„Wenn nicht wir gegen den Klimawandel kämpfen – wer dann?“

Der Klimawandel als Krise der sozialen Gerechtigkeit

Am Freitag wird mit einem international besetzten Podium der People's Climate Summit in Bonn eröffnet. Vom 3. bis zum 7. November treffen sich dort im Vorfeld der Weltklimakonferenz Klima-Aktivist*innen aus der ganzen Welt, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Während bei der offiziellen Klima-Konferenz die Regierungen verhandeln, kommen beim People's Climate Summit jene zusammen, die direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und vor Ort für eine andere Gesellschaft kämpfen. Sie fordern, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen – und nicht die fossilen Konzerne, sondern die Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen in die Verhandlungen der Vereinten Nationen einzubeziehen.
 
„Der Klimawandel ist keine ökologische Krise, sondern eine Krise der sozialen Gerechtigkeit", sagt Nadja Charaby von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die das Treffen zusammen mit anderen Organisationen und NGOs unterstützt. „Am Klimawandel leiden diejenigen am meisten, die am wenigsten dazu beigetragen haben." Der PCS, so die Organisator*innen, soll genau denen ein Forum bieten, die in der globalen Politik keine Stimme haben. Dabei gehe es um weit mehr als nur um die Reduktion von Kohlenstoffdioxid, sagt Dorothee Häußermann von attac: „Wir brauchen eine grundlegende Transformation hin zu einer Gesellschaft, in der die Sorge für den Planeten und unsere Mitmenschen im Fokus steht. Zum People's Climate Summit kommen Menschen aus allen Kontinenten und aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen, um an dieser Aufgabe zu arbeiten."
 
Die mangelnde Teilhabe und Gestaltungskraft der Zivilgesellschaft und lokalen Bevölkerungen bei den Klimaverhandlungen, wie derzeit bei der COP23 in Bonn, kritisiert Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. „Die Verhandlungen sind nach wie vor vermachtet. Und insbesondere die Stimmen lokaler Bevölkerungen, deren Lebensgrundlagen wegen des Klimawandels buchstäblich unterzugehen drohen, werden nicht gehört. Stattdessen haben Lobbygruppen großer Energiekonzerne und der fossilen Industrie das Gehör der Entscheider. Sie unterminieren nach wie vor radikale Schritte zur Reduktion von Treibhausgasen, die so dringlich sind, um das Pariser 2-Grad-Ziel überhaupt noch zu erreichen."
 
Beim People’s Climate Summit geht es daher darum, anderen Stimmen Raum und Aufmerksamkeit zu bieten und Alternativen zum fossilen Business as Usual zu diskutieren. Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Aktivist*innen aus der ganzen Welt, und vor allem diejenigen, die vom Klimawandel überproportional betroffen sind, diskutieren bei drei Abendveranstaltungen und an zwei Workshop-Tagen.
 
So auch die Pacific Climate Warriors, Klima-Aktivist*innen aus 12 Inselstaaten im Pazifik, die der steigende Meeresspiegel schon zu überfluten droht. „Der Klimawandel kennt keine Grenzen", sagt Josehp Zane Sikulu aus Tonga. „Er ist eine Krise, die uns alle betrifft und weiterhin betreffen wird – Dich, mich und die Orte, die jeder von uns sein Zuhause nennt." Auf dem People's Climate Summit könnten Menschen die globalen Zusammenhänge, Ursachen und Folgen der Klimakrise kennenlernen. Noch wichtiger allerdings sei das Treffen als ein Ort, um sich zu vernetzen und eine starke Bewegung aufzubauen, die dafür Sorge trägt, dass die Klimakiller Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben. „Wenn wir nicht aufbegehren und gegen den Klimawandel kämpfen – wer wird es dann tun?". Auch sie nehmen Bezug auf die offizielle Klimapolitik: Die Pacific Climate Warriors haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie unter anderem fordern, die Förderung von fossilen Brennstoffen gänzlich aufzugeben – und die „größten Verschmutzer" aus den UN-Klimaverhandlungen auszuschließen.
 
Die Pacific Climate Warriors sind Teil der Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend: Dort diskutieren sie mit Aktivist*innen unter anderem aus Peru, Togo, den USA und den Philippinen über die Frage, was Klimagerechtigkeit bedeutet. Im Rahmen eines Sei-Festivals werden sie im Anschluss traditionelle Praktiken pazifischer Kultur mit Berichten über die Folgen des Klimawandels verweben. Die Sei-Blume ist ein wichtiger Bestandteil pazifischer Kultur und stellt deren friedliche ebenso wie widerständige Seite dar.
 
Mehr Informationen und das Programm finden Sie hier.
 
Kontakt: Pacific Climate Warriors | presse@pcs2017.org | www.pcs2017.org

Umwelt | Klima, 03.11.2017

     
        
Cover des aktuellen Hefts

Save the Ocean

forum 02/2025 ist erschienen

  • Regenerativ
  • Coworkation
  • Klimadiesel
  • Kreislaufwirtschaft
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
MAI
2025
LVR-Kulturkonferenz 2025: Kultur. Nachhaltig. Wirtschaften.
Welchen Beitrag leistet Kultur zum wirtschaftlichen Wachstum?
47805 Krefeld
Alle Veranstaltungen...

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

"Wir brauchen Menschen, die vom Geist Europas beseelt sind und ihn allen Widrigkeiten zum Trotz zur Geltung bringen wollen."
Christoph Quarch überlegt, was wir den tyrannischen Ambitionen des globalen Trumpismus und des hiesigen Rechtspopulismus entgegensetzen können
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Wie gelingt wirksamer Dialog?

Sie entscheiden die Zukunft

Sweco-Bericht: Fünf wichtige Trends der Biodiversitätsagenda Europas

Mit Herz und Hand

Hidden Champion OEMs

LVR-Kulturkonferenz 2025: Kultur. Nachhaltig. Wirtschaften. | Krefeld, 21. Mai

Hat das Instrument der Demonstrationen ausgedient?

Klimaaktivismus mit Haltung

forum extra, Beilage in der Wirtschaftswoche
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Kärnten Standortmarketing
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • toom Baumarkt GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • circulee GmbH
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Kärnten Standortmarketing
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • toom Baumarkt GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • circulee GmbH