Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei den Abgasen

Anlässlich der IAA fordern GNF und SÜDWIND mehr Nachhaltigkeit beim Anbau von Naturkautschuk

Wenn die internationale Automobilausstellung ab morgen wieder ihre Tore öffnet, präsentieren die Hersteller ihre neuesten und innovativsten Produkte. Sofern Nachhaltigkeit überhaupt ein Thema ist, geht es in der Regel um die Nutzungsphase, den Kraftstoffverbrauch, Stickoxide oder Feinstaub. Doch Nachhaltigkeit beginnt oft viel früher – bei der Gewinnung der Rohstoffe ganz am Anfang der Wertschöpfungskette. SÜDWIND und der Global Nature Fund weisen darauf hin, dass die Produktion eines der wichtigsten Rohstoffe für die Automobilindustrie mit zahlreichen ökologischen und sozialen Problemen verbunden ist. Die Rede ist von Kautschuk.  

Weil Nachhaltigkeit nicht erst bei den Abgasen beginnt fordern Global Nature Fund (GNF) und SÜDWIND anlässlich der morgen startenden IAA mehr Nachhaltigkeit beim Anbau von Naturkautschuk! (Foto: Neil Palmer/CIAT)Kautschuk wird nicht nur für die Autoreifen, sondern auch für andere Fahrzeugteile wie Dichtungen und Schläuche benötigt. Ein großer Teil des verwendeten Kautschuks ist Naturkautschuk und stammt aus den Tropen, vor allem aus Südostasien. Um großflächige Kautschuk-Monokulturen anzulegen, werden - teilweise illegal – riesige Waldgebiete gerodet, was sich entsprechend auf Artenvielfalt und Bodenqualität auswirkt. Martin Haustermann vom Global Nature Fund (GNF): „Naturkautschuk wird in Monokultur angebaut. Monokulturen bieten wenige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Vogelarten gehen zum Beispiel um 90-95 Prozent zurück. Heimische Pflanzen wachsen auf intensiv betriebenen Plantagen oft gar nicht mehr." 
 
Zudem kommt es bei der Anlage solcher Plantagen mitunter zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen: Illegale Vertreibungen von gemeinschaftlich genutzten Wäldern, Gewalteinsatz bei der Räumung von Siedlungen und mangelnde Entschädigung - die Liste ist lang. „Auf den Plantagen selbst sind erzwungene Mehrarbeit und Armut aufgrund des sehr niedrigen Lohnniveaus keine Seltenheit", meint Irene Knoke, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei SÜDWIND. „Aber auch die kleinbäuerlichen Betriebe, die noch immer einen Großteil der Produktion bestreiten, leiden unter den anhaltend niedrigen Preisen", so Knoke weiter. Die beiden Bonner Organisationen SÜDWIND und Global Nature Fund (GNF) widmen sich in dem Projekt „Nachhaltiger Anbau von Naturkautschuk", das vom Umweltbundesamt finanziert wird, daher der Frage, wie die Situation verbessert werden kann. 
 
Erst langsam beginnt die Kautschukbranche, sich dem Thema anzunehmen. Einige Reifenhersteller haben sich bereits dazu verpflichtet, entwaldungsfreie Lieferketten einzuhalten. Auch andere Themen rücken nun stärker in den Fokus. Ein großes Problem bleibt aber, dass die Hersteller meist nicht wissen, woher der von ihnen bezogene Naturkautschuk kommt. 
 
Dass es auch anders geht, zeigen einige Vorreiter in der Kautschukbranche. So enthalten mit „Fair Rubber" zertifizierte Matratzen, Kondome, Schuhe, Handschuhe und andere Produkte Naturkautschuk, das aus nachhaltiger FSC-Bewirtschaftung kommt und den kleinbäuerlichen Betrieben eine Prämienzahlung sichert. 

Anlässlich der IAA fordern GNF und SÜDWIND, dass die Missstände im Anbau von Naturkautschuk so schnell wie möglich abgebaut werden. 

Eine Informationsveranstaltung zu nachhaltigen Naturkautschuk findet am 26. September in Bonn statt. Interessierte sind eingeladen, sich für die Veranstaltung anzumelden. 
 

Kontakt: Irene Knoke SÜDWIND | knoke@suedwind-institut.dewww.suedwind-institut.de


Quelle: SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MAI
2026
Bayerischer Batteriekongress 2026
Einblicke, Strategien, Innovationen
81671 München
21
MAI
2026
Munich Impact Night
Dieser Abend ist für alle, die die Zukunft noch nicht aufgegeben haben
81379 München
16
JUN
2026
BootCamp Impact Business Design
Zertifizierter Impact Business Design Master
Hamburg
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Neues "Mental Operating System" für Social Media und Ki-Systeme
Christoph Quarch plädiert für die Programmierung einer europäischen, humanistischen KI zur Erreichung digitaler Souveränität
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft…

EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40

Rollen und Verantwortlichkeit in der PPWR: Wer ist wofür zuständig?

Pirelli als weltweiter Spitzenreiter in den Sektoren Automobilkomponenten und Automobile der S&P Dow Jones Best-in-Class (DJ BiC) Inzizes bestätigt

Neues SBTN Accelerator-Angebot hilft Unternehmen Biodiversität strategisch mitzudenken

Letzte Chance auf eine umfassende Förderung

With a little help of my friends…

Nicht in unserem Namen – Wirtschaft denkt weiter

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • TÜV SÜD Akademie
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SUSTAYNR GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • WWF Deutschland
  • ZamWirken e.V.
  • 66 seconds for the future
  • Engagement Global gGmbH
  • circulee GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • NOW Partners Foundation
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen