RWE sägt am eigenen Ast

Geplante Rodungen im Hambacher Forst lösen die größte Wechselwelle zu Ökostrom seit Fukushima aus

Die Ereignisse rund um den Hambacher Forst führen zu deutlich erhöhter Nachfrage nach echtem Ökostrom. Die Bürgerwerke, ein Ökostromversorger in der Hand von über 15.000 Bürgerinnen und Bürgern, melden stark gestiegene Wechselzahlen in den letzten sieben Tagen und starten parallel eine Baumpflanzaktion in NRW.

Die Räumungen und geplanten Rodungen im Hambacher Forst führen zu einer deutlichen Bewegung im Strommarkt. © Bürgerwerke eGDie Räumungen und geplanten Rodungen im Hambacher Forst führen zu einer deutlichen Bewegung im Strommarkt. Die Bürgerwerke vermelden in den letzten sieben Tagen stark gestiegene Anfrage- und Wechselzahlen für ihren Bürgerstrom. „Aktuell wechseln circa fünf Mal so viele Menschen zu uns wie sonst in dieser Zeit üblich", so Bürgerwerke-Vorstand Kai Hock. „Viele Menschen rufen uns an oder schreiben uns, dass sie mit der aktuellen Situation im Hambacher Forst unzufrieden sind. Sie möchten mit ihren monatlichen Stromzahlungen den Kohleabbau nicht länger unterstützen und wechseln. Mit der geplanten Waldrodung sägt RWE buchstäblich am eigenen Ast."

Ungefähr 50 % der neuen Bürgerstrom-Kunden der letzten Woche wechselten dabei von RWE oder von RWE-Tochterfirmen wie eprimo oder innogy zu den Bürgerwerken. Unter den weiteren 50 % finden sich besonders häufig die Namen und Submarken von E.ON, Vattenfall und EnBW. Aufgrund der aktuellen Ereignisse haben die Bürgerwerke sich dazu entschlossen, für jeden Stromkunden, der sich bis zum 15.10.2018 für einen Wechsel zu Bürgerstrom entscheidet, einen Baum in Nordrhein-Westfalen zu pflanzen. Unter dem Motto „Andere roden, wir forsten auf – #StromanbieteRWEchsel" sorgen die Bürgerwerke zusammen mit der Stiftung Unternehmen Wald dafür, dass auf einer 2014 vom Orkan Ela zerstörten Fläche in Castrop-Rauxel (NRW) neue Rotbuchen und Eichen gepflanzt werden.

„Wir möchten den Menschen eine Alternative bieten: Braunkohle-Förderung und Rodungen eines Konzerns auf der einen Seite, Ökostrom aus Bürgerhand und neue Bäume als Symbol einer selbstbestimmten Bürgerschaft auf der anderen", erklärt Hock. „Es geht nicht darum, dass wir den Hambacher Forst eins zu eins ersetzen, sondern darum, dass Bürgerinnen und Bürger gemeinsam ein Zeichen für eine erneuerbare, regionale und demokratisch organisierte Energieversorgung setzen."

Über die Bürgerwerke
Die Bürgerwerke sind ein Zusammenschluss von über 15.000 Bürgern und mehr als 85 Bürgerenergiegenossenschaften aus ganz Deutschland, die gemeinsam die Energiewende vorantreiben. In diesem Verbund versorgen sie als bundesweiter Ökostromanbieter Menschen und Unternehmen mit erneuerbarem Bürgerstrom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft.
 
Mehr Informationen zur Aufforstungsaktion unter
 
Kontakt: Christopher Holzem, Bürgerwerke eG
christopher.holzem@buergerwerke.de | www.buergerwerke.de

Technik | Energie, 25.09.2018
     
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