Der Mensch ist, was er isst (Teil 3)
Inspirationen aus exotischen, trendigen oder seltenen Ernährungsphilosophien
- Essen Sie saisonal und regional: Möglichst wenig verarbeitet, der Jahreszeit entsprechend und aus der Umgebung sollten unsere Nahrungsmittel sein. "Wer kochen kann, kann alle frischen Zutaten genau zu ihrer Jahreszeit, im besten Zustand und super günstig zu leckeren Speisen verarbeiten", weiß auch der britische Star-Koch Jamie Oliver, der seine Millionen Leser und Zuschauer auch zu regionalen Kreationen inspiriert.
- Essen Sie Waren aus biologischem Anbau: Der sogenannte Weltagrarbericht (IAASTD Studie) und FAO/UNCTAD-Analysen ziehen den gleichen Schluss: Nicht Kunstdünger und Gentechnik, sondern nur ökologische Anbaumethoden können die Ernährung langfristig sicherstellen. Weniger Klimabelastung, bessere Bodenbehandlung, weniger Wasserverbrauch - die Gründe sind vielfältig. Nebenbei tragen Bio-Lebensmittel weniger Gesundheitsrisiken.
- Essen Sie weniger oder gar kein Fleisch - und wenn, dann qualitätsvoll. Die deutschen Anbauverbände Bioland, Naturland und demeter garantieren strengere Vorgaben für Tierhaltung und -fütterung, als das EU-Bio-Siegel. Die zertifizierten Höfe berücksichtigen stärker die Tierrechte, halten Tiere nicht nebenbei auch konventionell und beteiligen sich nicht am Discounter-Preiskampf.
- Wenn Sie noch weiter gehen wollen, um den Welthunger zu stoppen: Vermeiden Sie Geldinstitute und Finanzprodukte, die Nahrungsmittelspekulation betreiben oder in Saatgutpatente und die dazugehörigen Unternehmen investieren.
- Zu guter Letzt: Beschäftigen Sie sich mit Ihrem Essen. Wo kommt es her? Will ich genau das unterstützen? Immer mehr Städter kaufen sich z.B. Genossenschaftsanteile an einem Bauernhof, profitieren von frischem Obst, Gemüse, Milch und Fleisch - und können ab und zu sogar mitbuddeln. Und wer weiß, wo sein Essen herkommt, in dem wächst wieder etwas, dass uns leider in unserem Verhältnis zu Nahrung, aber auch Mensch und Tier viel zu sehr abhandengekommen ist: Wertschätzung.
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2013 - 300 Jahre Nachhaltigkeit in Deutschland erschienen.
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