Eine Welt. Ein Klima. Für globale Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam handeln! Engagieren Sie sich jetzt: www.allianz-entwicklung-klima.de

Ausgezeichnet: Intelligente Straßenbeleuchtung

Münster stellt Straßenlaternen nach und nach auf LED-Leuchten um, bei denen Sensoren für optimales Licht sorgen

Helle Straßenlaternen leuchten Fußgängern, Fahrradfahrern und Autos den Weg. Das ist nicht nur praktisch, sondern fördert auch das Sicherheitsgefühl. Für die Tierwelt aber sind die Leuchten problematisch, denn viele Lebewesen sind nachtaktiv und stören sich an dem Licht. Außerdem sind die Betriebskosten für eine durchgehende nächtliche Beleuchtung hoch. Deshalb rüstet die Stadt Münster nach und nach alle Straßenlaternen auf LED-Leuchten um. Dabei untersuchen die Stadtwerke Münster und das Tiefbauamt derzeit auch, wie eine moderne, intelligente, energie- und damit kosteneffiziente Straßenbeleuchtung aussehen kann. Dazu gab es ein achtmonatiges Projekt, das Prof. Dr. Birgit Hartz und Robin Kersten vom Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Münster wissenschaftlich begleitet haben.
 
Die Stadtwerke Münster und das Tiefbauamt haben in Münster-Wolbeck auf einem Geh- und Radweg Straßenlaternen mit zwei Sensorsystemen zum Test versehen. (Foto: FH Münster/Fachbereich Bauingenieurwesen)Die Stadtwerke Münster und das Tiefbauamt haben in Münster-Wolbeck 19 Straßenlaternen auf einem rund 700 Meter langen Geh- und Radweg modernisiert. „Dort wurden LED-Leuchten eingesetzt und gleichzeitig zwei verschiedene Sensorsysteme angebracht", sagt Projektleiter Kersten. Diese Sensoren sorgen für eine intelligente, sogenannte adaptive Beleuchtung.
 
„Ist niemand in der Nähe eines Sensors, dimmt das Licht automatisch runter auf etwa 10 Prozent der tatsächlichen Leuchtkraft. Hält sich ein Verkehrsteilnehmer im Straßenraum auf, erkennen das die Sensoren, und das Licht strahlt heller – aber immer nur die Leuchte direkt neben dem Fußgänger und die beiden darauffolgenden Leuchten. Es entsteht also eine Lichtwabe, die den Menschen begleitet", erklärt der wissenschaftliche Mitarbeiter. „Dementsprechend hoch ist auch das Energieeinsparpotenzial. Es liegt bei 70 Prozent."
 
Die Projektpartner haben in Münster-Wolbeck Sensorsysteme zweier Hersteller getestet, an zwölf Leuchten einen Infrarot- und an sieben weiteren einen Radarsensor. „Infrarotsensoren erkennen Personen durch Wärmestrahlung, Radarsensoren reagieren auf Geschwindigkeit." Beide Systeme hätten relativ gut funktioniert.
 
„Die Sensoren haben unabhängig von den Witterungsbedingungen überwiegend fehlerfrei gearbeitet, lediglich Kleintiere lösten teilweise Fehlschaltungen aus. Allerdings sprang der von uns getestete Radarsensor bei langsamer Geschwindigkeit, zum Beispiel von Fußgängern mit Rollator, nicht an. Unser Rat ist deshalb, für den Einsatzbereich Rad- und Gehweg Infrarotsensoren zu verwenden."
 
Außerdem befragte Kersten mit seinem Team Anwohner und Nutzer. „Die Resonanz war überwiegend positiv. Die meisten Befragten fanden die Lichtwabe sehr angenehm, und wer in der Nähe des Weges wohnt, fühlte sich durch die adaptive Beleuchtung nicht gestört." Die Erkenntnisse der Forscher greift Andreas Groot-Körmelink vom Tiefbauamt der Stadt Münster gerne auf. „Uns ist wichtig, ein System zu wählen, das von der Bevölkerung angenommen wird und das natürlich einwandfrei funktioniert", sagt Groot-Körmelink. Demnächst läuft bereits das nächste Testprojekt, nun in einer Anliegerstraße in Münster – und auch dieses begleiten Kersten und Hartz von der FH Münster.
 
Wer die intelligente Straßenbeleuchtung einmal selbst ausprobieren möchte, hat dazu in Münster-Wolbeck Gelegenheit. Auf dem Petersdamm, in Höhe des Schulzentrums und der beiden Supermärkte, sind die Sensoren an den Leuchten montiert.
 
Überzeugt hat das Pilotprojekt bereits auf dem Kongress der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin: Dort belegte es den 2. Platz beim Publikumspreis. Gesucht hatte die dena herausragende Vorhaben, die die Energieeffizienz verbessern und die Energiewende in besonderem Maße unterstützen.
 

Technik | Innovation, 21.11.2017
     
Cover des aktuellen Hefts

Ist die Party vorbei?

forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2022 mit dem Schwerpunkt: Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft

  • Regeneratives Wirtschaften
  • Kapital für nachhaltiges Bauen
  • Der Champagner der Energiewende
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
OKT
2022
Frankfurter Zukunftskongress
Frische Ideen angewandt - Willkommen in der Zukunft!
60318 Frankfurt am Main
26
OKT
2022
"Klimaschutz mit Strategie"
Die Lieferkette von Vaude auf dem Prüfstand
online
Alle Veranstaltungen...
Zero Waste Vision. Mit der DIN SPEC 91436 Zertifizierung von TÜV SÜD Müll- und Abfallmengen nachhaltig reduzieren. Informieren Sie sich jetzt!

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

"Ich will Spaß" oder "Flucht in die Panik"?
Christoph Quarch sieht die vor uns liegende Durststrecke als Weg in eine für alle bessere, nachhaltigere und humanere Gesellschaft
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Corporate Social Responsibility

Datenschutzbeauftragter bei Kapitalunternehmen und Aktiengesellschaften

Work-Life-Balance in modernen Unternehmen

NFTs

decarbXpo

Mit Cradle to Cradle gesunde und kreislauffähige Innenräume gestalten

Festakt zum Jubiläum des IASS

Negativpreis für Greenwashing: Goldener Geier 2022

  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • TourCert gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG