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Kaffee für unterwegs - ein "Muss" in der heutigen Zeit

Sind Einweg- oder Mehrwegbecher die optimale und umweltgerechte Lösung für den "Coffee to go"?

Was in den USA schon seit etlichen Jahren nahezu täglich zelebriert wird, ist in Deutschland erst seit wenigen Jahren Trend: Der Kaffee für unterwegs, "Coffee to go". Der duftende Bohnentrunk ist des Deutschen liebstes Heißgetränk und wird nahezu zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken. Deshalb kommt der Coffee to go auch hierzulande gut an und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Egal was man gerade macht, wohin man auch geht und ganz egal zu welcher Jahreszeit. Die Zeit für einen Kaffee für unterwegs hat jeder. Und: Wer mit einem Kaffeebecher in der Hand unterwegs ist, signalisiert automatisch: "Ich bin beschäftigt und habe keine Zeit." Wer sich Zeit nimmt, gemütlich im Café sitzend aus der Kaffeetasse zu trinken, passt nicht in die vielbeschäftigte Klasse der Gewinner. Der Kaffee für unterwegs ist das Symbol der dynamischen Zeit. Und genau deshalb ist der Mitnahme-Kaffee im praktischen Einweg-Becher so erfolgreich und ein absolutes "Muss" in der heutigen Zeit.
 
Zusätzlicher Service
Kafffee, der duftende Bohnentrunk, ist des Deutschen liebstes Heißgetränk und wird nahezu zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken. © Kigoo Images / pixelio.deDie meisten Gastronome von Bistros und Cafés bieten mittlerweile den Kaffee für unterwegs an, um auch in diesem Segment Kundenwünsche zu erfüllen. Sie erkennen, dass durch den Coffee to go zusätzliche Einnahmen generiert werden. Außerdem ergeben sich noch weitere Vorteile für sie: Die Einweg-Pappbecher lassen sich platzsparend stapeln und eigentlich überall lagern. Darüber hinaus werden Einwegbecher von spezialisierten Anbietern in großen Mengen angeboten und können dementsprechend günstig angeliefert werden. Lästiges Spülen entfällt. Sie sind leicht, wiegen weniger als Gläser oder Tassen und lassen sich deshalb auch leichter tragen. Große Mengen können so gelagert werden. Für den geschäftigen Kaffee-Genießer liegen die Vorteile klar auf der Hand: Immer und zu jeder Zeit ist es für ihn möglich, seinen Kaffee zu genießen.
 
Trotzdem Umweltfreundlich
Immer wieder sorgten Einführung und Benutzung der Einweg- oder Mehrwegbecher seitens vieler Umweltschützer für Zündstoff. Laut einer 2014 durchgeführten Studie des Deutschen Kaffeeverbandes liegt der jährliche Pro-Kopf-Konsum der Deutschen von "Coffee to go" bei 23 Bechern (0,25 l). Bei der Diskussion um die Nutzung von Einweg- und Mehrwegbechern ist auch die jeweilige Ökobilanz zu betrachten, wie
 
  • Anzahl der Nutzungen eines Mehrwegbechers,
  • Ressourcenaufwand bei der Herstellung des Mehrwegbechers,
  • Reinigungsfrequenz der Mehrwegbecher, Energieverbrauch des Geschirrspülers,
  • Wasser- und Energieverbrauch beim Abwasch des Mehrwegbechers,
  • Gewicht des Einwegbechers,
  • Recycling des Einwegbechers.

Je nach Verbraucherverhalten können diese Kriterien variieren. Eine unabhängige Studie der niederländischen Organisation für angewandte Wissenschaft TNO hat die sogenannten Schattenkosten von Einweg- und Mehrwegbechern untersucht. Die Studie zeigt, dass die Schattenkosten für wiederverwertbare Becher zwischen 2,52 Euro und 4,67 Euro variieren. Der Einwegbecher schwankt zwischen 0,85 Euro und 1,45 Euro. Die Schwankungen in der Umweltbelastung beruhen insbesondere auf der unterschiedlichen Nutzung und Reinigung der Mehrwegbecher. Der Berechnung liegt zugrunde, dass Mehrwegbecher zwischen 500 und 3.000 Mal genutzt werden. Die Wissenschaftler kamen nun zu dem Ergebnis, dass Einwegbecher anscheinend eine weniger große Umweltbelastung darstellen, als bisher angenommen und vermutet wurde. Aus Sicht des Deutschen Kaffeeverbandes können somit ökologische und auch hygienische Aspekte gute Gründe für die Nutzung eines Einwegbechers darstellen.

Die Frage, ob für den Verkauf von Kaffee Einweg- oder Mehrwegbecher die optimale und umweltgerechte Lösung sind, lässt sich daher nicht pauschal beantworten, sondern muss immer im Kontext des jeweiligen Einzelfalls sowie der Rahmenbedingungen gesehen werden.


Lifestyle | Essen & Trinken, 06.08.2015

     
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