Wirtschaft | CSR & Strategie, 02.05.2016
Unternehmerische Verantwortung braucht Freiheit
"Eine Berichtspflicht, wie sie die Politik anstrebt, bringt viel Bürokratie ohne Mehrwert.“
„Viele kleine und mittelständische Unternehmen werden ihrer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft gerecht ohne den Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) zu gebrauchen oder dies streng zu dokumentieren", sagt Naemi Denz, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung. "Eine Berichtspflicht, wie sie die Politik anstrebt, bringt viel Bürokratie ohne Mehrwert." Das Bundesjustizministerium rechnet laut Gesetzesentwurf pro Jahr und Unternehmen mit 600 bis 4.300 Euro zusätzlichem Aufwand. „Diese Schätzung ist viel zu niedrig kalkuliert. Eine ehrliche Kalkulation müsste die jährlichen Mehrbelastungen für Unternehmen deutlich fünf- bis sechsstellig veranschlagen", kritisiert Denz.
Gut 50 Maschinenbauer treffen sich am 28. April in Frankfurt, um im VDMA-Netzwerk über die nationale Umsetzung der sogenannten CSR-Berichtspflicht zu sprechen. „Nach wie vor gegen eine Berichtspflicht spricht, dass der Freiwilligkeitsansatz von CSR ausgehöhlt wird", sagt Denz. Positiv an dem Gesetzentwurf sei aber, dass die Berichtspflicht nicht weiter gefasst und keine Vorgabe eines Rahmenwerks gemacht werde. „Es ist wichtig, dass die Bundesregierung bei der nationalen Umsetzung der CSR-Berichtspflicht Augenmaß zeigt und nicht über die EU-Richtlinie hinausgeht", fordert Denz. Da auch Kommanditgesellschaften betroffen sein können, wenn sie Unternehmensanteile am Markt zur Verfügung stellen, dürfte damit eine Vielzahl der VDMA-Mitglieder betroffen sein. Die CSR-Richtlinie (europäische Richtlinie „2014/95/EU") muss bis Dezember diesen Jahres in nationales Recht überführt werden. Ab 2017 müssen Unternehmen, die im öffentlichen Interesse stehen und mehr als 500 Beschäftigte haben, bestimmte nichtfinanzielle und die Diversität betreffende Informationen, wie etwa soziale und umweltbezogene Faktoren offenlegen.
Der VDMA setzt sich weiterhin für sinnvolle Rahmenbedingungen und die Freiwilligkeit von unternehmerischem Engagement ein. Der Verband trägt das verantwortliche Handeln seiner Mitglieder mit der Nachhaltigkeitsinitiative ‚Blue Competence‘ und der Aktionswoche ‚Wir unternehmen was‘ nach außen. „Unternehmen setzen aus gutem Grund auf Nachhaltigkeit und Verantwortung: Es fördert die Mitarbeiterbindung, schafft Wettbewerbsvorteile und beugt Risiken vor", so Denz abschließend.
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