66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Marktcheck Nachhaltigkeitsberichtspflicht bei Riester-Verträgen

Anbieter liefern nur schwammige und unzureichende Informationen

Wer einen Riester-Vertrag zur privaten Altersvorsorge abschließt, muss vom Anbieter darüber informiert werden, ob und wie bei der Verwendung der eingezahlten Beiträge ethische, soziale und ökologische Belange berücksichtigt werden. Die Verbraucherzentrale Bremen hat anhand von Jahresmitteilungen untersucht, wie diese Berichtspflicht praktisch umgesetzt wird.

Foto: meineresterampe, pixabay.comDas Ergebnis ist ernüchternd – viele Anbieter liefern den Verbrauchern nur schwammige und unzureichende Informationen:

  • Nur fünf Anbieter geben konkret Auskunft, inwieweit sie ethisch bzw. ökologisch bedenkliche Branchen und Verhaltensweisen bei der Anlage der Altersvorsorgebeiträge ausschließen.
  • In 27 Jahresmitteilungen geben die Anbieter zwar an, Nachhaltigkeitsstandards anzuwenden, die Informationen hierzu sind jedoch unpräzise.
  • In 18 der untersuchten Jahresmitteilungen informieren die Anbieter ihre Kunden, dass ethisch-ökologische Anlagekriterien nicht gezielt berücksichtigt werden.

Ulrike Brendel, Leiterin des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima" bei der Verbraucherzentrale Bremen: „Die Riester-Anbieter, die ethisch-ökologische Anlagekriterien nicht gezielt anwenden, argumentierten häufig mit der Ausrede, dass Sicherheit und Rendite im Fokus der Anlageentscheidung stünden. Die Praxis und verschiedene Studien zeigen jedoch, dass Rendite und Nachhaltigkeit sich keinesfalls ausschließen müssen."

Der Marktcheck umfasst insgesamt 50 Riester-Jahresmitteilungen von 48 Anbietern, darunter Versicherungen, Fondsgesellschaften und Kreditinstitute. Bei Riester-Fondsparplänen deckt die Untersuchung alle Anbieter ab, bei Riester-Versicherungen nahezu die Hälfte. Außerdem wurden einige Riester-Banksparpläne von Sparkassen und Genossenschaftsbanken untersucht, deren Jahresmitteilungen in der Regel Standardformulierungen ihrer Verbände enthalten.

Das Ergebnis des im Rahmen des Projektes „Gut fürs Geld, gut fürs Klima" durchgeführten Marktchecks verdeutlicht, dass die Nachhaltigkeitsberichtspflicht nicht automatisch mehr Transparenz für Verbraucher bedeutet. Die Verbraucherzentrale Bremen fordert daher ethisch-ökologische Mindeststandards insbesondere für die staatlich geförderte Altersvorsorge. „Gäbe es solche Mindeststandards, wären Verbraucher nicht mehr auf die wenig aussagekräftigen Auskünfte der Anbieter angewiesen und hätten die Gewissheit, dass Gelder beispielsweise nicht in geächtete Waffen oder in die klimaschädliche Energieerzeugung fließen", sagt Brendel.

Über das Projekt „Gut fürs Geld, gut fürs Klima"
Das bundesweite Projekt "Gut fürs Geld, gut fürs Klima" der Verbraucherzentrale Bremen informiert über nachhaltige Geldanlage und Altersvorsorge. Die Verbraucherzentrale Bremen kooperiert dafür mit den Verbraucherzentralen Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein. Gefördert wird "Gut fürs Geld, gut fürs Klima" vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

* Ausführliche Informationen zum Marktcheck „Nachhaltigkeitsberichtspflicht bei Riester-Verträgen" und eine Übersichtstabelle mit den vollständigen Angaben der einzelnen Anbieter unter http://www.verbraucherzentrale-bremen.de/marktcheck-nachhaltigkeitsberichtspflicht-bei-riester-vertraegen

Kontakt: Verbraucherzentrale Bremen e.V. | oliver.brandt@vz-hb.de | www.verbraucherzentrale-bremen.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Pioniere & Visionen

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?
Die Ökonomie der Gegenwart braucht eine Disruption ihres Mindsets
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Lunch & Learn: Warum gute Streitkultur Erfolg bingt

Nachhaltig Ostern feiern

Sunvestment: Afrikas Aufbruch ins solare Zeitalter mitgestalten

Zentek und Schlaadt beschließen weitreichende Zusammenarbeit für nachhaltige Verpackungen

Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen

No Healthy Soil, no Future

Freiheit des Saatguts ist Freiheit des Lebens

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Engagement Global gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • NOW Partners Foundation
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • TÜV SÜD Akademie
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • circulee GmbH
  • WWF Deutschland