Technik | Energie, 24.04.2017
Häuser und Algen als Energieproduzenten
Der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2017 wirft einen Blick in die Stadt der Zukunft
Wie sieht das Leben in der Stadt von morgen aus? Welche Verkehrsmittel werden wir in Zukunft nutzen und in was für Gebäuden werden wir leben? Antworten auf diese und andere Fragen rund um das Thema Energie gibt der Deutsche Pavillon auf der EXPO 2017 in Astana unter dem Motto „Energy on Track" (Energie auf dem richtigen Weg). Die Weltausstellung vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 steht unter dem Leitmotiv „Energie der Zukunft".
In dem Ausstellungsbereich „Stadt der Zukunft" beschäftigt sich der Deutsche Pavillon mit den Auswirkungen der Energiewende auf den Lebensalltag der Menschen. Präsentiert werden Innovationen und Lösungen der deutschen Wirtschaft und Forschung aus den Bereichen Mobilität und Wohnen. Die Bandbreite umfasst moderne Elektrofahrzeuge auf zwei und vier Rädern ebenso wie intelligente Häuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, und eine Algenfassade, aus der Energie gewonnen wird. Auch ein neuartiges, noch in der Entwicklung befindliches Verfahren zur Herstellung von Kunststoff ohne Verwendung fossiler Brennstoffe wird gezeigt.Die Potenziale der Elektromobilität
Elektromobilität ist insbesondere in Verbindung mit regenerativ gewonnenem Strom weltweit ein Schlüssel für die klimafreundliche Umgestaltung der Mobilität und spielt darum auch im Deutschen Pavillon eine große Rolle. Im Detail vorgestellt werden eine Limousine, ein Formel-E-Fahrzeug und verschiedene Zweiräder mit Elektroantrieb sowie moderne Ladesysteme. Die Exponate unterstreichen das vielfältige Engagement der deutschen Industrie- und Forschungslandschaft auf dem Weg hin zu einer elektromobilen Zukunft und veranschaulichen, welche Potenziale diese Technologie birgt.
Häuser, die mehr Energie produzieren als sie verbrauchen
Von außen stellt das Exponat zum neuen deutschen Energiestandard „Effizienzhaus Plus" ein abstrahiertes Haus dar, das auf dem Kopf steht – ein eingängiges Bild für einen Paradigmenwechsel in der Gebäudetechnik. Im Inneren erhalten die Besucher Einblick in die Funktionsweise eines „Effizienzhauses Plus". Grafiken und Texte stellen Bausteine wie die Gebäudehülle und eine Photovoltaik-Anlage vor, mit denen Häuser erstmals in der Geschichte des Wohnens mehr Energie produzieren, als sie benötigen. Auf einer großen Deutschlandkarte werden mehr als 35 Modellprojekte eines „Effizienzhauses Plus" mit detaillierten Informationen vorgestellt.
Intelligente Gebäude reduzieren den Energieverbrauch
Das Exponat SmartHome befindet sich in einem mehrheitlich geschlossenen Raum, den die Besucher durch eine Türöffnung betreten. Die Innenwände des Raumes zeigen eine grafische Collage des Inneren eines Hauses und typische Gegenstände, die uns umgeben wie Fenster, eine Waschmaschine, eine Küchenzeile mit Kühlschrank und Kaffeemaschine und ein Wohnzimmer mit Unterhaltungselektronik. Mit ihrem Smartstick können die Besucher die einzelnen Objekte zum Leben erwecken und erkunden, wie Heizung, Licht, Jalousien und vieles mehr in einem SmartHome gesteuert und reguliert werden. Dabei erfahren sie, welche günstigen Auswirkungen all diese Aspekte auf den alltäglichen Energieverbrauch haben.
Energiegewinnung aus Algen
Die rechte Seite der „Stadt der Zukunft" dominiert das Modell eines Algenbioreaktors. Hier erfahren die Besucher mehr über die lebende „Biohaut". Anhand eines realen Algenhauses in Hamburg wird die Arbeitsweise eines Algenbioreaktors erläutert – von der Versorgung der Algen mit Abwasser und ihr Wachstum durch Photosynthese über die Nutzung der Wärmeenergie, die durch die Einstrahlung der Sonne entsteht, bis hin zur Ernte des Algenschaums. Diese hochwertige Biomasse kann unter anderem für die Herstellung von Lebensmitteln und Kosmetika genutzt werden.
Kunststoff aus Wasser und Kohlendioxid
Die „Stadt der Zukunft" präsentiert auch eine Zukunftstechnologie, die sich noch in der Entwicklung befindet und die Produktion von Kunststoffen revolutionieren könnte. Das Power-to-X genannte Verfahren stellt aus Wasser und CO2 die Grundmaterialien der Kunststoffproduktion her, ohne dabei Erdöl oder Erdgas zu verwenden. Das Exponat simuliert eine Maschine, an der die Besucher nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der innovativen Technologie per Knopfdruck selbst Gegenstände wie einen Gartenzwerg oder einen Fußballschuh virtuell produzieren können.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Kontakt:
Frank Bumann, Deutscher Pavillon EXPO 2017
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