Martin Oldeland
Gesellschaft | Politik, 10.04.2018
Frühlingserwachen
Seit der Bundestagswahl 2017 stehen viele gute Vorsätze hinten an
Die neue Bundesregierung muss in der Klima- und Nachhaltigkeitspolitik jetzt durchstarten. An engagierten Unternehmen mangelt es nicht.
Deutschland ist eine führende Wirtschaftsnation und mehrfacher Exportweltmeister. Aber auch bei Konsum, Ressourcenverbrauch sowie Klima- und Umweltproblemen aller Art steht das Land im globalen Spitzenfeld. Deutschland hat die Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens und einer Umsteuerung von Lebensstilen durchaus erkannt und folgerichtig bereits im Jahr 2002 (letzte Fortschreibung 2016) eine Nationale Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet. Durch die Unterzeichnung des Weltklimavertrags von Paris und die SDG der UN als Kompass für eine gemeinsame Zukunft der Welt hat sich die Bundesregierung ebenfalls Verpflichtungen auferlegt, an denen sie sich nun messen lassen muss. Mit einer „Klimakanzlerin" an der Spitze, die seit Jahren als die mächtigste Frau der Welt gilt und als Physikerin auch ein Verständnis für den Klimawandel, den Umgang mit Ressourcen etc. mitbringt, sollte es somit gelingen, einen wesentlichen Beitrag zur „Gesundung" unserer Erde zu leisten und unseren nachkommenden Generationen eine lebenswerte Welt zu übergeben.Doch dann kam die Bundestagswahl 2017 und viele gute Vorsätze wurden in zähen Koalitionsverhandlungen zeitlich verschoben und marginalisiert. Wachstum und Beschäftigung durch nachhaltige Alternativen, Energiewende, Ressourcenschutz und manches mehr stehen nicht mehr oben auf der politischen Agenda.
Deutschland als Motor der Zukunftsfähigkeit?
In einer Welt mit immer mehr populistischen Staatslenkern, die eine nationalkonservative, protektionistische Politik als Ziel haben und denen Klima- und Umweltschutz nichts bedeuten, ist es kein gutes Zeichen, wenn Deutschland seine Politik in diesen Bereichen immer weiter aufweicht. Mit welchem Anspruch und mit welcher Power für die so wichtigen Themen Klimaschutz, Energie, Mobilität der Zukunft, Digitalisierung, Umgang mit Ressourcen etc. wird die neue Bundesregierung agieren? Allein das Thema Digitalisierung bringt große Veränderungen und fordert radikale Maßnahmen. Es bietet aber auch große Chancen für mehr Nachhaltigkeit, die wir beherzt ergreifen müssen.
Viele Unternehmen, Investoren und Anleger haben die Zeichen der Zeit klar erkannt und sehen Nachhaltigkeit als einen wichtigen Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor für den Standort Deutschland. Sie wollen in die Bresche springen und zeigen, wie man eine enkeltaugliche Zukunft baut. B.A.U.M. und seine Mitgliedsunternehmen gehen hier voran und weisen den Weg für ein besseres, zukunftsfähiges Wirtschaften. Unsere Botschaft an die neue Regierung lautet deshalb: Die Begrenzung von Risiken, die Realisierung von Kosteneinsparungen und eine zukunftsfähige, nachhaltige technologische Entwicklung sind sowohl betriebs- als auch volkswirtschaftlich „alternativlos".
von Martin Oldeland, B.A.U.M. e.V.
Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2018 - Digital in die Zukunft? Tierische Geschäfte! erschienen.
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Das Handwerk muss attraktiver werden
Der Handlungsdruck in Sachen Klimaschutz ist enorm. In einer Situation, in der der Ausbau erneuerbarer Energien und die Nutzung von Energieeinsparpotenzialen energisch vorangetrieben werden müssen, fehlt es an den nötigen Fachkräften. Es braucht jetzt eine massive Offensive für Berufe im Klima- und Umweltschutz.
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Kennt die Bundesregierung einen Planeten B?
Ein Kommentar von Martin Oldeland, B.A.U.M. e.V.
Die neue Bundesregierung muss die Erfordernisse einer nachhaltigen Entwicklung fest im Blick haben und sich sehr viel entschiedener für die Erreichung der Klimaziele sowie der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG) einsetzen, als dies bisher der Fall war. Nachhaltigkeitspolitik ist auch Standortpolitik.
Ein Kommentar von Martin Oldeland, B.A.U.M. e.V.
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Nachhaltigkeitspolitik noch auf Kurs?
Ein Kommentar von Martin Oldeland
In diesem Jahr „feiern“ wir 30 Jahre Brundtland-Bericht und 25 Jahre Rio-Konferenz. Wir haben im Jahr 2015 die UN SDG vereinbart, 2016 den Pariser Weltklimavertrag in Kraft gesetzt und 2017 die CSR-Berichtspflicht für größere Unternehmen eingeführt. Aber sind wir wirklich auf einem nachhaltigen Kurs? Haben wir in den vergangenen Jahren den Raubbau an der Natur verringert und wirklich entscheidende Veränderungen eingeleitet?
Ein Kommentar von Martin Oldeland
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