiebert dem Bundesliga-Start entgegen

Jetzt auf forum:

In den Kommunen entscheidet sich die Zukunft…

Mülheim soll „Cradle to Cradle“-Zukunftsstadt werden

Höchste Qualität gehört zum PRIMAVERA Markenkern: Förderprojekt für beste Rohstoffe

Ab 2021 klimaneutral: 1. FC Köln erhält als erster Proficlub das Zertifikat „Nachhaltiger Wirtschaften“

Digitalisierung, Lieferketten, Transparenz – MBA Sustainability Management der Leuphana erweitert Studiengangsspektrum um vier neue Vertiefungsmodule

Digital Leader Award 2020 für „AfB social & green IT“

Engagiert für den Klimaschutz: Die Provadis Hochschule unterstützt seit fünf Jahren insgesamt mehr als 250 internationale Greentech-Start-ups

Projekt "Blühende Industriegebiete" zeigt enormes Potenzial von Industrie und Gewerbe

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • PEFC Deutschland e. V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TourCert gGmbH
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG