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Nachhaltiger Tourismus auf der ITB Berlin 2016

Tourismus und seine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gehen uns alle an.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Reisenden global um 4,4 Prozent gestiegen, auf insgesamt 1,2 Milliarden Menschen. Das bedeutet: 50 Millionen Reisende mehr als noch in 2014. Und für 2016 erwartet die Welttourismusorganisation (UNWTO) ein erneutes Wachstum um 4 Prozent.

Ronald Sanabria mit Axel Melchior von Careli Tours, einem führenden Betrieb in Nicaragua, wenn es um Zertifizierung und Nachhaltigkeit geht. Auch auf dem Foto ist Alexa Halwani in einem traditionellen Kleid der Pazifikregion Nicaraguas. Foto: Rainforest AllianceDiese Zahlen belegen, wie wichtig der Tourismus für die Menschen in den Reisedestinationen ist. Damit steigt aber auch die soziale und ökologische Verantwortung sowohl der Reiseanbieter als auch der Touristen. Kein Wunder, dass Nachhaltigkeit eines der Kernthemen auf der 50. ITB in Berlin war.
 
Als vergangene Woche rund 10.000 Aussteller aus 187 Ländern und etwa 120.000 Reisefreudige und Interessierte aus der ganzen Welt auf der ITB Berlin – der weltgrößten Tourismusmesse – zusammenkamen, war auch Ronald Sanabria, Head of Sustainable Tourism der Rainforest Alliance, unter ihnen. Neben zahlreichen Gesprächen und Begegnungen hat er die Arbeit der Rainforest Alliance im nachhaltigen Tourismus auf der Bühne präsentiert.
 
„Es kommt darauf an, wie wir reisen"
Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, bei der Eröffnung der ITB Berlin 2016 Foto: Rainforest AllianceTourismus und seine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt gehen uns alle an. Das machte Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, bereits bei der Eröffnung der Messe deutlich. „Man sollte auch im Urlaub die gleichen ethischen Standards hochhalten wie zu Hause und nicht – im wahrsten Sinne des Wortes – den Kopf in den Sand stecken", betonte Gleicke. Umwelt- und Klimaschutz, Erhalt der Biodiversität, aber auch Menschenrechte und gute Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort seien allesamt solche Standards.

Nicht mehr zu reisen, aus Sorge um Mensch und Umwelt, hält Gleicke für den falschen Weg. Es sei „völlig verfehlt, Fernreisen oder Reisen in Entwicklungsländer pauschal zu verteufeln. (…) Tourismus kann in großem Maße dazu beitragen, Armut zu bekämpfen, Arbeitsplätze und Einkommen zu schaffen und auch den Umweltschutz vor Ort voranzutreiben. Es kommt eben auch darauf an, wie wir reisen", so Gleicke.

„Tourismus ist eine Branche der Hoffnung und des Optimismus"
Taleb Rifai, Generalsekretär der Welttourismusorganisation (UNWTO), bei seiner Eröffnungsrede. Foto: Rainforest AllianceDie Tourismusbranche vernetzt Menschen und Betriebe rund um Globus. Daher bedarf es globaler, gemeinsamer Anstrengungen, um positiven Wandel hervorzubringen. Dies machte Taleb Rifai, Generalsekretär der Welttourismusorganisation (UNWTO), bei der Eröffnung deutlich. „Tourismus ist eine Branche der Hoffnung und des Optimismus", so Rifai. „Abschwächung des Klimawandels, effektive Ressourcennutzung, Armutsbekämpfung und Wachstum müssen bei der Tourismus-Entwicklung zentral sein", fügte er hinzu.

Neue Hebel und Instrumente, wie das Klimaabkommen von Paris und die 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung, müssten weltweit Gehör finden und umgesetzt werden. Auch der Tourismus sei hier gefordert. Im Rahmen der UN „10YFP" (10-Jahres Programme für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion) sei auch bereits ein Programm für nachhaltigen Tourismus gestartet – koordiniert von der UNWTO. Die Rainforest Alliance beteiligt sich an diesem Programm und engagiert sich sektorenübergreifend für die Förderung der UN-Ziele.

Veränderungen durch Schulungen und Zertifizierung
In seiner Präsentation stellte Ronald Sanabria die Herausforderungen vieler Tourismus- und Landwirtschaftsbetriebe in Afrika, Latein- und Südamerika dar. Insbesondere der Schutz natürlicher Gewässer und der effiziente Umgang mit Wasser als Ressource sind dringende Themen. In Zusammenarbeit mit Betrieben vor Ort – bis hin zur Zertifizierung – konnten weitreichende Fortschritte erzielt werden. Nachhaltigere Praktiken zeigen positive und messbare Veränderungen.

Sanabria rief dazu auf, nationale und lokale Richtlinien für nachhaltigen Tourismus zu formulieren und umzusetzen. Das Zusammenspiel von Politik und NGOs könne helfen, gemeinsame Standards für Nachhaltigkeit zu finden und die nötige Infrastruktur für deren Umsetzung zu schaffen. Unabhängige Zertifizierungen sollten dies zusätzlich fördern und unterstützen. Nicht zuletzt gilt es, Touristen den Zugang zu Informationen so leicht wie möglich zu machen, damit ihnen ihre nachhaltigeren Möglichkeiten bewusster werden.

Seit über 15 Jahren setzt sich die Rainforest Alliance für nachhaltigen Tourismus ein:
  • Zertifizierte Tourismusbetriebe befinden sich derzeit in 12 Ländern
  • Diese Betriebe unterstützen den Schutz von 2,2 Millionen Hektar Land
  • Allein in 2 Ländern wurden rund 11.000 Beschäftigte vor Ort geschult, weitere Ausweitung in 2016
  • Bereits 71 Prozent zertifizierter Hotels in Lateinamerika konnten ihre Wassernutzung signifikant reduzieren
  • Zertifizierte Betriebe weisen eine signifikant bessere Wasserqualität auf
Mehr Informationen zur Arbeit der Rainforest Alliance in nachhaltigem Tourismus gibt es hier.
Eine Liste zertifizierter Betriebe gibt es auf: www.rainforest-alliance.org/travel

Lifestyle | Sport & Freizeit, Reisen, 14.03.2016
     
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