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Plastikpiraten erforschen Flüsse und Küsten

Bundesweite Citizen-Science-Aktion für Jugendliche

Um die Belastung deutscher Küsten und Flüsse durch Kunststoffe und Plastikmüll zu erforschen, schickt das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren auf wissenschaftliche Expedition. Die Belastung von Fließgewässern durch Plastikmüll ist weitgehend unerforscht. Erkenntnisse darüber sind auch wichtig, um die Meere und Ozeane besser vor der Belastung mit Plastikmüll zu schützen. Bei der Citizen-Science-Aktion werden die Jugendlichen zwischen dem 16. September und dem 18. November 2016 deutschlandweit relevante Forschungsdaten erheben, die in Zusammenarbeit mit der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet werden. Die „Plastikpiraten" leisten nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Forschung, ihr Einsatz wird neben Wissenszuwachs auch mit attraktiven Preisen belohnt.
 
Aufgerufen zu der Aktion sind Schulklassen und Jugendgruppen. Ab sofort können Lehrerinnen und Lehrer oder Leiterinnen und Leiter von Jugendgruppen oder Vereinen das kostenlose Lern- und Arbeitsmaterial sowie Aktionshefte bestellen. Auf der Website www.wissenschaftsjahr.de/jugendaktion finden sich alle Informationen zur Teilnahme, zum unterrichtsbegleitenden Material und zum wissenschaftlichen Hintergrund. Die Materialien wurden mit wissenschaftlicher und pädagogischer Expertise im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konzipiert. Sie eignen sich für jede Schulform und für alle Arten der außerschulischen Bildungsarbeit.
 
Bei der Aktion werden die „Plastikpiraten" die Anzahl und Art der Kunststoffabfälle in oder an ihrem Flussufer oder Küstenabschnitt ermitteln. Mit den gewonnenen Daten arbeitet anschließend die Kieler Forschungswerkstatt weiter. Dort wird zum Beispiel festgestellt, welche Flussabschnitte besonders stark verschmutzt sind und wie sich die Belastung von der Quelle bis zur Mündung eines Flusses entwickelt.
 
Bis zu 12,7 Millionen Tonnen Kunststoff landen jährlich im Meer, manche Schätzungen gehen von mehr als dem Doppelten aus. Mit Folgen nicht nur für die Umwelt: Strände werden vermüllt, der Plastikmüll wird von Fischen und Seevögeln verschluckt und zahlreiche Tiere verheddern sich darin und verenden. Die Kunststoffe zersetzen sich im Laufe von Jahrhunderten in sogenanntes Mikroplastik und gelangen damit noch einfacher in marine Nahrungsketten. Mikroplastik ist auch Bestandteil vieler Kosmetik-Produkte. Die Auswirkungen von Mikroplastikpartikeln auf die Ökologie im Meer sind noch weitgehend unbekannt, ebenso die möglichen gesundheitlichen Risiken für den Menschen.
 
„Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier!" ermöglicht als Citizen-Science-Projekt wissenschaftlich Interessierten, sich direkt in den Forschungsprozess einzubringen. Die Ergebnisse werden zur Erforschung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an deutschen Flüssen beitragen. Dies ist auch ein Baustein dafür, die Zusammenhänge zwischen Plastikbelastung von Fließgewässern und den Meeren und Ozeanen besser zu verstehen und dieser entgegen wirken zu können.
 
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.wissenschaftsjahr.de
 
 
Kontakt:
Hans-Georg Moek | Christine Rutke | presse@wissenschaftsjahr.de | www.wissenschaftsjahr.de  
 
Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane
Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17. Zu 71 Prozent bedecken Ozeane und Meere unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit Jahrhunderten; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es um die Ergründung der Gewässer, ihren Schutz und eine nachhaltige Nutzung. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 wird vom Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) als fachlichem Partner begleitet.


     
        
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