Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

SÜDWIND-Institut fordert Einzelhändler auf: „Stoppt den Preiskampf um Bananen!"

Discounter und Supermärkte wollen die tropische Frucht noch billiger machen

Bananen sind nicht nur das beliebteste, sondern auch das bei weitem günstigste Obst. Für ein Kilo Bananen bezahlen VerbraucherInnen hierzulande in der Regel weniger als für ein Kilo Äpfel aus der Region. Preiskämpfe verschiedener Discounter und Supermärkte in Deutschland verfolgen das Ziel, die tropische Frucht sogar noch billiger zu machen. BananenproduzentInnen beklagen jedoch, dass eine weitere Reduzierung der Preise für Bananen zahlreiche Arbeitsplätze zerstört. Auch würde es unmöglich, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Das SÜDWIND-Institut aus Bonn, das sich seit vielen Jahren für gerechtere Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt, fordert alle beteiligten Akteure auf, den derzeitigen Preiskampf, der auf dem Rücken der BananenarbeiterInnen ausgetragen wird, sofort zu stoppen.
 
Bananenplantage in Kolumbien. © SÜDWINDAls Mitte des Jahres 2018 das Einzelhandelsunternehmen Aldi Süd ankündigte, den Preis für ein Kilo Bananen weiter senken zu wollen, zog der Discounter Lidl mit der Mitteilung nach, zukünftig nur noch fair gehandelte Bananen anbieten zu wollen. „Mit dieser Verschärfung des Wettbewerbs hat der deutsche Einzelhandel die Bäuerinnen und Bauern in der Bananenproduktion stark unter Druck gesetzt", sagt Dr. Pedro Morazán von SÜDWIND.
 
Die zunehmende Machtkonzentration im Einzelhandel führt mittlerweile dazu, dass wenige Supermarktketten die Preise für Bananen fast im Alleingang bestimmen. Der Großhandel leitet den Druck auf die Exportfirmen in den Produzentenländern weiter. Verlierer dieser Machtkonzentration sind die Beschäftigten in Produzentenländern. „Dagegen können auch Zertifizierungen wie Fairtrade so gut wie nichts ausrichten" ergänzt Morazán.
 
In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme richtet Lidl-Einkaufschef Jan Bock nun einen Appell an die gesamte Bananenbranche: „Für eine langfristige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Bananenanbauländern muss der gesamte Handel an einem Strang ziehen." SÜDWIND begrüßt diese Forderung, weist aber auch auf die Verantwortung der Politik hin: „Die Bundesregierung sollte sich dafür einsetzen, dass auch in der Lieferkette von Bananen Menschenrechtsverletzungen verhindert und die Zahlung menschenwürdiger Löhne und Preise garantiert wird", führt Morazán fort.
 
„Wir brauchen dringend ein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Geschäfte nicht zu Menschenrechtsverletzungen im Ausland beitragen. Supermarktketten wie Aldi müssten dann ihre Geschäftspraktiken und ihre Preispolitik so umgestalten, dass ein menschenwürdiger Anbau von Bananen in den Produktionsländern möglich ist", ergänzt SÜDWIND-Geschäftsführerin Martina Schaub.
 
Seit fast 30 Jahren engagiert sich SÜDWIND für wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit. Anhand von konkreten Beispielen zu Missständen decken wir ungerechte Strukturen auf. Dabei verbinden wir unsere Recherchen mit entwicklungspolitischer Bildungs-und Öffentlichkeitsarbeit und tragen Forderungen in Kampagnen, Gesellschaft, Unternehmen und Politik. SÜDWIND arbeitet gemeinnützig und unabhängig. Finanziert wird SÜDWIND aus Zuschüssen, Einnahmen aus Auftragstätigkeiten sowie Mitgliedsbeiträgen und Spenden.
 
Kontakt: Vera Schumacher, SÜDWIND e.V. | schumacher@suedwind-institut.de | www.suedwind-institut.de

Quelle: SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene

Lifestyle | Essen & Trinken, 25.01.2019
     
Cover des aktuellen Hefts

Ist die Party vorbei?

forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2022 mit dem Schwerpunkt: Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft

  • Regeneratives Wirtschaften
  • Kapital für nachhaltiges Bauen
  • Der Champagner der Energiewende
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
OKT
2022
Frankfurter Zukunftskongress
Frische Ideen angewandt - Willkommen in der Zukunft!
60318 Frankfurt am Main
26
OKT
2022
"Klimaschutz mit Strategie"
Die Lieferkette von Vaude auf dem Prüfstand
online
Alle Veranstaltungen...
Zero Waste Vision. Mit der DIN SPEC 91436 Zertifizierung von TÜV SÜD Müll- und Abfallmengen nachhaltig reduzieren. Informieren Sie sich jetzt!

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Wenn sich die Angst ins Hirn schleicht...
Christoph Quarch sieht in den aktuellen Krisen auch die Chance zum Aufbruch
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Datenschutzbeauftragter bei Kapitalunternehmen und Aktiengesellschaften

NFTs

Mit Cradle to Cradle gesunde und kreislauffähige Innenräume gestalten

Negativpreis für Greenwashing: Goldener Geier 2022

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Pascoe Naturmedizin auf dem Weg zur Klimaneutralität

Mit Kreativität gegen Zukunftssorgen:

Commown: Die Kooperative für nachhaltige Elektronik

  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • TourCert gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Frankfurt University of Applied Sciences